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Dr. Atif Atilla (Atıf Atilla) war ein türkischer
Agraringenieur und Landwirtschaftsexperte, der sich
insbesondere mit Weinbau, Olivenbau, landwirtschaftlicher
Mechanisierung und Bodenbearbeitung beschäftigte.
Er wurde 1920 in
Izmir geboren und schloss 1942 die Landwirtschaftliche
Fakultät der Universität Ankara, Fachbereich Landmaschinen und
landwirtschaftliche Geräte (Tarım Alet ve Makinaları Bölümü),
ab.
Seine berufliche Laufbahn begann er als Agraringenieur an
der Bornova Zirai Mücadele İstasyonu, einer
landwirtschaftlichen Pflanzenschutzstation in Bornova bei
İzmir. Später arbeitete er zeitweise für die staatliche
TOPRAKSU-Verwaltung, die sich mit Boden- und Wasserressourcen,
Bewässerung und landwirtschaftlicher Infrastruktur
beschäftigte. Bei der türkischen Kammer der Agraringenieure
war er bereits unter der sehr frühen Mitgliedsnummer 82
registriert.
Atilla war ein praxisorientierter Fachmann mit
außergewöhnlich großem Erfahrungswissen. Die Ege-Universität
hebt ausdrücklich seine Verdienste für türkische Landwirte in
den Bereichen Bağcılık (Weinbau), Zeytincilik (Olivenbau),
landwirtschaftliche Mechanisierung und Bodenbearbeitung
hervor. Er gab außerdem zeitweise an der Ege-Universität
Unterricht und vermittelte Studierenden insbesondere sein
praktisches Wissen über Weinbau. Der Autor Artun Ünsal
bezeichnet Atilla in seinem grundlegenden Werk „Ölmez Ağacın
Peşinde – Türkiye’de Zeytin ve Zeytinyağı“ sinngemäß als das
„lebende Gedächtnis / die lebende Geschichte des ägäischen
Oliven- und Weinbaus“. Ünsal nennt ihn ausdrücklich als einen
der wichtigen Fachleute, die ihn bei seinen Recherchen zur
Geschichte der Oliven und des Olivenöls in Anatolien
unterstützt haben.
Im
Adatepe Olivenölmuseum (Adatepe Zeytinyağı Müzesi) ist ihm
eine Gedenktafel gewidmet, weil er auf Reisen durch Anatolien
historische Geräte und Verfahren der Olivenölherstellung sehr
detailliert dokumentiert hat. Atıf Atilla führte auf seinen
Reisen ein Notizbuch mit sich und zeichnete die von ihm
gesehenen Geräte bis ins Detail. Nach seiner Pensionierung
fertigte er anhand dieser Zeichnungen Modelle der
traditionellen Geräte an und schenkte sie im Jahr 2004 n.Chr.
dem
Adatepe Olivenölmuseum. Diese Modelle wurden Teil der
Ausstellung.
Damit war er ein wichtiger fachlicher Unterstützer und
Sammler und Dokumentarist. Seine Arbeit half dabei,
Produktionsmethoden sichtbar zu machen, von denen
Originalgeräte teilweise nicht mehr vorhanden oder nur schwer
zu beschaffen waren. Die Museumsbetreiber des
Adatepe Olivenölmuseum erwähnen seinen Beitrag
ausdrücklich als besonders bedeutend.
Atilla war offenbar außerdem ein bemerkenswerter Sportler.
Nach Angaben der Ege-Universität begann er bereits während
seiner Schulzeit mit dem Kugelstoßen (gülle atma), wurde
Meister von İzmir und errang 1946 einen Titel bei einem als „Akdeniz
Oyunları“ bezeichneten Wettbewerb.
Atıf Atilla starb am 6. Juli 2007, im Alter von etwa 86
oder 87 Jahren. Die Ege-Universität erinnert an ihn als
ausgesprochen engagierten Agraringenieur und überliefert von
ihm den Satz: „Bir daha dünyaya gelirsem yine Ziraatçı
olmak isterim.“ (Wenn ich noch einmal auf die Welt käme,
würde ich wieder Agrarwissenschaftler werden wollen).

Gedenktafel im
Adatepe Olivenölmuseum (Adatepe Zeytinyağı Müzesi)