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Aischa bint Abu Bakr
Aussprache: a'ischa
arabisch: عائشة
persisch: عائشه
englisch: Aisha
??? - 58
n.d.H.
??? - 678 n.Chr.
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Aischa war eine der Ehefrauen des
Propheten
Muhammad (s.)
und somit eine der
Mütter der Gläubigen.
Ihr Vater ist Abu Bakr. Sie gehörte zu der Gruppe
von Ehefrauen des Propheten (s.), die er nach dem Ableben von
Chadidscha geheiratet hat.
Aischa wurde nach einigen Überlieferungen im vierten Jahr der
Offenbarung geboren, wobei ihr Geburtsdatum strittig ist. Mit jungen Jahren erfolgte ihre Eheschließung
mit Prophet
Muhammad (s.),
wobei das Alter auch unter
Muslimen ebenfalls
strittig ist. Als Zeitpunkt der Eheschließung gilt 1
n.d.H. (ca. 622 n.Chr.).
Laut
Überlieferungen in den beiden Sammlungen von
Buchari und
Muslim erfolgte die Eheschließung mit
Muhammad (s.), als sie neun Jahre alt war. Die Überlieferung
geht allerdings auf Aischa selbst zurück. Zudem gelten die
Überlieferungsketten als schwach, da in allen
Hischam ibn Urwa auftritt.
Andere erheblich überzeugendere
Überlieferungen sowohl von
Sunniten wie auch
Schiiten gehen davon aus, dass
sie bei der Eheschließung viel älter war.
 | Gemäß
Ibn Hischams Zusammenfassung von
Ibn Ishaqs Biographie des
Propheten
Muhammad (s.) - sie gilt als die älteste erhaltene
Biographie - nahm Aischa kurz vor
Umar ibn al-Khattab den
Islam
an. Das würde bedeuten, dass sie zum Zeitpunkt ihrer
Eheschließung mindestens 14 Jahre alt war. |
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Tabari berichtet, dass
Abu Bakr
acht Jahre vor der großen
Auswanderung, als er ursprünglich an der kleinen
Auswanderung nach
Abessinien
teilnehmen wollte, zu
Mut'am ging
– mit dessen Sohn Aischa damals verlobt war – und ihm ein
Heiratsangebot bezüglich dessen Sohn und Aischa überbrachte,
also neun Jahre vor der Eheschließung mit
Muhammad (s.).
Mut'am lehnte
damals ab, da
Abu Bakr nach jener
Verlobung seiner Tochter zum
Islam konvertiert war. Wäre
Aischa bei Eheschließung mit
Prophet Muhammad (s.) nur neun Jahre alt, wäre sie zum Zeitpunkt der ersten Verlobung noch
nicht einmal geboren gewesen. |
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Tabari schreibt in seiner Abhandlung über
islamische
Geschichte auch, dass
Abu Bakr vier
Kinder hatte und alle in der vor-islamischen Zeit geboren
wurden. Das hieße, Aischa kann im Jahre 1
n.d.H. nicht unter 14 Jahre alt gewesen sein. |
 | Gemäß
Ibn Hadschar war
Fatima
(a.) fünf Jahre älter als Aischa.
Fatima
(a.) wurde geboren,
als
Muhammad (s.) 35 Jahre alt war. Bei der
Auswanderung war er 52,
was bedeuten würde, dass Aischa bei der Heirat 14 gewesen
wäre. |
 | Gemäß zahlreichen Quellen, darunter
Ibn Kathir, war Aischa zehn Jahre jünger als ihrer
Stiefschwester
Asma.
Ibn Kathir berichtet darüber hinaus, dass
Asma den Tod ihres
Sohnes im Jahre 73
n.d.H. miterlebte und wenige Tage danach
im Alter von 100 Jahren selbst starb.
Ibn Hadschar bestätigt diese Angabe und nennt das Jahr 73 oder 74
n.d.H. als Todesjahr.
Damit war
Asma im Jahre 1
n.d.H. 27 oder 28 Jahre alt und die 10 Jahre jüngere Aischa entsprechend 17 oder
18. Als Prophet
Muhammad (s.) und Aischa zusammenzogen, wäre sie also 19
oder sogar 20 gewesen. |
 | Aischa ist dafür bekannt, dass sie an einigen Schlachten
teilnahm, wie bei der
Schlacht von Badr,
2
n.d.H., also ein Jahr nach ihrer Eheschließung. Die
Frauen versorgten die Verletzten. Gemäß
Buchari hatte Prophet
Muhammad (s.) 14-Jährigen
und Jüngeren verboten, an militärischen
Auseinandersetzungen teilzunehmen, so dass er 15 Jahre als
Mindestalter festlegte, was auch der spätesten
religiösen Reife bei Männern entspricht. Es ist nicht
anzunehmen, dass für Aischa eine Ausnahme gemacht wurde. |
 | In einer
Überlieferung bei
Buchari sagt Aischa: "Ich war ein junges Mädchen [dschariya], als
die
Sure über den
Mond
offenbart wurde".
