Kasai Marwazi
Kasai Marwazi

Aussprache: kasaaiy marwaziy
arabisch:
کسایی مروزی
persisch:
کسایی مروزی
englisch:
Kasa´i Marwazi

952 - 1001 n.Chr.

Bild: parstoday (2022 n.Chr.)

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Abul Hasan Kasai Marwazi war Dichter des Iran im 10. Jh. n.Chr.

Abu al-Hasan Ali Abu Ishaq Kasai Marwazi Hakim Madschd al-Din, bekannt als Kasai oder Kisai wurde 952 n.Chr. in Merw geboren, dort aufgewachsen und hat sich auch dort mit den damaligen Wissenschaften vertraut gemacht. Er übertraf seine Zeitgenossen in puncto Gelehrsamkeit, insbesondere in der Grammatik. Er blühte in der späten Zeit der Samaniden frühen Zeit der Ghaznawiden auf und verfasste zunächst Lobreden für Wesire wie Ubayd Allah ibn Ahmad Utbi (gest. 982), dem Wesir des Samaniden Nuh ibn Mansur, und den Herrscher der Ghaznawiden Mahmud ibn Sabuktakin, aber er bereute es später im Leben, sie verfasst zu haben.

Kasai war ein Zeitgenosse von Nasir ibn Chusrau und hat wiederholt auf ihn angespielt. Als zu seiner Zeit angesehener Dichter verfasste er Gedichte, die seine Liebe zu den Ahl-ul-Bait (a.) widerspiegelten. Er engagierte sich spät im Leben für die Reinigung seines Herzens und führte ein asketisches Leben. Seine Anerkennung verdankt er seiner kraftvollen und eleganten Poesie, in der er die Ahl-ul-Bait (a.) lobte. Er gilt als der erste Dichter, der Lobreden und Elegien auf die Ahl-ul-Bait (a.) auf Persisch verfasst hat. Er griff in der Zeit der politischen und sozialen Unterdrückungen in seinen Gedichten und poetischen Ideen die Tyrannen seiner Zeit an. Seine Poesie ist geprägt von den Versuchen, andere aufzurütteln, nach Freiheit zu streben und den Feinden der Ahl-ul-Bait (a.) Vorwürfe zu machen.

Neben der poetischen und literarischen Bedeutung spiegeln seine Gedichte wertvolle soziale und kulturelle Aspekte wider, die sonst in Vergessenheit geraten wären. Seine Poesie zeichnet sich vor allem durch die Propagierung der Gerechtigkeit, den Widerstand gegen die Tyrannei, Lobreden und Elegien auf die Ahl-ul-Bait (a.), weise Ratschläge, eine erhabene Herangehensweise an die Welt des Daseins sowie eine elegante und fließende Diktion aus.

Einige meinen, dass sein Pseudonym Kisai oder Kasai auf seine Nähe zu den Leuten des Umhangs [ahl-ul-kisa] zurückzuführen sei. Seine Biografie findet kaum Niederschlag in biografischen Quellen. Sein erhaltener Gedichtdiwan umfasst 3.000 Verse. Sein vollständiger Diwan blieb bis in die zweite Hälfte des 12. Jh. n.Chr. erhalten, verschwand jedoch später in großen Teilen.

Literaturforscher sehen in ihm einen Poeten, der gekonnt die Natur in Wortgemälden darstellt. Kasais Beschreibungen von Erscheinungen in der Natur, wie der Tagesbeginn, der Regen und Blumen und vieles mehr gelten als etwas Besonderes in der persischsprchigen Dichtung.

Badiuzaman Furuzanfar sagte über die Dichtung von Kasai: „Kasa`i gehört zu den großen iranischen Dichtern und aus dem Wenigen, was noch von seinen Gedichten erhalten geblieben ist, lässt sich auf die Weite seines geistigen Horizontes und seine feine Phantasie sowie seine Sprachfertigkeit und Ausdruckskraft schließen. Die Gedichte von Kasai zeichnen sich durch die feinen zutreffenden Vergleiche aus und in dieser Fertigkeit können sich nur einige wenige mit ihm messen. Nasir Chosrau hat oftmals Kasais Namen angeführt und gesagt, dass er in der Dichtung mit ihm wetteifere.“

Die religiöse Dichtung von Kasais gilt nicht nur aus künstlerischer Hinsicht als interessant, sondern auch bei der Betrachtung der Sozialgeschichte Irans und der Geschichte der Verbreitung unterschiedlicher Denkweisen in Chorasan sehr hilfreich. Kasai hat in diesen Gedichten die Lage der Religion, Politik und Gesellschaft im 4. Jh. n.d.H. (10. Jh. n.Chr.) geschildert und viele Probleme und Missstände in jener Epoche angesprochen.

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