Madschid Baqai
Madschid Baqai

Aussprache: madschid baqa'i
arabisch:
مجيد بقائي
persisch:
مجید بقایی
englisch:
 Majīd Baqāʾī

??? - ??? n.d.H.
1958 - 29.1.1983 n.Chr.

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Madschid Baqai, bekannt als Schahid (Märtyrer) Madschid Baqai, war ein iranischer Medizinstudent und Kommandeur der Pasdaran in den ersten Jahren des Irak-Iran-Krieges, in dem er Märtyrer wurde.

Als vollständiger Name wird häufig Abdul-Madschid Baqai angegeben. In iranischen Quellen wird er meist als Sardar-e Schahid Dr. Madschid Baqai (Kommandeur und Märtyrer Dr. Madschid Baqai) bezeichnet, obwohl er sein Medizinstudium kriegsbedingt nicht regulär abschloss.

Baqai wurde 1958 n.Chr. in Behbahan geboren. Er wuchs in einer religiös geprägten Familie auf und soll schon als Kind regelmäßig die Moschee besucht und zeitweise als Mukabbir (Gebetsstellungsverkünder) gewirkt hat.

Neben seinen religiösen Interessen galt er als sportlich und künstlerisch begabt, wobei Fußball, Zeichnen und Kalligraphie genannt werden.

Zunächst erwarb Baqai ein mathematisch-naturwissenschaftliches Abitur und wurde für ein Studium der Chemieingenieurwissenschaften zugelassen. Da er jedoch Medizin studieren wollte, legte er nach iranischen Berichten zusätzlich einen Abschluss im naturwissenschaftlichen Zweig ab und wurde anschließend an der damaligen Dschundischapur-Universität von Ahwaz zum Medizinstudium zugelassen.

Als er das Studium für den Kriegseinsatz im Irak-Iran-Krieg unterbrach, befand er sich wohl im 6. Semester. Deshalb ist die häufige Bezeichnung „Dr. Madschid Baqai“ eher als posthume Ehren- und Umgangsbezeichnung zu verstehen, denn ein abgeschlossenes Medizinstudium ist nicht belegt.

Während seiner Studienzeit beteiligte sich Baqai an den Protesten gegen die Monarchie von Schah Muhammad Reza Pahlavi, wobei er aktive Rollen bei Demonstrationen und bei der Organisation revolutionärer Studenten einnahm. Nach dem Sturz der Monarchie 1979 n.Chr. arbeitete er zeitweise in revolutionären Institutionen in Ahwaz, darunter nach einigen Berichten beim Revolutionsgericht, beim Aufbau der Pasdaran und bei sozialen und entwicklungspolitischen Projekten des Dschihad-e-Sazandegi (Aufbauanstrengung). Baqai war zudem in die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der neuen Zentralregierung und arabisch-nationalistischen Organisationen in Chuzestan eingebunden.

Baqai schloss sich am Anfang des Irak-Iran-Krieges den Pasdaran an. Er unterbrach sein Studium und ging an die Front in Chuzestan. Seine militärische Karriere verlief für sein junges Alter ungewöhnlich schnell. Sie lässt sich ungefähr in folgende Etappen gliedern:

bulletBeteiligung an der militärischen Koordination in Chuzestan
bulletKommando über die Pasdaran im Frontabschnitt Schusch
bulletFührung des Fadschr-Hauptquartiers
bulletstellvertretender Kommandeur und später Kommandeur des Karbala-Hauptquartiers: eine operative Führungsstruktur, der je nach Operation mehrere Brigaden und Divisionen unterstellt waren.

Besonders hervorgehoben wird seine Rolle bei der Operation Fath al-Mubin im März 1982. Als Kommandeur des Fadschr-Hauptquartiers war er an Planung und Führung iranischer Verbände beteiligt. Die Operation führte zur Rückeroberung größerer Gebiete westlich von Schusch und Dezful und gehörte zu den entscheidenden iranischen Erfolgen der ersten Kriegsphase.

Am 29. Januar 1983 (9. Bahman 1361) befand sich Baqai im Raum Fakka an der iranisch-irakischen Grenze. Gemeinsam mit mehreren hochrangigen Kommandeuren, darunter Hassan Baqiri, erkundete er das Gelände zur Vorbereitung der bevorstehenden Operation Wal-Fadschr-e Moqaddamātī.

Während dieser Erkundung schlug irakisches Artillerie- oder Mörserfeuer in der Nähe der Gruppe ein. Baqai wurde schwer verwundet und starb kurze Zeit später. Hasan Baqeri und weitere Angehörige der Gruppe kamen ebenfalls ums Leben. Baqāʾī wurde anschließend in seiner Heimatstadt Behbahan beigesetzt. Er war bei seinem Tod ungefähr 24 Jahre alt.

In der Islamischen Republik Iran wird Madschid Baqai als einer der jungen militärischen Organisatoren der sogenannten Heiligen Verteidigung verehrt. Straßen, Plätze, militärmedizinische Einrichtungen und insbesondere das Schahid-Baqai-Krankenhaus in Ahwaz tragen seinen Namen. Seine Biografie wird in Büchern, Ausstellungen, Dokumentationen und jüngst auch in dem Filmprojekt „Qahremān-e Dschundischapur“ („Der Held von Dschundischapur) behandelt.

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