Fachri Qadduri
Dr. Fachri Qadduri

Aussprache: fachriy qadduriy
arabisch:
فخري ياسين قدوري
persisch:
فخري ياسين قدوري
englisch:
Fakhri Kaddori

??? - ??? n.d.H.
28.8.1932 - 25.11.2018 n.Chr.

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Dr. Fachri Yasin Qadduri (oder Fakhri Kaddori) war ein Gründungsmitglied der Baath-Partei im Irak, die als Schwesterpartei der Baath-Partei in Syrien gegründet worden ist.

Fachri Qadduri wurde am 28. August 1932 als fünftes von sieben Kindern in Bagdad geboren. Sein Vater Yasin Qadduri und seine Mutter Rafiqa entsammte Familien von ländlichen Grundbesitzern und Händlern. Sein Vater war Rechtsanwalt, hatte aber in den 1920er Jahren Agrarland erworben, das er von Bagdad aus verwaltete. Als Rechtsanwalt wurde er sehr berühmt durch die Verteidigung einiger spektakulärer Fälle gegen die britischen Besatzer. Dazu zählte die Verteidigung desjenigen, der Oberstleutnant Gerard Leachman getötet hatte.

Fachri Qadduri wuchs in der Zeit der Monarchie, das heißt in der frühen Formierungsphase des neu entstandenen Staates Irak auf. Damit erlebte er den Kolonialismus der Westlichen Welt. Damals kam als Gegenbewegung die Idee des Panarabismus auf, die Fachri Qadduri begeisterte. Er wollte einen eigenen arabischen Weg bei der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung der Region in die Moderne etablieren und die Erdölressourcen der Region der Ausbeutung durch die Westlichen Welt entziehen.

Bereits während seiner Schulzeit engagierte sich Fachri Qadduri politisch, wurde ein Jahr vor dem Abitur sogar für einige Zeit seiner Schule verwiesen, weil er sich bei einer verbotenen antiimperialistischen Demonstrationen beteiligt hatte.

Zu Beginn seines Studiums kam er Ende der 1940er Jahre in Bagdad in Kontakt mit der Gruppe syrischer Studenten, die das Programm von panarabischer Einheit, Freiheit und arabischem Sozialismus durch die Baath-Partei des Christen Michel Aflaq umsetzen wollten. Im Irak sollte eine Schwesterpartei entstehen. Fachri Qadduri schloss sich der Bewegung an. Einige Jahre später, im Jahr 1952, wurde er von der syrischen Parteileitung in Damaskus zum vierten Parteisekretär der neuen Partei ernannt. 1955 war die irakische Baath-Partei groß genug geworden, dass auf ihrem 1. Parteitag – er fand im Elternhaus Qadduris im Bagdader Stadtteil al-Azamiyya statt – das erste regionale Führungsgremium der Baath des Irak gegründet worden ist.

Nach Abschluss des Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Bagdad und den USA (State University of Iowa) folgte seine Promotion in Deutschland (Universität zu Köln) 1964. Er war viele Jahre mit einer Deutschen verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, die alle in Deutschland studiert haben.

Im Jahr 1968 wurde Fachri Qadduri im Anschluss an den Sturz Ministerpräsident Abd al-Rahman Arifs unter dem neuen Präsidenten Ahmad Hasan al-Bakr Wirtschaftsminister. Dieses Amt bekleidete er bis 1971. An den Verhandlungen ab Januar 1973 mit den ausländischen Anteilseignern der Iraq Petroleum Company zur Verstaatlichung von IPC wirkte Fachri Qadduri unter der Verhandlungsführung Saddam Husseins mit: Die ab 1. März 1973 in die irakische Staatskasse sprudelnden Erdöl-Einnahmen ermöglichten es Qadduri als Leiter des RKR-Wirtschaftsbüros und Mitglied des Planungsrates, im Rahmen der jährlichen sowie der 5-Jahres-Planungen Strategien für Aufbau und Modernisierung des Landes zu entwickeln, die alle maßgeblichen Bereiche umfassen sollte – Landwirtschaft, Industrialisierung, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Wohnungsbau.

Es waren dann zuerst eher Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation, bevor zunehmend auch Diskrepanzen bei inhaltlichen – wirtschaftlichen wie politischen – Fragen zwischen Fachri Qadduri und Saddam Hussein aufkamen, die die anfangs gute Zusammenarbeit zwischen beiden ab Mitte der 1970er Jahre immer mehr trübten. Der Wirtschaftsexperte Qadduri versuchte, sich so weit wie möglich von den Machtkämpfen in der Partei- wie in der Staatsführung (die weitgehend identisch waren) sowie von offenen Konfrontationen mit Saddam fernzuhalten. Letztendlich wechselte Qadduri von Bagdad aus nach Kairo und später nach Amman, wo er von 1978 bis 1983 den Posten des Generalsekretärs des Rates der Arabischen Wirtschaftsunion innehatte. Die zunehmenden Spannungen mit Saddam führten dazu, dass er nicht mehr nach Bagdad zurückkehrte, sondern 1983 mit seinen Kindern nach Deutschland emigrierte.

In Deutschland baute er sich eine neue berufliche Existenz auf . Er beriet deutsche Firmen in arabischen Ländern, schrieb Kommentare und Analysen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kultur für (hauptsächlich) arabische Zeitungen in Bonn, London, Paris, Dubai, Kuwait und Riad, wurde Chefredakteur einer in London erscheinenden Fachzeitschrift, arbeitete für das arabischsprachige Wirtschaftsmagazin der Deutschen Welle, wurde Mitglied des Schiedsausschusses der Deutsch-Arabischen sowie der Euro-Arabischen Handelskammern in Bonn bzw. Paris. Knapp 20 Jahre nach seiner Flucht aus dem Irak begann er mit dem Schreiben: Zuerst veröffentlichte er seine politischen und beruflichen Memoiren, dann die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in Bagdad, beide in arabischer Sprache.

Bis zu seinem Tod lebte Fakhri Kaddori in Köln. Er starb am 25.November 2018 im Alter von 86 Jahren und wurde auf dem Westfriedhof Köln beigesetzt.

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