Alzira
Ismail Hakki Altinbezer

Aussprache: ismaaiyl haqqi altuunbazar
arabisch:
إسماعيل حقي ألتونبزر
persisch:
اسماعیل حقی التونبزر
englisch:
Ismail Hakki Altinbezer

8.2.1873 - 19.7.1946 n.Chr.

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Ismail Hakki Altinbezer (İsmail Hakkı Altunbezer (oft auch Altınbezer geschrieben) war einer der bedeutendsten osmanisch-türkischen Kalligraphen der Spätzeit, zugleich Tezhip-Künstler (Müzehhib), Tuğra-Schreiber und Maler.

Er prägte die osmanisch-türkische Schriftkunst im späten 19. und frühen 20. Jh. n.Chr. und wirkte auch in der frühen Republikzeit als zentrale Lehrerfigur.

Er ist am 8. Februar 1873 in Istanbul (Stadtteil Kuruçeşme) geboren. Es war der Morgen des Opferfestes [id-ul-adha]. Deshalb erhielt er den Namen „İsmail“. Er ist am 19. Juli 1946 in Istanbul gestorben und wurde auf dem Karadscha Ahmad Friedhof (Karacaahmet Mezarlığı) neben seinem Vater beigesetzt. Die Grabinschrift wurde 1957 von seinem Freund, dem Kalligraphen Necmeddin Okyay in Taliq Schrift geschrieben. Der Familienname „Altunbezer / Altınbezer“ („Goldverzierer“) verweist auf seine Meisterschaft in der Vergoldung und Ornamentik (Tezhip).

Altunbezer entstammte einer über fünf Generationen zurückreichenden Kalligraphenfamilie mit Wurzeln in Trabzon. Die ersten Generationen arbeiteten dort, die späteren in Istanbul. Sein Vater war der Kalligraph Mehmed İlmî Efendi, Schüler von Kazasker Mustafa İzzet Efendi.

Seine Schulbildung erhiet er unter anderem an der Pertevniyal Valide Sultan-Schule und an der Fatih Rüşdiyesi. Die Grundformen der klassischen Kalligraphie-Schriftstile lernte er zunächst bei seinem Vater.

Später trat er ein in die Dîvân-ı Hümâyun-Kanzlei (Hohe Pforte). Dort wurde er Schüler des berühmten Kalligraphen Sâmî Efendi, bei dem er Tughra lernte und seine alligraphie-Schriftstile perfektionierte. Es folgte ein Studium an der Sanâyi-i Nefîse Mektebi (heute Akademie der Schönen Künste) im Fach Malerei und Gravur, das er Mitte der 1890er Jahre abschloss.

Altunbezer machte innerhalb der Hofverwaltung Karriere: zunächst als „zweiter Tuğrakeş“, später „erster Tuğrakeş“ des Sultans, also einer der offiziellen Schreiber der osmanischen Herrschertuğra.

Parallel dazu war er ein einflussreicher Lehrer und unterrichtete in Schrift (rikʿa) an verschiedenen Schulen (Üsküdar İdadisi, Galatasaray Sultanisi, Darülmuallimîn usw.). Er wurde Dozent für Tughra und Thuluth Schrift an der Medresetü’l-Hattâtîn (der „Schule der Kalligraphen“).

Nach der Schriftreform von 1928 Unterricht in „östlicher Ornamentik“ an der Şark Tezyînî Sanʿatlar Mektebi und ab 1936 an der Güzel Sanatlar Akademisi, deren Abteilung für orientalische Dekorationskünste er leitete. Zu seinen Schülern zählen prominente Vertreter der modernen türkischen Kalligraphie, insbesondere Mehmed Halim Özyazıcı und Macit Ayral, die ihrerseits stilbildend wurden.

Altunbezer gilt als einer der letzten großen Meister der osmanischen Hof-Kalligraphie. Neben zahlreichen Tafeln und Alben finden sich seine Arbeiten auf Fermanen, Berat-Urkunden und Menşuren des späten Osmanischen Reiches.

Er schuf bedeutende Moscheeinschriften, unter anderem in:

bullet Abdi Tschelebi Moschee (Abdi Çelebi Camii)
bullet Schemsi Pascha Moschee (Şemsi Paşa Camii)  (Kuppelinschrift in Thuluth Schrift),
bullet Zeynep Sultan Moschee

Zu seinen hervorstechenden Werken zählen außerdem die die Kuşakinschrift (Umschrift) des letzten osmanischen Kâʿba-Vorhangs, der erste Siegelstempel der Republikpräsidentschaft (Riyâset-i Cumhûr) und die Inschriften am Mausoleum von Mahmud Şevket Paşa.

Altunbezer pflegte im Schriftbild einen sehr sicheren, kraftvollen Stil mit ausgeprägter Beherrschung großer Kompositionen wie Dach- und Kuppelinschriften.

Im Bereich der Vergoldung und Ornamentik entwickelte er mit der Zeit einen eigenständigen, weniger streng klassischen Stil, der von konservativen Kritikern teilweise skeptisch gesehen, von anderen aber als innovativ gewürdigt wurde. Als Maler vertrat er eher einen klassisch-realistischen Ansatz und war in der zeitgenössischen Istanbuler Kunstszene präsent.

Einen erheblichen Teil seiner späteren Jahre musste er mit Gutachtertätigkeiten bei Gerichten bestreiten, statt sich ausschließlich der Kunst zu widmen. Er hatte eine private Leidenschaft als Rosen-Züchter; er galt als einer der bekannten Rosenliebhaber seiner Zeit.

In der Rückschau gilt Altunbezer als eine der Schlüsselfiguren des Übergangs vom späten osmanischen Skriptorium zur institutionalisierten Lehre der klassischen islamischen Künste in der frühen Republik (Güzel Sanatlar Akademisi).

Seine Schüler und Nachfolger (Halim Özyazıcı, Macit Ayral u. a.) haben die klassische osmanisch-türkische Kalligraphie bis ins späte 20. Jh. n.Chr. getragen. Damit ist İsmail Hakkı Altunbezer heute in der Fachliteratur einer der letzten großen Namen, wenn von den „Meistern der alten osmanischen Schriftkunst“ die Rede ist.

Er wurde von Feyhaman Duran gemalt (siehe Bild).

Gemälde über Ismail Hakki Altinbezer im Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara, Foto Y.Özoguz (2014 n.Chr.)

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