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Komitee Pro Palästina ist die Kurzform für „Deutsches Komitee
zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung“, auch bekannt
als „Deutsches Komitee Pro Palästina“
Es war eine pro-zionistische, deutsch-jüdische
Organisation. Das Komitee wurde während des Ersten Weltkriegs
gegründet, vor dem Hintergrund des Zionismus, der seit 1897
politisch organisiert war, der der
Balfour-Deklaration (1917) und des deutschen Interesses an
Einfluss im
Orient.
Die Ziele des Komitees waren:
 | Förderung der jüdischen Siedlungstätigkeit in Palästina
|
 | Unterstützung des Zionistischen Projekts in Deutschland
|
 | Aufklärung der deutschen Öffentlichkeit über
zionistische Bestrebungen |
 | politische Lobbyarbeit gegenüber deutschen
Regierungsstellen |
 | Spenden- und Hilfsorganisation für jüdische Projekte in
Palästina |
Es war damit eine der wichtigsten pro-zionistischen
Organisationen im Deutschen Reich.
Zu seinen führenden Persönlichkeiten gehörten: Kurt
Blumenfeld (1884–1963, später Vorsitzender der Zionistischen
Vereinigung für Deutschland), Franz Oppenheimer (1864–1943,
Soziologe und Zionist), Hermann Struck (1876–1944, Künstler,
Zionist) sowie weitere Vertreter des liberalen und
zionistischen Judentums in Deutschland.
Die Organisation war strukturell eng verbunden mit der
Zionistischen Vereinigung für Deutschland (ZVfD), dem Jewish
National Fund (Keren Kayemeth le-Israel) und der Deutschen
Palästina-Bank.
Das Komitee Pro Palästina war eines der zentralen
zionistischen Instrumente in Deutschland zwischen 1917 und
1933 und trug wesentlich bei zur:
 | Förderung jüdischer Einwanderung nach Palästina |
 | Sammlung und Verwaltung von Geldern zur Unterstützung
landwirtschaftlicher Siedlungen. |
 | Koordination zwischen deutschen Zionisten und
internationalen Zionisten. |
 | Aufklärungsarbeit in Deutschland über Zionismus und
Palästina. |
 | Politische Lobbyarbeit gegenüber deutscher Regierung und
Verwaltung. |
 | Stärkung deutscher wirtschaftlicher und kultureller
Interessen in Palästina. |
Deutschland war bis 1918 Verbündeter der
Osmanen. Daher beobachteten deutsche Politiker und
Militärs die jüdische Einwanderung (Aliyah) nach
Palästinaa sehr genau, weil sie strategische Chancen sahen
die deutsche wirtschaftliche und kulturelle Präsenz im Nahen
Osten zu stärken.
Die Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 („Jewish
National Home in Palestine“) machte die Zionisten zu einem
global relevanten politischen Akteur. In Deutschland befand
sich die zionistische Bewegung zu dieser Zeit im Aufwind. In
diesem Kontext entstand das Komitee Pro Palästina. Die
Gründung erfolgte Ende 1917.
In der Folge erfolgte eine Mobilisierung des deutschen
Judentums für zionistische Ziele. Die Schaffung eines
politischen Repräsentationsorgans sollte zwischen der
deutschen Regierung, jüdischen Organisationen und
internationalen zionistischen Strukturen vermitteln.
Das Komitee war elitär, akademisch und politisch stark
vernetzt. Im Zeitraum 1917–1923 war der Rechtsstatus ein
eingetragener Verein.
Die Tätigkeiten des Komitees bestanden unter anderem in
folgenden Aufgaben:
 | Publikationen und Broschüren über Palästina |
 | Vortragsreisen |
 | Unterstützung landwirtschaftlicher Schulen (z. B. Ben
Shemen) |
 | Förderung des deutsch-jüdischen Siedlungsprojekts „Merhavia“
|
 | Zusammenarbeit mit der Deutschen Palästina-Bank
(Landkauf, Kredite) |
Das Komitee war einer der Hauptträger des zionistischen
Gedankens in Deutschland.
Es beeinflusste. Teile der liberalen Presse, intellektuelle
Kreise (u. a. Martin Buber), Wirtschaftliche Netzwerke und
Diskurse in jüdischen Gemeinden. Es stand oft in Konkurrenz
zur Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens,
der anti-zionistisch war.
Zwischen 1919 und 1922 hofften deutsche Diplomaten, über
enge Beziehungen zu jüdischen Siedlungsorganisationen Einfluss
im britischen Mandatsgebiet Palästina zu behalten. Das Komitee
sollte dafür ein Vermittler sein.
Das Komitee unterstützte finanziell:
 | Landkäufe (über den Jewish National Fund) |
 | Aufbau von Kibbuzim und Moshavim |
 | Deutsch-jüdische Lehr- und Ausbildungsprogramme |
 | Technische und landwirtschaftliche Beratung |
 | Bewässerungsprojekte |
 | Erwerb von Pflanzflächen und Orangenhainen in Jaffa |
 | Entwicklung von Genossenschaften |
Das Komitee gab „Pro Palästina“ (Informationsblätter und
Flugschriften) heraus. Auch wurde „Die Jüdische Rundschau“ und
„Der Jude“, herausgegeben von Buber, unterstützt.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das
Komitee zwar nicht verboten, aber es wurde praktisch
unmöglich, die Arbeiten weiterzuführen. Viele Mitglieder
emigrierten: Blumenfeld nach Palästina, Oppenheimer in die
USA.
Die Aktivitäten des Komitees gingen spätestens 1935–1936
vollständig zu Ende. |