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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Die Lossagung [tabarra] ist eine der
zehn Pflichten der
Zweige der Religion [furu'ad-din]. Es bedeutet die
Lossagung von den Feinden der
Ahl-ul-Bait (a.) und hängt direkt zusammen mit dem
Liebeserweis [tawalla].
Die Identifikation eines solchen
Feindes obliegt aber strengen moralischen Vorschriften, so
dass nicht jede unbedeutende oder unwissende Gegnerschaft
unter dieses Prinzip fällt. Dazu gibt es die
Überlieferung von
Prophet Muhammad (s.), dass sein
jüdischer Nachbar jeden Tag seinen Unrat vor das Haus des
Propheten Muhammad (s.) ablud. Als er es eine Weile nicht
tat, erkundigte sich
Prophet Muhammad (s.) nach seinem Befinden und schenkte
ihm Trost, als er erfuhr, dass jener krank sei. Dieser wurde
durch das barmherzige Verhalten des
Propheten Muhammad (s.) derart gerührt, dass er den
Islam
annahm. Ähnliche
Überlieferungen gibt es zu vielen Gegnern der
Ahl-ul-Bait (a.).
Die Lossagung betrifft jene, die aktiv und gleichzeitig
lebensbedrohlich und/oder in schwerwiegender Weise die Ehre,
Würde oder das Leben durch ihre Feindschaft zu den
Ahl-ul-Bait (a.) gefährden. Wer
Wahrheit,
Gerechtigkeit und
Ahl-ul-Bait (a.) liebt, kann nicht gleichzeitig mit deren
Unterdrückern innerlich solidarisch sein.
Es werden zwei Begriffe dazu verwendet:
Der Begriff der Lossagung geht zurück auf den
Heiligen Qur'an (9:1), als die Feinde des
Propheten Muhammad (s.) ein gemeinsam unterzeichnetes
Abkommen widerrechtlich brachen, so dass auch die
Muslime den Vertrag aufkündigten bzw. sich "lossagten" von
den Feinden.
Die besondere Bedeutung dieser Lossagung wird auch in den
Regeln zum
Fasten
[saum] deutlich. Denn
ALLAH, dem
Propheten
Muhammad (s.) oder den
Ahl-ul-Bait
falsche Dinge bzw. Unwahres zuzuschreiben führt zum
Fastenabbruch.
Bei seiner Hadsch-Botschaft im Jahr 1440
n.d.H. (2019 n.Chr.) hat
Imam
Ali Chamenei einen besonderen Wert auf die Lossagung gelegt:
„Das Ritual der Lossagung ist einer der großen Segnungen
der Pilgerfahrt und eine Chance für die unterdrückten
muslimischen Nationen. Sich heute von der Front der
Götzenanbetung, der Wahrheitsverdeckung Ungläubigen der
Hochmütigen und an ihrer Spitze der USA loszusagen, bedeutet
sich von dem Mord an die Unterdrückten und der Kriegstreiberei
loszusagen. Die Lossagung ist heute wie eine schelte der
islamischen Nation gegenüber dem kindermordenden zionistischen
Regimes. Die Lossagung ist heute die Abneigung gegen Rassismus
und Diskriminierung aufgrund von Geografie, Rasse und
Hautfarbe. Die Lossagung ist heute die Abneigung gegenüber den
hochmütigen, niederträchtigen und manipulativen Taten der
Aggressoren. Heute ist eine der wichtigsten Angelegenheiten in
der islamischen Welt, die Angelegenheit Palästina, die in
allen politischen Angelegenheiten der Muslime, unabhängig von
der Rechtschule, Ethnien und Sprache an erster Stelle steht.
...“
Der
Heiligen Quran nimmt eine sehr differenzierte Einstellung
zum Thema ein.
Sure
60:8 sagt ausdrücklich, dass
ALLAH nicht verbietet, gegenüber denen gütig und gerecht
zu sein, die andere nicht wegen der Religion bekämpft und sie
nicht aus ihren Häusern vertrieben haben. Das ist theologisch
sehr wichtig, weil Tabarra nicht als Erlaubnis zur
Ungerechtigkeit gegenüber beliebigen Andersdenkenden
verstanden werden darf.
Gleichzeitig (58:22) heißt es sinngemäß: „Du
wirst kein Volk finden, das an Allah und den Jüngsten Tag
glaubt, während es diejenigen liebt / loyal unterstützt, die
Allah und Seinem Gesandten widerstreiten …“
Die Lossagung ist eine aktive Einstellung, die
sich auch äußerlich manifestiert. Gemäß einer
Überlieferung [hadith] wurde zu
Imam
Sadiq (a.)) gesagt: „Eine bestimmte Person zeigt sich
als euer Anhänger, doch er ist zu schwach, sich von eurem
Feind loszusagen.“Daraufhin antwortete er (a.): „Weit
gefehlt! Der lügt, der unsere Liebe beansprucht und sich nicht
von unserem Feind lossagt.“