Muhammad ibn Hasan
  Muhammad ibn al-Hasan al-Saruri

Aussprache:
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??? - ??? n.d.H.
??? - ???7 n.Chr.

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Muhammad ibn al-Hasan al-Saruri ist eine Person, die im Buch "Die Großen Sünden" von Ayatollah Dastaghaib Schirazi als ein Beispiel genannt wird, warum man die Hoffnung nie aufgeben soll.

Ayatollah Dastaghaib Schirazi wiederum zitiert aus "Al-Faradsch bad as-Sidda" (Auf Leid folgt Erlösung), das vermutlich von Ibn Abi al-Dunya stammt. Es bleibt unklar, ob es sich um eine tatsächliche Gegebenheit handelt oder um eine Legende.

Demnach soll Muhammad ibn al-Hasan al-Saruri erzählt haben:

"Mein Vater berichtete mir von einem Mann, der die Pilgerfahrt vollziehen wollte. Er besaß einen Beutel, in dem sich Dinare und Edelsteine im Gesamtwert von 3000 Dinar befanden. Um den Beutel war ein schwarzes Kleidungsstück aus Seide gewickelt. Nachdem er eine gewisse Strecke hinter sich gelassen hatte, machte er halt, um zu urinieren, doch währenddessen loste sich der Beutel von seinen Kleidern und fiel zu Boden. Er bemerkte es allerdings erst, als er bereits einige Farsah zurückgelegt hatte. Zufällig machte ein anderer Mann an genau jenem Ort halt, um zu urinieren. Er fond den Beutel, nahm ihn mit und bewahrte ihn.

Der Mann, der seinen Beutel verlor, kam aus unserer Stadt. Er sagte zu mir: ,Der Verlust des Beutels verletzte mein Herz nicht, denn ich hatte ihn Allah überlassen! Ich befand mich auf dem Wege Allahs, des Erhobenen, außerdem war mein Handel gewinnbringend und mein Vermögen groß. Er berichtete weiter: ,Als ich meine Pilgerfahrt beendete und zurückkehrte, wurde ich von aufeinander folgenden Prüfungen heimgesucht, bis ich schließlich nichts mehr besoß Ich verließ daraufhin unmittelbar meine Stadt. Noch einigen Jahren in Armut war ich gezwungen am Weg zu betteln, gemeinsam mit meiner Frau. In jener Nacht waren eineinhalb Silbermünzen alles, was ich noch besaß. Es war eine regnerische Nacht, so nahm ich in einer Ortschaft Zuflucht, in einem beschädigten Haus. Plötzlich setzten die Wehen meiner Frau ein und überwältigten sie, so dass sie gebar. Sie sagte hierauf zu mir: ,Das Schwächegefühl bringt mich um! Geh raus und bringe mir etwas, was mich stärkt!' Ich ging daraufhin aus dem Haus, hinaus in die Finsternis und den Regen, bis ich bei einem Bauern ankam. Ich klopfte so lange on seine Tür, bis er noch einer Weile mit mir sprach. Ich erzählte ihm, was mir widerfahren ist. Da empfand er Mitleid und wärmte Milch und Öl auf und übergab mir beides, zudem lieh er mir ein Gefäß, um beides darin aufzubewahren. Ich mochte mich dann auf den Rückweg, doch als ich eine gewisse Strecke zurücklegte und mich dem Haus näherte, stolperte ich. Das führte dazu, dass dos Gefäß zerbrach und alles was sich darin befand, auslief In diesem Moment ging etwas in meinem Herzen vor, was ich nie zuvor empfand! Ich weinte, schlug mich und schrie! Als ich do so war, streckte ein Mann plötzlich seinen Kopf aus dem Fenster seines Hauses und sagte: ,Wehe dir! Was lässt dich derart weinen, dass du uns den Schlaf raubst?' Da erzählte ich ihm, was geschehen war und er sagte: ,All die Tränen wegen eineinhalb Silbermünzen?' Als ich das horte, überfiel mich eine noch größere Trauer. Ich sagte zu ihm: ,Das was ich verloren habe, hat für mich keinen Wert! Ich weine vielmehr wegen des Zustandes meiner Frau und wegen dem, was mir selbst widerfährt! Meine Frau und mein Kind sterben in diesem Moment den Hungertod! Bei Allah, dem Hohen, dem Höchsten, ich habe im Jahre soundso, als sehr reicher Mann, die Pilgerfahrt vollzogen. Auf dem Weg verlor ich einen Beutel, in dem Dinare und Edelsteine im Wert von 3000 Dinar waren, doch das bedeutete mir nichts. Nun aber meinst du, dass ich wegen eineinhalb Silbermünzen weine! Ich erbitte von Allah Unversehrtheit und rate dir, mich nicht zu tadeln, damit dir nicht das gleiche Unglück widerfährt!' Daraufhin sagte er: ,Beim Rechte Gottes , was waren die Merkmale deines Beutels?' Ich schlug mir auf die Brust und sagte: ,Was nützt mir deine Nachfrage, wo du doch siehst, dass ich mich anstrenge und im Regen stehe? Willst du dich obendrein noch über mich lustig machen? Worin liegt der Nutzen darin, dass ich dir von den Merkmalen meines Beutels berichte, welchen ich seit so und so vielen Jahren verlor?'

