Osman-Koran
Osman-Koran

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Foto: Muyiy Mubarak Madrasa

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Der so genannte Osman-Koran ist eine Abschrift des Heiligen Qur'an, die zu den ältesten erhaltenen Abschriften der Welt gehört und in Taschkent ausgestellt ist.

Das Manuskript ist unter sehr vielen verschiedenen Namen bekannt: Taschkent Quran, Uthman Quran, Samarkand Codex, Samarkand Manuskript, Samarkand-Handschrift.

Das in Kufische Schrift verfasste Manuskript soll je nach Quelle zwischen dem 7. und 9. Jh. n.Chr. verfasst worden sein. Sie ist ausgestellt in der Muyiy Mubarak Madrasa.

Gemäß der lokalen usbekischen Tradition soll das Manuskript dem dritten Kalifen Uthman ibn Affan gehört haben.

Basierend auf orthographischen und paläographischen Studien wird allerdings vermutet, dass das Manuskript wahrscheinlich aus dem 8. oder 9. Jh. n.Chr. stammt. Eine Radio-Kohlenstoff-Datierung ergab eine Wahrscheinlichkeit von 95,4% für ein Datum zwischen 765 und 855 n.Chr. Mindestens eines der Blätter eines anderen Manuskripts (das in der religiösen Verwaltung der Muslime in Taschkent aufbewahrt wurde) wurde jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zwischen 595 und 855 n. Chr. Datiert.

Die Legende besagt, dass Tamerlan (Timur Lenk) das Manuskript in Kufa erobert hat, wohin es zuvor von Imam Ali (a.) gebracht worden sein soll. Tamerlan soll die Abschrift dann in seine damalige Hauptstadt Samarkand gebracht haben. Eine andere Legende besagt, dass der turkmenische Sufi-Meiste Chodscha Ahrar das Buch nach Samarkand gebracht habe. Er habe es als Geschenk eines Kalifen erhalten, den er geheilt habe.

Der Koran blieb vier Jahrhunderte lang in der ChoDscha Ahrar-Moschee von Samarkand, bis ihn 1869 der russische General Abramov von den Mullahs der Moschee kaufte und Konstantin von Kaufman, dem Generalgouverneur von Turkestan, übergab das Exemplar der Kaiserliche Bibliothek in Sankt Petersburg (heute Russische Nationalbibliothek). Das Buch zog die Aufmerksamkeit der Orientalisten auf sich. Im Jahr 1905 n.Chr. wurde in Sankt Petersburg eine Faksimile-Ausgabe veröffentlicht. Die 50 Exemplare wurden bald zu Raritäten. Die erste gründliche Beschreibung und Datierung der Handschrift erfolgte 1891 durch den russischen Orientalisten Shebunin.

Nach der Oktoberrevolution gab Wladimir Lenin in einem Akt des guten Willens das Original an die Muslime in Russland weiter. Nach wiederholten Appellen des Volkes der turkestanischen Sowjetrepublik wurde es 1924 n.Chr. nach Zentralasien zurückgebracht und in Taschkent aufbewahrt, wo er seitdem geblieben ist.

Das Gesamtmanuskript ist in der Muyiy Mubarak Madrasa ausgestellt, aber eine Seite aus der Sure Al-Anbiya soll im Metropolitan Museum of Art sein. Das Manuskript ist auch sonst unvollständig: Es beginnt in der Mitte von Vers 7 der zweiten Sure und endet in Sure 43:10. Das Manuskript hat zwischen acht und zwölf Zeilen auf jeder Seite. Der Text ist ohne Vokalisation, wie damals üblich. Die "Spannweite" des Buches beträgt etwa einen Meter. Die Schrift ist auf Pergament geschrieben.

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Auch im Museum gibt es einzigartige Beispiele von Korantexten, speziell sogenannte Kattalangar-Listen, die ein Buch darstellen, das in den Koran des Osman als einer der authentischen Texte aufgenommen werden sollte. Das Buch gehörte der Sufi-Gemeinschaft namens Ishkiya. Die Sammlung enthält auch kleine Bücher, so groß wie ein Drittel einer Palme! Die Muslime, die gezwungen wurden, ihren Glauben in fremden Ländern geheim zu halten, benutzten solche Bücher. All diese Bücher wurden auf eine delikate und meisterhafte Weise hergestellt. Alle Texte in den Büchern wurden definitiv von denen des authentischen Osmans Koran kopiert, die viele Jahrhunderte alt sind.

Das Museum selbst ist unglaublich. Die Heiligkeit dieses Ortes - der Geist der Weisheit und Erhabenheit des Orients kann im Museum besonders spürbar sein ...

Bevor man die Bibliothek betritt, sollte man seine Schuhe ausziehen, da die Bibliothek als heiliger Ort gilt. Der Boden draußen ist mit weichen Teppichen bedeckt; Die Bücher werden in kleinen Zellen unter dem Glas beleuchtet.

Im Museum kann man keine Bilder machen, was durchaus vernünftig ist, da dieser Ort, an dem man die Straßenhektik vergessen sollte, dazu bestimmt ist, für eine Weile allein zu bleiben und mit sich selbst zu sprechen.

Das sagte Boris Golender über Hast Imam: "Hast Imam erinnert sich an alles! Im Laufe der Zeit werden Konstruktionen ruiniert; Menschen und Ereignisse werden Dinge der Vergangenheit ... Nur Weisheit ist ewig, die ihren Weg in das 21. Jahrhundert durch diesen wiederbelebten Ort des alten Taschkent gefunden hat "

 

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