Unter "Berufung" [mab'ath] bzw. "Aussendung" des Propheten
Muhammad (s.) wird der
Tag der ersten Offenbarung
in verbaler Form verstanden, wobei die ersten fünf
Verse der
Sure "al-Alaq" (96.
Sure) ausgesprochen
wurden.
Die Berufung
erfolgte am 27. Radschab
13 Jahre vor der
Auswanderung (bzw. im 40 Jahr des
Elefanten nach damaliger Zeitrechnung). Eine detaillierte Darstellung ist bei der
ersten Offenbarung
nachzulesen.
Vorab war bereits in der
Nacht der
Bestimmung der gesamte
Heilige Qur'an ins
Herz des
Propheten Muhammad
(s.) eingegeben worden. Am Tag der "Berufung" wurden die ersten
Verse aus dem
Herz auf die Zunge des
Propheten Muhammad
(s.) gebracht.
Unter dem Tag "Berufung" wird die Bekanntgabe an
Menschen verstanden.
Die eigentliche Berufung erfolgte vor der
Geburt und war dem
Propheten Muhammad
(s.) von Anfang seiner Lebzeit bewusst, wie auch anderen, die es an
besonderen Zeichen erkannten, wie der
christliche Mönch
Bahira.
Der Tag fällt zusammen mit der
Himmelfahrt [miradsch] des
Propheten Muhammad
(s.) 23 Jahre später. Der Tag wird in verschiedenen Teilen der
islamischen Welt mit
Festlichkeiten gefeiert.
Es gibt zahlreiche Riten, die für jenen Tag als empfohlen
gelten.
 | Es ist empfohlen
den Tag mit einer
rituellen Vollkörperreinigung [ghusl] zu beginnen. |
 | Es ist empfohlen
an dem Tag zu fasten.
Der Tag gehört zu den bedeutsamsten
empfohlenen Fastentagen, so dass nach manchen
Überlieferungen das
Fasten an diesem Tag dem
Fasten von 70 Jahren gleich kommt. |
 | Es ist empfohlen
an dem Tag möglichst häufig das
Segnungs-Bittgebet [salawat] auszusprechen. |
 | In der Nacht zum Berufungstag ist es empfohlen
nach dem
Nachtgebet [salat-ul-ischa] aber vor
Mitternacht zwölf
Gebetsabschnitte [raka] zu
beten, wobei ein
Ritualgebet jeweils aus zwei
Gebetsabschnitten [raka] besteht (also 6 x 2). In jedem
Gebetsabschnitt wird die
Fatiha und eine
Sure
rezitiert. Nach dem
Abschlussgruß [salam] werden jeweils sieben Mal folgende
Verse
verlesen:
Fatiha (1.
Sure),
Ichlas (112), Falaq (113), Nas (114), Kafirun (109), Qadr
(97),
Thron-Vers [ayat-ul-Kursi] (2:255-257) und im Anschluss
das
Bittgebet zur Berufung. |
 | Vor dem
Mittagsgebet [salat-uz-zhuhr] ist es empfohlen
zwölf
Gebetsabschnitte [raka] zu
beten, wobei ein
Ritualgebet jeweils aus zwei
Gebetsabschnitten [raka] besteht (also 6 x 2). In jedem
Gebetsabschnitt wird die
Fatiha und eine
Sure
rezitiert. Nach dem
Abschlussgruß [salam] werden jeweils vier Mal folgende
Verse
verlesen:
Fatiha (1.
Sure),
Ichlas (112), Falaq (113), Nas (114), Kafirun (109), Qadr
(97),
Thron-Vers [ayat-ul-Kursi] (2:255-257) und im Anschluss
das folgende Bittgebet:

Es gibt keinen Gott außer Allah. Allah ist am Größten und
Gepriesen ist Allah und der Dank ist Allahs und Es gibt
keine Macht oder Kraft außer mit Allah, dem Großartigen und
Prächtigen. Allah, Allah, mein Herr, ich setzte ihm nichts
bei, ich setzte nichts bei meinem einzigen Herrn. |
 | Es ist empfohlen
an dem Tag die heiligen Städten der Gräber der
Ahl-ul-Bait
(a.) zu besuchen oder alternativ die
Audienzen
[ziyara] zu rezitieren. |