Hanefiten
  Hanefiten

Aussprache: hanafiyyah
arabisch:
حنفية
persisch:
حنفی
englisch: Hanafi

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Als Hanefiten werden die Anhänger der Rechtsschule  bezeichnet, die auf Abu Hanifa zurück geht. Es war die staatliche Schule der Abbasiden und Osmanen, die heute noch in den Nachfolgestaaten des Osmanischen Reiches praktiziert wird. Aufgrund diese geschichtlichen Hintergrundes ist die hanefitische Rechtsschule die am weitesten Verbreitete unter Sunniten.

Der wesentliche Unterschied der hanefitischen Rechtsschule zur Schia besteht im vierten Aspekt der Quellen der Erkenntnis, bei dem Hanefiten den Vergleichsschluss [qiyas] gegenüber dem Vernunftschluss [aql] vorziehen.

Die Hanafiten sind in Österreich aufgrund des Gesetzes vom 15. Juli 1912 betreffend die Anerkennung der Anhänger des Islams nach hanefitischem Ritus als Religionsgesellschaft (RGBl. Nr. 159/1912) gesetzlich anerkannt. Damit wurde der hanefitische Islam in Österreich auf eine Stufe mit den christlichen Kirchen und den jüdischen Gemeinden gestellt. Das Gesetz trat am 10. August 1912 in Kraft. Das Islamgesetz bekräftigt und verstärkt die seit 1874 bestehende staatliche Anerkennung des Islams als Religion durch Österreich. Jenes Gesetz wurde im Laufe der Zeit auf den gesamten Islam angewandt. Mit Wirkung vom 24. März 1988 wurde im Islamgesetz die Wortfolge "nach hanefitischem Ritus" in Artikel 1 und in den Paragraphen 5 und 6 als verfassungswidrig aufgehoben. Das Gesetz heißt seitdem im Langtitel "Gesetz vom 15. Juli 1912, betreffend die Anerkennung der Anhänger des Islams als Religionsgesellschaft" (vgl. BGBl. Nr. 164/1988). In Europa gilt Österreich daher als führend hinsichtlich der Beziehung zu Muslimen in der eigenen Gesellschaft.

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