Paul Bonatz
  Paul Bonatz

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6.12.1877 - 20.12.1956

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Paul Michael Nikolaus Bonatz war ein deutscher Architekt, der intensiv in der Türkei gewirkt hat.

Paul Bonatz ist am 6. Dezember 1877 in Solgen (Lothringen) als Sohn eines Beamten bäuerlicher Herkunft aus Mecklenburg geboren- Seine Mutter war Luxemburgerin. Nach dem Abitur studierte er an der TH München Maschinenbau, wechselte aber nach einem Jahr zur Architektur und erlangte sein Diplom im Jahr 1900. In Deutschland stieg er auf zum außerordentlichen Professor an der TH Stuttgart und 1908 ordentlicher Professor. Den Lehrstuhl behielt er 1943.

Bonatz kam 1916 zum ersten Mal in die Türkei, um in Istanbul einen Ort für den Projektwettbewerb „Türkisch-Deutsches Freundschaftshaus“ anzusehen. Er kam 1942 erneut und fungierte als Jurymitglied im internationalen Architekturprojektwettbewerb für den Bau von Anitkabir.

Als er 1943 ein Angebot erhielt, als Berater im Baubüro für technische Schulen des türkischen Kulturministeriums zu arbeiten, nahm er das Angebot an. Im September 1943 zog er nach Ankara. Als im August 1944 die bis dahin neutrale Türkei ihre diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abbrach, blieb er in der Türkei. Während dieser Tätigkeit, die bis 1947 dauerte, bereitete er Projekte für Kunstinstitute in verschiedenen Städten vor. In den Jahren 1943–1944 beteiligte er sich zusammen mit Emin Halid Onat an den Restaurierungsarbeiten von Taşkışla, das als Fakultät für Architektur der Technischen Universität Istanbul genutzt werden sollte, und arbeitete zwischen 1946 und 1954 als Dozent für Architekturprojekte an derselben Schule. Er war Mitglied der Wettbewerbsjury wichtiger Gebäude wie des Märtyrerdenkmals von Çanakkale, des Istanbuler Radiohauses und des Istanbuler Justizpalastes. Er nahm 1948 mit der türkischen Delegation an der ersten Generalversammlung der UIA (International Union of Architects) teil. Von 1946 bis 1954 war er Professor an der İstanbul Teknik Üniversitesi. 1954 kehrte endgültig nach Stuttgart zurück. Er starb 20. Dezember 1956 in Stuttgart.

Er ist bekannt dafür, dass er charakteristische Elemente der traditionellen türkischen Wohnarchitektur bei der Gestaltung von Gebäuden verwendete, wie in dem Viertel Saraçoğlu Memur Evleri in Ankara. Er rekonstruierte die Ausstellungshalle von Şevki Balmumcu, die er 1946 in die Ankara-Opernbühne umbauen sollte, mit einem zeitgenössischen Ansatz. Neben seinen anderen Werken in der Türkei, wie dem Falih-Rıfkı-Atay-Haus in Ankara, dem (ehemaligen) Flughafen-Terminalgebäude von Ankara, dem Sirel-Haus in Istanbul Bebek und einem Wohnhaus in Ortaköy. Seine Neigung zur orientalischen Architektur wurde bereits beim Stuttgarter Hauptbahnhof deutlich.

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