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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Nezihe Muhiddin war eine herausragende türkische Aktivistin,
Schriftstellerin, Journalistin und Pionierin der
Frauenrechtsbewegung, sowohl im
Osmanischens Reich als auch in der frühen türkischen
Republik.
Ihr voller Name ist Nezihe Muhiddin Tepedelenligil und sie
wird zuweilen auch Muhittin geschrieben. Sie ist 1889 im
Stadtteil Kandilli in
Istanbul als Tochter des Staatsanwalts und Richters
Muhiddin Bey und Zehra Hanım geboren.
Sie wurde durch Privatunterricht ausgebildet und
beherrschte
Arabisch,
Persisch, Deutsch und Französisch. Mit ihrem Wissen wurde
sie Lehrerin und Schulleiterin an diversen weiblichen
Bildungseinrichtungen, z.B. ab 1909 İttihat ve Terakki Kız
Sanayi Mektebi. Gleichzeitig war sie journalistisch tätig in
Zeitungen wie Sabah und İkdam und thematisierte Soziologie,
Pädagogik und Psychologie. Sie war Mitglied und
Generalsekretärin des Osmanlı Türk Hanımları Esirgeme Derneği
und Mitgründerin der Frauenabteilung der Donanma Cemiyet.
Bereits 1923 initiierte sie die Gründung der Kadınlar Halk
Fırkası (Frauen-Volkspartei), die Vorläuferin der
republikanischen Feminarbeit war, jedoch von der Regierung
nicht offiziell anerkannt wurde. Stattdessen gründete sie 1924
die Türk Kadınlar Birliği (Türkische Frauenunion) und war
deren Vorsitzende bis 1927. Gleichzeitig erschien ihr Magazin
Kadın Yolu (ab 1925), das Frauenrechte geistig und
gesellschaftlich propagierte.
Sie ist Autorin von über 20 Romanen (u.a. Şebâb‑ı Tebah von
1911) und etwa 300 Kurzgeschichten. Dazu hat sie
Theaterstücke, Operettenskripte und Drehbücher verfasst. In
ihren Werken thematisierte sie vor allem Ehe, Frauenrolle und
Gleichberechtigung. Aufgrund ihres unnachgiebigen politischen
Engagements geriet sie zunehmend in Konflikt mit dem
Einparteien-System, wurde 1927 als Vorsitzende verdrängt und
aus der Frauenunion ausgeschlossen. Danach wurde ihre Bewegung
systematisch unterdrückt. Ihre Veröffentlichungen wurden nach
und nach zensiert oder ignoriert. Sie verstarb am 10. Februar
1958 in einer psychiatrischen Klinik in
Istanbul, verarmt und weitgehend vergessen, obwohl ihre
Werke und ihr Kampf später wiederentdeckt wurden.