Ahmed Deedat
  Ahmed Deedat

Aussprache:
arabisch:
أحمد ديدات
persisch:
أحمد ديدات
englisch: Ahmed Deedat

1.7.1918–8.8.2005

Ahmed Hussein Deedat war ein prominenter Muslim des 20. Jh., dessen Schwerpunkt in der Argumentation gegen christliche Missionare lag.

Er wurde im Jahre 1918 in Gujarat in Indien geboren. Geplagt von Armut und ohne Vater lebte er zunächst an seinem Geburtsort. 1926 erfuhr er, dass sein Vater kurz nach seiner Geburt nach Südafrika ausgewandert war. Im Jahre 1927 entschloss er sich dann auch nach Südafrika zu gehen, um mit seinem Vater sein zu können. Seine Mutter, die er zurück lies, starb einige Monate später in Indien.

Trotz seiner Sprachbarriere und dem Handicap, dass er vorher keine Schule besucht hatte, begann er im Alter von 9 Jahren die Schule, um Englisch zu lernen und wurde ein guter Schüler. Im Alter von 16 Jahren brach er die Schule ab, weil seine Armut es ihm nicht erlaubte, weiter zu lernen. Mit verschiedenen Tätigkeiten sicherte er ein Grundeinkommen.

Zu der Zeit wurden die Muslime in Südafrika unterdrückt. Ahmed arbeitete zwar in einem Betrieb, der auch einem Muslim gehörte, jedoch kamen immer wieder christliche Missionare und beleidigten die Muslime so, dass Ahmed den Drang verspürte, etwas gegen diesen Hass zu tun.

Ahmad suchte im Betrieb seines muslimischen Arbeitgebers alles ab, um möglicherweise Bücher über den Islam zu finden und fand ein Buch mit dem Titel: "Ischaral Hagh" (Die Aufgedeckte Wahrheit). In diesem Buch waren die Gegenargumente der Muslime gegen die christlich-koloniale Missionarsbewegung aufgezeichnet. In diesem fand Ahmed Fakten, die die Grundlage seines Wissens und Dranges zum Aufklären beinhaltete.

Sein neu entdeckter Eifer brachte ihm dazu, eine Bibel zu kaufen, um mit den christlichen Missionaren die in der Ausbildung waren, zu diskutieren. Nachdem diese ihm keine Gegenargumente mehr liefern konnten, suchte er sogar ihre Lehrer und Priester auf, um mit ihnen zu debattieren.

Sein Eifer wurde auch nicht geringer als er heiratete und Kinder bekam. Sein größter Wunsch und Drang bestand darin, den Islam gegen die Angriffe der christlichen Missionare zu schützen.

Er wurde Gründungsmitglied der "Islamic Propagation Centre International" (IPCI) und schrieb etwa 20 Bücher, die er Millionenfach kostenlos verteilen lies. Er war Repräsentant bei Debatten mit christlichen Geistlichen und hielt Diskussionen auf der ganzen Welt ab. Bekannt wurde er auch dafür, dass er seine Argumente auch auf Humorvoller Art und Weise dargelegt hat.

Innerislamisch hat sich Ahmed Deedat auch für den Dialog zwischen Schiiten und Sunniten eingesetzt und zu ihrer Einheit aufgerufen. Auch hat er eine bekannte Lektüre dazu gegeben mit dem Titel "Shia-Sunni-Unity".

1982 reiste er in die noch junge Islamische Republik Iran und war von der islamischen Atmosphäre begeistert. In seinen Texten spricht er Imam Chomeini mit seinem Titel "Imam" an. Er sagte über Imam Chomeini, dass er ein Quran-Computer sei und meinte damit, dass er erlebte, wie Imam Chomeini zu jeder Situation einen passenden Vers aus dem Heiligen Qur'an zitieren konnte. Über die islamische Revolution sagte Deedat: "Dies ist keine iranische Revolution, sondern eine islamische Revolution."

1996 wurde Ahmed Deedat von einem Schlaganfall gekennzeichnet und konnte seither nicht mehr sprechen. Am 8. August 2005 verstarb er.