Wilferd Madelung
  Wilferd Madelung

Aussprache:
arabisch:
ولفرد مادلنج
persisch:
englisch:
Wilferd Madelung

26.12.1930 - 9.5.2023 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Wilferd Madelung war ein deutsch-britischer Islamwissenschaftler mit Schwerpunkt Schia.

Er wurde am 26. Dezember 1930 in Stuttgart geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begleitete er als Jugendlicher seine Eltern in die USA, wo sein Vater, Georg Hans Madelung, seine Karriere als Luftfahrtingenieur mit Spezialisierung auf Raketen fortsetzte. Wilferd Madelung schrieb sich an der Georgetown University in Washington DC ein, bevor er 1951 nach Kairo reiste, um arabische Literatur und islamische Geschichte zu studieren. Von 1958 bis 1960 war er als Kulturattaché an der Westdeutschen Botschaft in Bagdad tätig. Darauf folgete eine wissenschaftliche Laufbahn begann.

Madelung promovierte (30. August 1957) und habilitierte an der Universität Hamburg und arbeitete dort als Dozent für Islamwissenschaft 1963–1966 n.Chr). Seine Doktorarbeit trug den Titel „Die Qarmaten und die Fatimiden. Ihre gegenseitigen Beziehungen und ihre Lehren über das Imamat.“ Er war 1963 Gastprofessor an der University of Texas in Austin und Assistenzprofessor (1964–65). außerordentlicher Professor (1966–68) und Professor für islamische Geschichte von 1969 bis 1978 an der University of Chicago. Von 1978 bis 1998 war er Professor für Arabisch an der Universität Oxford.

In dieser Zeit wurde sein 1997 erschienenes Buch „The Succession to Muhammad“ als bahnbrechendes Werk für die gerechte Darstellung schiitischer Ansichten über den islamischen Nachfolgeprozess nach dem Dahinscheiden von Prophet Muhammad (s.) gefeiert. Madelung schrieb auch wissenschaftliche Zeitschriftenartikel und Vorträge über Schia und Ibaditen. Ab 1999 war er Mitglied der British Academy und Senior Research Fellow am Institute for Ismaili Studies in London. Madelung war bis zu seinem Tod Senior Research Fellow am Institute of Ismaili Studies in London. Er erhielt auch die britische Staatsbürgerschaft.

2013 wurde ihm vom iranischen Ministerium für islamische Führung und Kultur der Farabi International Award für seine bedeutenden Beiträge auf den Gebieten der Islam- und Iranistik verliehen.

Mit seinem Verfassen oder Korrigieren von etwa 200 Büchern und Artikeln in zahlreichen Forschungspublikationen und Enzyklopädien sowie von 160 Buchrezensionen spielte Madelung eine wichtige Rolle bei der Kenntnis des islamischen Denkens und der islamischen Geschichte insbesondere der Schias im Mittelalter. Seine Werke sind eine Sammlung theologischer, historischer, juristischer, Unterschiede und Religionen, Charakterstudien und Bibliographie.

Zu seinen Schriften zählen unter anderem:

bulletMadelung, W.: Religious school and sects in medieval Islam. Variorum Reprints, London 1985
bulletMadelung, W. (Herausgeber): Arabic Texts Concerning The History of The Zaydī Imāms of Tabaristān, Daylamān And Gīlān, collected and edited by Wilferd Madelung. Franz Steiner Verlag, Beirut and Wiesbaden, 1987
bulletMadelung, W.:Religious trends in early islamic Iran. Columbia Letters of Iranian Studies no. 4, The Persian Heritage Foundation, 1988
bulletMadelung, W.: – Religious and Ethnic Movements in Medieval Islam, Ashgate Publishing, 1992
bulletMadelung, W.: – The Succession to Muhammad, Cambridge University Press, 1997
bulletMadelung, W. and Walker, P.: – An Ismaili Heresiography: The ‚Bāb al-Shayṭān‘ from Abū Tammāms‘ Kitāb al-shajara, Leiden, 1998
bulletMadelung, W. and Walker, P.: – The Advent of the Fatimids: A Contemporary Shi’i Witness. An Edition and English Translation of Ibn al-Haytham’s Kitab al-Munazarat, by Wilferd Madelung and Paul E. Walker. I.B. Tauris, London, 2000
bulletMadelung, W.: – Der Imam al-Qasim ibn Ibrahim und die Glaubenslehre der Zaiditen, Walter De Gruyter Incorporated, 1966

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