Diese
Sure wurde acht Jahre vor der
Auswanderung offenbart, und
wenn Aischa mit neun Jahren geheiratet hätte, wäre sie
damals erst ein einjähriges Baby [sabiyya] gewesen und hätte
sich kaum erinnern können. Das Wort "junges Mädchen [dschariya]" wird gewöhnlich für 6-13 Jahre alte Mädchen
verwendet, was auf ein Alter von 14-21 bei der Heirat hinweist. |
 | Es gibt keinen
Vers im
Heiligen Qur'an, die die
Heirat eines unreifen
Kindes erlauben würden. Der
Heilige Qur'an hält dazu an, Kinder, die
ein Elternteil verloren haben, zu ernähren, zu kleiden, zu
erziehen und schließlich zu prüfen, ob sie reif genug sind,
"bis sie das Heiratsalter erreicht haben", ehe ihnen die
Verwaltung finanzieller Dinge anvertraut wird. |
Aischa wird indirekt im
Heiligen Qur'an an mehreren Stellen
erwähnt: Unter anderem ergab sich einmal ein Vorfall, bei dem sie auf einer
Reise nach
einer kurzen Rast versehentlich von der
Karawane zurückblieb und daraufhin
ungerechterweise von schwätzerischen Beduinen der
Unzucht [zina] mit
Safwan ibn
Muattal beschuldigt wurde. Die in der
Sure 24 (An-Nur)
offenbarten Verse 11 ff. bewiesen aber ihre Unschuld in diesem Fall.
Eine weitere bekannte Geschichte aus dem
Heiligen Qur'an
ist ihre Eifersucht auf
Zainab
bint Dschahsch, die dem
Propheten
Muhammad (s.)
einen besonders schmackhaften
Honig angeboten
hatte, worüber sich dieser sehr gefreut hatte. Zusammen mit
Hafsa
bezichtigte Aischa ihn fälschlicherweise des Mundgeruchs, worauf die
Verse 66:1 als Warnung an die
beiden offenbart wurden und an alle, die denjenigen neiden, welche die Zuneigung
des
Propheten
Muhammad (s.)
durch ihre Liebe zu ihm genießen dürfen.
Mythos Lieblingsfrau
Bedauerlicherweise wird Aischa in manchen Quellen zugesprochen, sie sei die
"Lieblingsfrau" des
Propheten
Muhammad (s.)
gewesen, derweil sie selbst seine "Lieblingsfrau"
Chadidscha, mit der er alleine verheiratet war, mehrfach auch verbal
neidete. Nach Chadidschas Ableben hat
Prophet
Muhammad (s.) alle
seinen späteren Frauen gleichermaßen behandelt und keiner einen Vorzug gegeben.
Die späteren Ehen erfolgten zur Einigung der Stämme und zur Stärkung der
sozialen Bindungen der Gemeinschaft.
Aischa als Überlieferin
Auf Aischa werden in mehreren Werken zusammen über 2000
Überlieferungen
zurückgeführt. Eine sehr bekannte
Überlieferung, die zumeist ihr zugesprochen wird, führte zu einigen
Missverständnissen über die
erste Offenbarung.
Allerdings kann die Überlieferung nicht von ihr stammen, da sie damals noch nicht geboren
war und bei der Weitergabe kein Bezug auf Erzählungen anderer genommen wird.
In der Zeit der ersten drei
Kalifen ist weniger über sie bekannt. In der Zeit des 4.
Kalifen Imam Ali
(a.) war sie in die so genannte
Kamelschlacht
gegen ihn
verwickelt, von der sie sich auch nicht durch die
Hunde von Hawab
abhalten ließ.
Da Aischa selbst keine Kinder bekam, nahm sie, als ihr
Bruder Abdurrahmam starb, seinen Sohn Qasim und seine Tochter unter
ihre Obhut.
Aischa war auch in die Auseinandersetzung
verwickelt, welche sich beim Begräbnis
Imam Hasans (a.)
ereignete, als
Imam Husain (a.) seinen Bruder wunschgemäß vor dem Begräbnis am Grab des
Propheten Muhammad
(s.) vorbeiführen wollte. Aischa war maßgeblich daran beteiligt, das zu
verhindern.
Aischas Ableben
Aischa starb in der Nacht zum Dienstag, dem 17. Ramadan, 57
n.d.H.
(678) im Alter von ca. 66
Jahren. Als sie im Sterben lag, entschied sie sich, neben den anderen
Frauen des Propheten (s.)
beigesetzt zu werden.
Ihr Totengebet wurde von
Abu Huraira geleitet.
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