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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Paul Michael Nikolaus Bonatz war ein deutscher Architekt, der
intensiv in der
Türkei gewirkt hat.
Paul Bonatz ist am 6. Dezember 1877 in Solgen (Lothringen)
als Sohn eines Beamten bäuerlicher Herkunft aus Mecklenburg
geboren- Seine Mutter war Luxemburgerin. Nach dem Abitur
studierte er an der TH München Maschinenbau, wechselte aber
nach einem Jahr zur Architektur und erlangte sein Diplom im
Jahr 1900. In Deutschland stieg er auf zum außerordentlichen
Professor an der TH Stuttgart und 1908 ordentlicher Professor.
Den Lehrstuhl behielt er 1943.
Bonatz kam 1916 zum ersten Mal in die
Türkei, um in Istanbul einen Ort für den Projektwettbewerb
„Türkisch-Deutsches Freundschaftshaus“ anzusehen. Er kam 1942
erneut und fungierte als Jurymitglied im internationalen
Architekturprojektwettbewerb für den Bau von
Anitkabir.
Als er 1943 ein Angebot erhielt, als Berater im Baubüro für
technische Schulen des türkischen Kulturministeriums zu
arbeiten, nahm er das Angebot an. Im September 1943 zog er
nach
Ankara. Als im August 1944 die bis dahin neutrale Türkei
ihre diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abbrach, blieb
er in der Türkei. Während dieser Tätigkeit, die bis 1947
dauerte, bereitete er Projekte für Kunstinstitute in
verschiedenen Städten vor. In den Jahren 1943–1944 beteiligte
er sich zusammen mit Emin Halid Onat an den
Restaurierungsarbeiten von Taşkışla, das als Fakultät für
Architektur der Technischen Universität Istanbul genutzt
werden sollte, und arbeitete zwischen 1946 und 1954 als Dozent
für Architekturprojekte an derselben Schule. Er war Mitglied
der Wettbewerbsjury wichtiger Gebäude wie des Märtyrerdenkmals
von Çanakkale, des Istanbuler Radiohauses und des Istanbuler
Justizpalastes. Er nahm 1948 mit der türkischen Delegation an
der ersten Generalversammlung der UIA (International Union of
Architects) teil. Von 1946 bis 1954 war er Professor an der
İstanbul Teknik Üniversitesi. 1954 kehrte endgültig nach
Stuttgart zurück. Er starb 20. Dezember 1956 in Stuttgart.
Er ist bekannt dafür, dass er charakteristische Elemente
der traditionellen türkischen Wohnarchitektur bei der
Gestaltung von Gebäuden verwendete, wie in dem Viertel
Saraçoğlu Memur Evleri in
Ankara. Er rekonstruierte die Ausstellungshalle von Şevki
Balmumcu, die er 1946 in die Ankara-Opernbühne umbauen sollte,
mit einem zeitgenössischen Ansatz. Neben seinen anderen Werken
in der Türkei, wie dem Falih-Rıfkı-Atay-Haus in Ankara, dem
(ehemaligen) Flughafen-Terminalgebäude von Ankara, dem
Sirel-Haus in Istanbul Bebek und einem Wohnhaus in Ortaköy.
Seine Neigung zur orientalischen Architektur wurde bereits
beim
Stuttgarter Hauptbahnhof deutlich.