Menemen Ereignis
Menmen Ereignis, Kubilay Ereignis

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arabisch:
persisch:
englisch: Menemen Incident

Foto: Mustafa Fehmi Kubilay

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Das Menemen-Ereignis oder Kubilay-Ereignis ist ein am 23. Dezember 1930 in Menemen erfolgter blutiger Aufstand, bei dem der Lehrers Mustafa Fehmi Kubilay sowie die Wachen Hasan und Şevki, die ihm zu Hilfe kamen, getötet worden sind.

Der Aufstand wurde geleitet von einer Person namens Mehmet, der sich zuvor zum Mahdi erklärt hat. Im Anschluss an die Ereignisse wurde in der Region das Kriegsrecht ausgerufen, die Täter gefasst und die Haupttäter zum Tode verurteilt.

Die Schilderungen zum Ablauf behaupten, dass am Morgen des 23. Dezember 1930 sechs Männer von Manisa nach Menemen gekommen sein sollen, wovon vier bewaffnet waren. Sie sollen angeblich Anhänger eines Ordens [tariqa] gewesen sein, die sich gegen den Laizismus zur Wehr setzten. Angeblich sollen sie unter einer grünen Flagge immer mehr Menschen um sich versammelt haben. Eine Person namens Mehmet stellte sich der Gemeinde als Mahdi vor und sagte, dass sie gekommen seien, um die Religion zu schützen und drohte allen, die sie nicht unterstützen, die Todesstrafe an.

Als die Ereignisse in der Militäreinheit des Bezirks bekannt wurden, schickte der Regimentskommandeur den Reserveoffizier Mustafa Fehmi Kubilay mit einer Gruppe Soldaten zum Tatort. Mustafa Fehmi Kubilay ging zu den Aktivisten und versuchte zur Aufgabe zu überreden. Einer der bewaffneten Aktivisten schoss auf Kubilay und verletzte ihn. Es kam zum Feuergefecht. Kubilay verschanzte sich im Innenhof der Moschee doch Mehmet verfolgte ihn und köpfte ihn eigenhändig mit einem Messer.

Sie banden den abgetrennten Kopf mit einem Seil am Fahnenmast fest. Wächter, die versuchten die Schändung des Leichnams zu verhindern, wurden ebenfalls erschossen. Am Tatort eintreffende Verstärkung richtete ein Blutbad an und nahm zahlreiche Aufständische fest.

Vier Tage später, am 27. Dezember 1930, fand im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) unter dem Vorsitz von Mustafa Kemal Atatürk eine Sitzung zum Thema statt, worauf aufbauen ein Kondolenztelegramm am 28. Dezember 1930 an die Armee gerichtet wurde. Die Stimmung wurde ausgenutzt, um noch intensiver gegen den Islam in der Öffentlichkeit vorzugehen.

Unter dem Kommando von Fahrettin Altay wurde ab dem 1. Januar 1931 für einen Monat das Kriegsrecht ausgerufen und unter dem Vorsitz von General Mustafa Muğlalı, dem stellvertretenden Kommandeur des 1. Korps, ein Kriegsgericht eingerichtet. 105 Personen, die direkt oder indirekt an dem Vorfall beteiligt waren wurden des Hochverrats angeklagt. Am 24. Januar 1931 wurde die Anklageschrift verlesen, und am 29. Januar entschied das Gericht, dass 36 Personen (eigentlich 37, aber darunter ein bereits verstorbener Angeklagter) zum Tode verurteilt werden sollten. 41 Personen wurden zu verschiedenen Haftstrafen verurteilt. Da sechs der zum Tode Verurteilten minderjährig waren, wurden ihre Strafen in schwere Haftstrafen umgewandelt. Auch zwei Todesurteilen wurden später in zwei Jahre Gefängnis um.

Die restlichen 28 zum Tode verurteilten Häftlinge wurden in der Nacht des 3. Februar 1931 in Menemen hingerichtet.

Das Kriegsrecht wurde am 28. Februar 1931 in Manisa und Balıkesir und am 8. März 1931 in Menemen wieder aufgehoben.

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