.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Buch „Kritik und Untersuchung der Regeln zur Leitung des
Geistes von Descartes“ (im persischen Original [نقد و بررسی
قواعد هدایت ذهن دکارت] ist ein Buch von
Ali Laridschani.
Er hat es Anfang der 1980er Jahre n.Chr. verfasst, ungefähr
zur Zeit der
Islamischen Revolution.
Es handelt sich um eine philosophische Auseinandersetzung
mit rationalistischem Denken, speziell mit René Descartes. Das
Werk ist eine kritische philosophische Analyse von René
Descartes’ Schrift Regulae ad directionem ingenii
(„Regeln zur Leitung des Geistes“). Der Fokus liegt auf den
fragestellungen: Wie funktioniert Erkenntnis? Welche Methode
führt zu sicherem Wissen?
Larijani stellt zunächst Descartes’ Ansatz dar: Wissen soll
auf klaren und evidenten Prinzipien beruhen. Seine Methode ist
die Zerlegung von Problemen in einfache Teile Erkenntnis
basiert auf rationaler Intuition und Deduktion. Das entspricht
dem klassischen Rationalismus.
Hier setzt
Laridschani kritisch an: Er hinterfragt die Idee, dass
reine Vernunft allein zur Wahrheit führt. Das Problem besteht
darin, dass Vernunft nicht im luftleeren Raum operiert.
Sie ist abhängig von Voraussetzungen (Metaphysik, Sprache,
Weltbild).
Laridschanis implizite These ist: Descartes unterschätzt
die Voraussetzungsgebundenheit des Denkens
Laridschani analysiert: Was bedeutet „Evidenz“ eigentlich?
Ist sie wirklich universell und objektiv? Denn das, was als
„evident“ erscheint, kann kulturell oder subjektiv geprägt
sein.
Im entscheidender Teil des Buches stellt er ein Verhältnis
zur
Islamische Philosophie her.
Laridschani vergleicht Descartes implizit mit Denkern aus
der islamischen Tradition, z. B.:
Avicenna und
Mulla Sadra.
Laridschani deutet an, dass: Descartes’ Methode zu „flach“
ist, weil sie metaphysische Tiefe ausblendet.
Ein weiterer Kritikpunkt an Descartes’ Methode besteht
darin, dass die Zerlegung komplexer Probleme zusammenhänge
zerstören und ganzheitliche Erkenntnis erschweren kann.
Laridschani betont daher die Integration statt Reduktion
von Wissen als vernetztes Ganzes
Die Kernthese des Buches ist: Descartes beginnt mit
Erkenntnis (Epistemologie) islamische Philosophie beginnt oft
mit Sein (Ontologie).
Laridschani argumentiert: Ohne solide Ontologie bleibt
Erkenntnistheorie instabil.