Rudoalf Nadolny
Rudolf Nadolny

Aussprache: yusuf an-nabhani
arabisch: يوسف
النبهاني
persisch:
یوسف نبهانی
englisch:
Yusuf an-Nabhani

12.7.1873 - 18.5.1953 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Rudolf Nadolny war ein deutscher Diplomat, der in muslimischen Ländern gewirkt hat.

Er ist am 12. Juli 1873 in Groß Stürlack, Kreis Lötzen, in Ostpreußen als Sohn des Gutsbesitzers August Nadolny und seiner Ehefrau Agnes geboren. Er heiratete 1905 Änny Matthiessen (1882–1977), die Tochter eines Berliner Kaufmanns.

Nadolny absolvierte 1892 das Abitur in Lötzen und diente anschließend er als Einjährig-Freiwilliger beim Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ Danach studierte er Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. Nach seinem Examen im Herbst 1896 war er Referendar am Amtsgericht der Kleinstadt Rhein und arbeitete ab 1901 als Richter in Königsberg. Im April 1902 wurde er ins Auswärtige Amt in Berlin berufen. Sein erster Einsatz war 1903 als  als Vizekonsul im Generalkonsulat in Sankt Petersburg. Zwischen 1912 und 1914 übernahm er diplomatische Aufträge im Iran, in Bosnien und Albanien.

Beim Beginn des Ersten Weltkriegs melde er sich freiwillig zum Militär. Im Herbst 1914 wurde er in die Nachrichtenabteilung des Stellvertretenden Generalstabs einberufen und dort im Frühjahr 1915 zum Chef der neu gegründeten Sektion Politik des Generalstabes des Feldheeres ernannt. Zu den Aufgaben seiner Abteilung gehörte es, in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt und der Nachrichtenstelle für den Orient.

Im Juli 1916 wurde Nadolny vom Auswärtigen Amt als Geschäftsträger nach Kermanschah im Iran geschickt, wo er die Gesandtschaft leitete. Dort befand sich eine vom Deutschen Reich unterstützte „provisorische persische Regierung“ unter Führung von Reza Qoli Khan Nezam al Saltaneh. Nadolny sollte mit seinen Aktivitäten die Unabhängigkeit des Iran sichern, das im Ersten Weltkrieg von russischen und britischen Truppen besetzt worden war. Nadolny organisierte die finanzielle und militärische Unterstützung der Persischen Gendarmerie unter Führung von Oberst Pesyan sowie die finanzielle Unterstützung von Wilhelm Wassmuss, der im Süden des Landes eine Widerstandsbewegung gegen die britischen Truppen aufgebaut hatte. Nach der Niederlage der osmanischen Truppen gegen britische Verbände in der Schlacht um Bagdad am 11. März 1917 hat die deutsche Gesandtschaft aufgegeben und der Widerstand des Iran gegen die russischen und britischen Besatzer brach zusammen.

Zurück in Berlin war Nadolny unter anderem bei den folgenden Friedensverhandlungen mit den Bolschewiken, die mit dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk endeten, Teil der Verhandlungsdelegation.

Von 1924 bis 1933 war Nadolny Botschafter in der Türkei. Er war mit der sowjetfeindlichen Außenpolitik der nationalsozialistischen Regierung nicht einverstanden, was dazu führte, dass er seine Posten aufgab. Er zog sich zurück in die Landwirtschaft auf Gut Briesen (Kreis Templin) in der Uckermark und auf dem Obstgut Katharinenhof bei Gransee (Kreis Ruppin). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Nadolny für die nationale Einheit Deutschlands.

Er starb am 18. Mai 1953 im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath.

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