Als er das hörte, trat er aus seinem Haus und rief ,Beschreibe mir deinen Beutel!' und hielt mich fest. Ich sah keinen Ausweg mehr, so beschrieb ich ihm den Beutel. Er sagte dann zu mir: ,Trete hinein!', und ich trat ich ein. Er fragte mich: ,Wo ist deine Frau?' Ich antwortete: ,Sie ist in diesem und jenem Haus.' Daraufhin beauftragte er seine Bediensteten, welche sie holten und zu den Frauen brachten. Dort kümmerten diese sich um sie und speisten sie mit all dem, was sie wünschte. Mir wurden ein Umhang, ein Hemd, ein Turban und eine Hose gebracht. Im Anschluss daran wurde ich zum Bad gebracht. Dort genoss ich das Bad und den Zustand der Zufriedenheit. Er sagte zur mir: ,Verbringe einige Tage bei mir!', so blieb ich zehn Tage. Er gab mir jeden Tag zehn Dinar und ich wunderte mich über seine Großzügigkeit nach seiner anfänglichen Gleichgültigkeit. Als die Tage um waren, fragte er mich: ,Was pflegtest du zu tun?' Ich erwiderte: ,Ich war Händler!' Er sagte: ,Ich habe Ernteerträge vorzuweisen, daher gebe ich dir ein Startkapital, welches du für deinen Handel nutzen kannst, wenn du mich am Gewinn beteiligst.' Ich sagte zustimmend: ,Tu das!' Daraufhin gab er mir 200 Dinar und sagte: ,Nimm das und handle vor Ort!' Nach einigen Monaten erzielten wir Gewinn, daher nahm ich, was mir zustand und übergab ihm seinen Anteil. Er sagte daraufhin zu mir: ,Setz dich!', so setzte ich mich. In diesem Moment zeigte er mir meinen Beutel! Als ich diesen sah, wurde mir schwarz vor Augen und ich fiel in Ohnmacht. Nach nicht weniger als einer Stunde war ich wieder Herr meiner Sinne und sagte: ,Bist du ein Engel oder ein Prophet?' Er sagte: ,Ich wurde mit des Beutels Aufbewahrung seit diesem und jenem Jahr geprüft! Als ich in jener Nacht hörte, was du sagtest und sah, dass du die Merkmale beschreiben konntest, nach denen ich dich gefragt hatte, da wollte ich dir den Beutel noch vor Ort geben, doch ich fürchtete, dass dich die Situation überfordert. Deshalb entschied ich, dir zunächst die Dinare zu geben und dich in dem Glauben zu lassen, sie seien ein Geschenk, doch es waren in Wahrheit die Dinare aus deinem Beutel. Die 200 Dinar, die ich dir gab, waren hingegen ein Kredit, so nimm nun deinen Beutel und sprich mich davon frei!' Ich dankte ihm, betete für ihn und übergab ihm seine Dinare. Im Anschluss kehrte ich in meine Heimat zurück. Ich verkaufte die Edelsteine und fügte den Erlos meinem Kapital hinzu und handelte. Nach nur zwei Jahren war ich im Besitz von 10.000 Dinar und es ging mir so gut wie zuvor. Ich lebe seit diesem Zeitpunkt bis jetzt, durch die Güte Allahs, von diesen Dinaren."

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