Ida Pfeiffer
Ida Pfeiffer

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14.10.1797 - 27.12.1858

Bild: 1856 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Ida Pfeiffer war eine österreichische Reiseschriftstellerin, die als erste europäische Frau das Innere der Insel Borneo durchquerte. Unter anderem hat sie das Buch "Reise einer Wienerin in das Heilige Land" (1844) mit vielen Eindrücken über Muslime geschrieben.

Sie ist am 14. Oktober 1797 als Ida Reyer als drittes Kind einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Wien geboren. Schon als Kind soll sie mit Vorliebe Reiseberichte gelesen haben. Sie verbrachte eine schwierige Kindheit, insbesondere nachdem ihr Vater gestorben war. Um den zerrütteten Verhältnissen im Haus zu entkommen, willigte sie 1820 in eine Vernunftehe mit einem 24 Jahre älteren Witwer Anwalt Mark Anton Pfeiffer aus Lemberg ein. Auch die neuen Umstände waren bedrückend, da der einstmals gut situierte Ehemann in große finanzielle Schwierigkeiten geriet. Ida übernahm die Erziehung der beiden gemeinsamen Söhne. Um zu überleben, arbeitete sie oft heimlich.

Die Erbschaft nach dem Tod ihrer Mutter 1837 erleichterte Ida Pfeiffer die Erziehung der Söhne. Als beide erwachsen waren konnte sie endlich ihrer bis dahin nur geträumten Reiselust nachkommen. Ihr Mann ist 1838 gestorben

Am 22. März 1842 im Alter von 44 Jahren verließ Ida Pfeiffer Wien zu ihrer ersten großen Reise. Sie gab vor, nur eine Freundin in Istanbul besuchen zu wollen, was bereits als Abenteuer galt. Ihr eigentliches Ziel aber war Palästina. Sie reiste über die Donau und das Schwarze Meer nach Istanbul, Beirut und Jerusalem. Zudem besuchte sie Damaskus, Baalbek, Alexandria und Kairo. Über das Meer ging es nach Italien und von dort zurück nach Österreich. Im Dezember 1842 kam sie in Wien an. Sie hatte ein Reisetagebuch geschrieben, für das sie einen Verleger fand. Es erschien 1843 anonym unter dem Titel Reise einer Wienerin in das Heilige Land und wurde ein großer Erfolg. Erst 1856, mit der vierten Auflage, erklärte sich Ida Pfeiffer als Autorin. Die Einnahmen ermöglichten es ihr, weitere Reisen zu finanzieren.

1845 folgte eine Reise nach Skandinavien und ab 1946 für zwei Jahre eine Weltreise. Zu den Stationen gehören unter anderem Singapur, Ceylon und Südindien. Im April 1848 reiste sie weiter in den Großraum Iran. Sie  besuchte Bagdad und Täbriz. Über Armenien und Georgien ging es zurück nach Istanbul und vor dort nach Hause, wo sie im November 1848 ankam. Die Aufzeichnungen dieser Reise erschienen unter dem Titel "Eine Frauenfahrt um die Welt" 1850 in drei Bänden.

Ihre zweite Weltreise (1851–1855) führe sie nach Südafrika, von dort nach Singapur und Indonesien. Ihr Weg durch das Innere Borneos gilt als erstmalig für eine Frau aus der Westlichen Welt. Sie war auch auf Sumatra. Reiste weiter nach Kalifornien und von dort über Ecuador und Peru und Panama. Wieder zurück in Nordamerika sah sie in New Orleans die Sklavenmärkte. Weiter über Chicago bereiste sie die Großen Seen und die Niagarafälle. Nach Aufenthalten in New York und Boston ging die Schiffsreise im November 1854 nach London wieder europäischen Boden. 1856 ließ sie die vier Bände ihrer Reisebeschreibung veröffentlichen unter dem Titel "Meine zweite Weltreise".

Im Jahr 1856 brach sie dann nach Australien auf. Sie reiste mit dem Schiff über Mauritius und Madagaskar. Australien erreichte sie nicht, da Krankheiten sie zur Rückkehr zwangen. Im September 1858 kam sie in Wien an und starb am späten Abend des 27. Oktober 1858 an den Spätfolgen der Malaria, mit der sie sich Jahre zuvor auf Sumatra infiziert hatte. Die zwei Bände der Reise nach Madagaskar wurden 1861 postum von ihrem Sohn Oscar herausgegeben.

Ihre Schilderungen waren ein klarer Beleg für die damals bestehende Arroganz der Westlichen Welt gegenüber anderen Völkern und Kulturen. Während die Einheimischen jeweils die „Wilden“ waren, galten die eingedrungenen Kolonialisten als die „Zivilisierten“.

Im Naturhistorischen Museum Wiens gibt es zahlreiche Bestände von mitgebrachten Pflanzen, Käfern, Schmetterlingen, Krebsen, Fischen, Vögeln und Mineralien, die sie von ihren Reisen zurückgebracht hat. Sie traf Fürst Hermann von Pückler-Muskau sowie andere an ihren Reisen interessierte Personen wie Alexander von Humboldt. Die „Berliner Ethnographische Gesellschaft“ ernannte Ida Pfeiffer als erste Frau zum Ehrenmitglied. Auch die französische Geographische Gesellschaft nahm sie ehrenhalber auf. König Friedrich Wilhelm IV. verlieh ihr 1856 die „Goldene Medaille für Wissenschaft und Kunst“. 34 Jahre nach ihrem Tod erhielt Ida Pfeiffer ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 12). Zuvor hatte sie auf dem Sankt Marxer Friedhof gelegen. Im Jahr 2008 wurde in Wien-Landstraße (3. Bezirk) der Ida-Pfeiffer-Weg nach ihr benannt.

Zu ihren Werken mit Bezug zu Muslimen zählen unter anderem:

bulletEine Frauenfahrt um die Welt. Reise von Wien nach Brasilien, Chili, Otahaiti, China, Ost-Indien, Persien und Kleinasien. Carl Gerold, Wien 1850.
bulletReise in das Heilige Land. (Israel, Jerusalem)
bulletIda Pfeiffer, Gabriele Habinger (Hrsg.): Abenteuer Inselwelt. Die Reise 1851 durch Borneo, Sumatra und Java.

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