Paradies
Paradies [dschanna], Garten

Aussprache: dschanna
arabisch:
جنّة
persisch:
جنّت
englisch: Paradise, Garden

Bild: Der Garten Eden. Zeichnung von Mahmoud Farshchiyan, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Qoqnoos, Iranian Fames and Artist Work

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Das Paradies [dschanna] wird oft mit dem Begriff "Garten" übersetzt, wobei der Garten der Glückseligkeit im ewigen Leben gemeint ist.

Das Paradies gilt sowohl als ursprüngliche Heimat der Menschen als auch der angestrebte Zielort. Adam (a.) und in der Folge die gesamte Menschheit ist vom Paradies herabgesand [inzal] ins Diesseits, um hier in der von ALLAH gewährten Freiheit sich zu ALLAH bekennen oder ihn ablehnen zu können, wozu er im Paradies nicht in der Lage war. Bekennt er sich in dieser Freiheit zu ALLAH, so kehrt er ins Paradies zurück, hat eine erheblich höhere Daseinsstufe erreicht, so dass er die Genüsse des Paradieses viel intensivere genießen kann.

Das Paradies ist somit die höchste und beste Stufe des Himmels [samaa]. Das Paradies ist denjenigen gewidmet, die ein hohes Maß an Glauben haben und gute Werke vollbringen. Als hohe Stufe gilt dabei die Liebe. gemäß den Überlieferungen stammt sein Licht [nur] des Paradieses vom Licht [nur] Gottes, und die vier Flüsse des Himmels fließen von ihm ab. Als höchste Stufe des Paradieses gilt Firdaus, von dem das Wort Paradies abstammt. Im Paradies gibt es unter anderem einen Palast des Propheten Muhammad (s.) und seiner Ahl-ul-Bait (a.).

Paradies ist somit im Islam der Zustand, der die ewige Glückseligkeit beschreibt und Ziel der Schöpfung des Menschen ist, um Gottes grenzenlose Liebe zu empfangen. Im Heiligen Quran heißt es dazu unter anderem:

"Mit dem Paradies, das den Gottesfürchtigen versprochen ist, ist es wie folgt: Unter ihm fließen Bäche, und es hat ständigen Ernteertrag und Schatten. Das ist das, was im Jenseits für die Gottesehrfürchtigen folgt. Und was im Jenseits für die Ungläubigen folgt, ist das Feuer." (Heiliger Quran 13:35)

"Mit dem Paradies, das den Gottesfürchtigen versprochen ist, ist es wie folgt: Darin sind Bäche mit Wasser, das nicht faul ist, und Bäche mit Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche mit Wein, der genussvoll ist für die, die davon trinken, und Bäche mit gefiltertem Honig. Und sie haben darin allerlei Früchte und Vergebung von ihrem Herrn. (Sind diese etwa) denen gleich, die im Feuer ewig weilen und heißes Wasser zu trinken bekommen, das ihre Eingeweide zerreißt?" (47:15)

Während Einige solcherlei Verse im nahezu wörtlichen Sinn zu verstehen suchen, verweisen andere auf ein Sinnbild bzw. übertragenen Sinn eines Gleichnisses.

Es gibt sehr viele Beschreibungen des Paradieses im Heiligen Quran, die von den Gelehrten auch teilweise in Stufen der Vervollkommnung eingeteilt werden. Am häufigsten wird der Eigenname "Dschanna" verwendet, der übersetzt "Garten" heißen würde (u.a. 2:35). Der Begriff Firdaus gilt als eine der höchsten Stufen, wenn nicht gar die höchste überhaupt, in der sich die Propheten, die Ahl-ul-Bait (a.) und Märtyrer befinden, als Erben und Bevollmächtigte (vgl. 18:107 und 23:11). Das Paradies ist das Heim des ewigen Aufenthaltes (35:35), die Wohnstätte des Friedens (10:25), Wohnstätte des Jenseits (29:64). Auch der Begriff "Garten Eden" (9:72) kommt vor wie auch "Garten der Ewigkeit" (25:15), "Garten der Heimstätte" (53:15), Gärten der Wonne (5:65) sowie weitere Bezeichnungen.

Fürst der jungen Männer im Paradies sind gemäß zahlreicher Überlieferungen die beiden Männer Imam Hasan (a.) und Imam Husain (a.) und Fürstin der jungen Frauen ist Fatima (a.). Damit brachte Prophet Muhammad (s.) die unmittelbare Kopplung des Paradieses mit den Ahl-ul-Bait (a.) zum Ausdruck.

Das Paradies ist der Startpunkt menschlichen Daseins (2:35), wie auch eine Rückkehr und Bestimmung, wenn der Mensch das Ziel des Lebens verstanden hat, denn es ist ALLAH, der zum Paradies einlädt (2:221). Das Paradies ist der Ort, in dem der Mensch ursprünglich Freiheit und Erkenntnis angestrebt hat und genau aus diesem Grund das Paradies temporär verlassen musste (7:19 ff. und 20:117).

Die Dimension des Paradieses ist unendlich (3:133) wie auch die Möglichkeiten darin. Derjenige hingegen, der Götzen anbetet, hat keinen Zugang zum Paradies (5:72). Der Exklusivitätsanspruch von Juden oder Christen auf das Paradies wird abgelehnt (2:111).

Imam Ali (a.) hat gesagt: „Der Preis Eurer Seele ist nichts (Geringeres) als das Paradies, so verkauft sie nicht außer zu diesem Preis“.

Der deutsche Begriff "Paradies" ist ein persisches Lehnwort im Deutschen und entstammt dem Begriff Firdaus.

Das Paradies ist auch Gegenstand zahlreicher künstlerischer Darstellungen, wie unter anderem gemalt in manchen Zeichnung von Mahmoud Farshchiyan.

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