Al-Amdi

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Al-Amdi, Al-Amidi

Aussprache: al-amdiy
arabisch:
الآمدي
persisch:
الآمدي
englisch: al-Amdiy

551–631 n.d.H.
1156 - 1233 n.Chr.

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Al-Amdi oder al-Amidi gilt bei Sunniten als einer der die Methodenlehre [fi ilm ul-usul] weiterentwickelt hat in Bezug auf Überlieferungen, um darauf aufbauend die Riten und Gebote des Islam ableiten zu können.

Er ist vor allem als Sayfuddin al-Āmidi (oder Amdi) [سيف الدين الآمدي] bekannt. Sein vollständiger Name alutet: Abul-Hasan Ali ibn Abi Ali ibn Muhammad at-Taghlibi al-Amidi [أبو الحسن علي بن أبي علي بن محمد التغلبي الآمدي].

Er lebte ungefähr von 1156 bis 1233 n.Chr (551–631 n.d.H.) und war ein bedeutender sunnitischer Rechtsmethodiker, schafiitischer Jurist, Theologe und Logiker. Der Beiname al-Amidi (oder Amdi) verweist auf seine Herkunft aus Amid, dem heutigen Diyarbakır.

Al-Amdi erhielt zunächst eine Ausbildung im hanbalitischen Recht. Später wechselte er zur schafiitischen Rechtsschule. Er studierte außerdem unter anderem: Kalam (Spekulative Theologie), Logik [mantiq], Islamische Philosophie, Islamische Rechtswissenschaft [fiqh] und Methodenlehre (Usul al-fiqh).

Er wirkte zeitweise in Bagdad, Kairo und schließlich in Damaskus. Seine intensive Beschäftigung mit Philosophie und Logik machte ihn zu einer umstrittenen Gestalt: Manche traditionell orientierte Gelehrte misstrauten ihm, während spätere Rechtsmethodiker seine analytische Schärfe hoch einschätzten.

Al-Amidi gilt als einer der wichtigsten Systematisierer und Vollender der klassischen sunnitischen Rechtsmethodologie. Er fasste ältere schafiitische, Aschariyya und Mutazila basierte Diskussionen zusammen, prüfte ihre Argumente und ordnete sie in ein hochentwickeltes logisch-theologisches System ein. Abu Hamid Ghazzalis Struktur der Methodenlehre beeinflusste dabei al-Amidis Gedanken erheblich.

Sein berühmtestes Werk ist: Al-Ihkam fi Usul al-Ahkam [الإحكام في أصول الأحكام], was sinngemäß „Die präzise Darlegung der Grundlagen rechtlicher Entscheidungen“ bedeutet.

Das vierbändige Werk wurde zu einem Klassiker des sunnitischen Methodenlehre (Usul al-fiqh).

Darin behandelt al-Amidi unter anderem:

bulletWesen und Definition des religiösen Rechtsurteils,
bulletsprachliche Bedeutung und Auslegung,
bulletBefehl und Verbot,
bulletallgemeine und besondere Aussagen,
bulletwörtliche und übertragene Bedeutung,
bullet Heiliger Quran und Verfahrensweise [sunna] als Rechtsquellen,
bullet Übereinstimmung der Umma [idschmah-ul-umma],
bullet Vergleichsschluss [qiyas],
bulletAbrogation,
bulletWiderspruch und Gewichtung von Beweisen,
bulletBedingungen der selbständigen Rechtsfindung [idschtihad],
bullet Nachahmung [taqlid] einer Rechtsautorität.

Seine Methode ist stark argumentativ. Er stellt häufig verschiedene Lehrmeinungen vor, analysiert ihre Beweise, formuliert Einwände und antwortet darauf. Dadurch ähnelt sein Werk teilweise einer systematischen juristischen Debatte.

Al-Amidi war zugleich ein bedeutender Vertreter der Kalam der Aschariyya. Zu seinen theologischen Hauptwerken gehört: Abkar al-Afkar fi Usul ad-Din [أبكار الأفكار في أصول الدين]. Darin behandelt er Gottesbeweise, göttliche Eigenschaften, Prophetie, menschliches Handeln und weitere Fragen der Dogmatik.

Al-Amidis Bedeutung liegt vor allem darin, dass er die bis zum frühen 13. Jh. n.Chr. entwickelten sunnitischen Debatten über Recht, Sprache, Erkenntnis und Beweisführung in besonders umfassender Form zusammenführte. Seine Werke beeinflussten spätere Autoren.

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