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Mevlana Kütschük Hüseyin Efendi (Mevlânâ Küçük Hüseyin Efendi)
war ein bedeutender Scheich des
Naqschibandi-Ordens des späten
Osmanischen Reichs und der frühen Republikzeit.
Sein eigentlicher Name war Hüseyin Hüsnü Efendi; „Küçük
Hüseyin“ (Kleiner Hüseyin) war ein Beiname, offenbar wegen
seiner geringen Körpergröße. Als Geburtsjahr wird oft 1832
n.Chr. angegeben. Er soll in
Ankara geboren sein.
Nach dem Tod seines Vaters ging er nach
Istanbul und arbeitete zunächst als Lehrling bei einem
Sattlermeister des
Mevlevi-Ordens.
1859 schloss er sich dem
Naqschibandi-Hâlidî-Scheich Hacı Feyzullah Efendi an. Nach
dessen Tod folgten
Mehmed Nuri Edirnevi und anschließend Hasan
Visâlî Efendi als seine spirituellen Lehrer. Nach dem Tod
Hasan Visâlîs 1902 übernahm Küçük Hüseyin selbst die Aufgabe
des
Murschid.
Sein Zentrum befand sich nicht in Kocamustafapaşa. Dort
nutzte er die Nûh Efendi Medresesi als spirituellen
Versammlungsort. Seine Zusammenkünfte galten insofern
bemerkenswert, als auch Menschen teilnehmen konnten, die ihm
nicht formell als
Murid
verbunden waren. Hüseyin Vassâf berichtet, dass er 1924
bereits 23 Halifen hatte, also autorisierte Schüler, die seine
geistliche Linie weitergeben durften.
Zu seinen bekannten Anhängern bzw. Menschen aus seinem
geistlichen Umfeld gehörten
Feldmarschall Fevzi Tschakmak (Çakmak) und der Komponist
Abdülkadir Töre. In Darstellungen zur Istanbuler
Sufi-Geschichte wird
Fevzi Tschakmak (Çakmak) ausdrücklich als sein
Murid
bezeichnet.
Küçük Hüseyin Efendi starb am 14. März 1930, laut TDV im
Alter von 98 Jahren. Er wurde im Gümüşsuyu Mezarlığı am
Pierre-Loti-Hügel neben seinem zweiten Scheich Mehmed Nûri
Efendi beigesetzt. Dieser Bereich ist als „Nakşî Tarlası“
bekannt. Sein Grab ist mit Gittern eingezäunt.


Fotos Y.Özoguz (2026 n.Chr.)