Nezihe Muhiddin
Nezihe Muhiddin

Aussprache: naziyhah muyiyddiyn
arabisch:
نزيهة محيي الدين
persisch:
نزيهة محيي الدين
englisch: 
Nezihe Muhittin

1889 - 10.2.1958 n.Chr.

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Nezihe Muhiddin war eine herausragende türkische Aktivistin, Schriftstellerin, Journalistin und Pionierin der Frauenrechtsbewegung, sowohl im Osmanischens Reich als auch in der frühen türkischen Republik.

Ihr voller Name ist Nezihe Muhiddin Tepedelenligil und sie wird zuweilen auch Muhittin geschrieben. Sie ist 1889 im Stadtteil Kandilli in Istanbul als Tochter des Staatsanwalts und Richters Muhiddin Bey und Zehra Hanım geboren.

Sie wurde durch Privatunterricht ausgebildet und beherrschte Arabisch, Persisch, Deutsch und Französisch. Mit ihrem Wissen wurde sie Lehrerin und Schulleiterin an diversen weiblichen Bildungseinrichtungen, z.B. ab 1909 İttihat ve Terakki Kız Sanayi Mektebi. Gleichzeitig war sie journalistisch tätig in Zeitungen wie Sabah und İkdam und thematisierte Soziologie, Pädagogik und Psychologie. Sie war Mitglied und Generalsekretärin des Osmanlı Türk Hanımları Esirgeme Derneği und Mitgründerin der Frauenabteilung der Donanma Cemiyet. Bereits 1923 initiierte sie die Gründung der Kadınlar Halk Fırkası (Frauen-Volkspartei), die Vorläuferin der republikanischen Feminarbeit war, jedoch von der Regierung nicht offiziell anerkannt wurde. Stattdessen gründete sie 1924  die Türk Kadınlar Birliği (Türkische Frauenunion) und war deren Vorsitzende bis 1927. Gleichzeitig erschien ihr Magazin Kadın Yolu (ab 1925), das Frauenrechte geistig und gesellschaftlich propagierte.

Sie ist Autorin von über 20 Romanen (u.a. Şebâb‑ı Tebah von 1911) und etwa 300 Kurzgeschichten. Dazu hat sie Theaterstücke, Operettenskripte und Drehbücher verfasst. In ihren Werken thematisierte sie vor allem Ehe, Frauenrolle und Gleichberechtigung. Aufgrund ihres unnachgiebigen politischen Engagements geriet sie zunehmend in Konflikt mit dem Einparteien-System, wurde 1927 als Vorsitzende verdrängt und aus der Frauenunion ausgeschlossen. Danach wurde ihre Bewegung systematisch unterdrückt. Ihre Veröffentlichungen wurden nach und nach zensiert oder ignoriert. Sie verstarb am 10. Februar 1958 in einer psychiatrischen Klinik in Istanbul, verarmt und weitgehend vergessen, obwohl ihre Werke und ihr Kampf später wiederentdeckt wurden.

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