Nigar bint Osman
Nigar bint Osman

Aussprache: nikaar bint uthmaan
arabisch:
نِكار بنت عُثْمَان
persisch:
نگار بنت عثمان
englisch:
Nigar bint Osman

1856 - 1.4.1918 n.Chr.

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Nigar bint Osman auch Nigar Hanim gilt als die letzte Hofdichterin der Osmanen. Dabei wählte sie entgegen der in ihrer Zeit üblichen Abkehr von der klassischen Dichtung die Diwandichtung in Form und Sprache.

Nigar bint Osman entstammt einer ungarischen Familie. Sie ist 1856 in Istanbul geboren. Ihr Vater war Macar (der Ungar) Osman Pascha, ihre Mutter: Emine Rıfati.

Sie sprach sieben Sprachen (Französisch, Rumänisch, Griechisch, Deutsch, Arabisch, Persisch und Ungarisch) und spielte in jungen Jahren Klavier. Sie besuchte die Schule Kadıköy Fransız Mektebi und erhielt später Privatunterricht.

Sie begann mit klassischer Divan-Poesie, ging später neue (westlich beeinflusste) Stilrichtungen – geprägt von Recaizade Mahmut Ekrem u.a. – ein. Sie schrieb gefühlvolle, feminine Gedichte mit moderner Ausdruckskraft. Sie veröffentlichte ihre Gedichte unter anderem bei der legendären Zeitschrift Servet-i Fünun, unter dem Pseudonym Uryan Kalb. Ihre Dichtung stand im Zeichen ihres unglücklichen Lebens, das sie in einer ansprechenden Autobiographie geschildert hat. Ein Teil dieser Autobiographie erschien - nicht ganz entsprechend ihrer letzten Verfügung, die erst fünfzig Jahre nach ihrem Tod dies erlaubt hätte - 1959, von einem ihrer drei Söhne für den Druck vorbereitet, und bietet einen Einblick in das Leben einer weltgewandten, klassisch gebildeten Frau am Ende des Osmanischen Reichs.

Zu ihre Veröffentlichungen zählen:

bulletEfsûs (zweiteilig; ca. 1886/1890)
bulletNîrân (1896)
bulletAks‑i Sedâ (1899)
bulletSafahât‑ı Kalb (1901, Briefromane)
bulletSpäter Elhân‑ı Vatan (1916) mit patriotischen Gedichten

Sie schrieb auch Theaterstücke (Tesir‑i Aşk, Girive) und führte Übersetzungen sowie journalistische Beiträge durch.

Sie eröffnete den ersten europäisch geprägten literarischen Salon in Istanbul, den „Salon von Nigâr“. Aab 1902 organisierte sie in ihrem Haus wöchentliche literarische Treffen in Nişantaşı mit führenden Intellektuellen und Künstlern ihrer Zeit. Sie wurde Chefredakteurin der Zeitschrift Kadınlık („Weiblichkeit“, 1914) und setzte sich für die gesellschaftliche Anerkennung der Frau ein.

Von Sultan Abdülhamid II.  erhielt sie den Šefkat‑Nişanı (Orden der Barmherzigkeit), als Würdigung ihrer kulturellen Leistungen. Sie zählt zu den wichtigsten poetischen Stimmen nach der Tanzimat‑Reformzeit.

Sie war früh verheiratet und wurde Mutter von drei Söhnen. Sie blieb unglücklich in der Eheund ließ sich mehrmals scheiden. Ihr literarischer Erfolg und ihre Kinder bestimmten maßgeblich ihr Leben.

Sie starb am 1. April 1918 in Istanbul vermutlich an den Folgen einer Krankheit. Sie hinterließ Tagebücher und Memoiren, die später veröffentlicht wurden.

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