Ayatollah Raisi
Ayatollah Sayyid Ibrahim Raisi

Aussprache: ibraahiym ra-iysiy
arabisch:
إبراهيم رئيسي
persisch:
سید ابراهیم رئیس‌السادات
englisch: Seyyed Ebrahim Raisi

1960 - 19.5.2024 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Ayatollah Dr. Sayyid Ibrahim Rais-ul-Sadati, bekannt als Ibrahim Raisi, war Imam Chamene'is persönlicher Vertreter beim Astane Qudse Radhawi und ab 2019 Obersten Richter der Islamischen Republik Iran. Ab 2021 war er bis zu seinem Dahinscheiden 8. Präsidenten der Islamischen Republik Iran.

Ibrahim Raisi wurde am 14. Dezember 1960 als Sohn einer Familie von Gelehrten [faqih] im Ortstei Noghan in Maschhad geboren. Sein Vater, der als Hudschat-ul-Islam Sayyid Hadschi bekannt war, starb, als Ibrahim fünf Jahre alt war. Ayatollah Ibrahim Raisis Mutter war Sayyida Ismat Chudadad Hussaini. Ayatollah Ibrahim Raisi stammt sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits von Imam Husain (a.) ab und ist somit ein Sayyid.

Ayatollah Ibrahim Raisi absolvierte seine Grundschulausbildung an der Dschavadiya Schule und begann seine theologische Ausbildung an der Nawab Schule und im Anschluss an der Ayatollah Mousavinejad Schule in Maschhad. 1975 besuchte er die theologische Lehranstalt in Qum, darunter die Lehreinrichtung von Großayatollah Boroudscherdi und Ayatollah Pasandideh. Hier begegnete er Imam Chomeini, der sein Lehrer wurde. Imam Chomeini erkannt frühzeitig das Talent seines Schülers und sollte ihn später mit verschiedenen Aufgaben betrauen. Zu weiteren Lehrern Ayatollah Raisis gehörten unter anderem Ayatollah Morteza Motahhari und Ayatollah Ali Akbar Mischkini. Sayyid Ibrahim Raisi erreichte durch seine Forschungen im Bereich der islamische Rechtswissenschaft und des islamischen Rechts [scharia] den höchsten Grad (Stufe 4) und verfasste zudem eine Doktorarbeit mit dem Titel „Prinzipkonflikt und Erscheinung in der Rechtswissenschaft und Gesetz".

Im Jahr 1981 wurde er zum Obersten Staatsanwalt von Karadsch ernannt und einige Monate später auch zum Obersten Staatsanwalt von Hamadan. Die damaligen Umständen haben dazu beigetragen, dass er zwischen diese zwei Städte pendelte. Im Jahr 1985 wurde er zum stellvertretenden Staatsanwalt von Teheran ernannt. Imam Chomeini betraute ihn immer wieder mit Sonderaufgaben. Auf diese Weise bekam Ayatollah Raisi von Imam Chomeini die Legitimation, Antworten auf islamische Rechtsfragen – explizit in Lorestan, Kermanschah, Semnan – zu geben.

Nach dem Dahinscheiden von Imam Chomeini wurde Ayatollah Raisi zum Staatsanwalt von Teheran ernannt. Er übte das Amt fünf Jahre lang von 1989 bis 1994 aus. 1994 wurde er zum Direktor des Generalinspektionshofs des Iran ernannt. In der Zeit 2004 bis 2014 war er Stellvertretende Oberste Richter der Islamischen Republik Iran unter Leitung von Sayid Mahmoud Haschemi Schahroudi.

Er wurde nach dem Ableben von Ayatollah Abbas Waizh Tabassi am 7.3.2016 durch Imam Chamenei zum Direktor der Astane Qudse Radhawi ernannt.

Ayatollah Raisi ist Mitglied des Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] als Vertreter von Süd-Chorasan. Er kandidierte sehr kurzfristig für die Präsidentschaftswahlen 2017 in der Islamischen Republik Iran und wurde zweiter. Ab 2017 war er Mitglied des Schlichtungsrats. Am 7.3.2019 ernannte Imam Chamenei ihn zum Obersten Richter der Islamischen Republik Iran. Für die Präsidentschaftswahlen 2021 kandidiert er erneut und wurde am 18.6.2021 zum 8. Präsidenten der Islamischen Republik Iran gewählt.

Imam Chamene'i bei der Ernennung von Ayatollah Rasisi zum Vertreter bei Astane Qudse Radhawi (7.3.2016).

Ayatollah Raisi war seit 1983 verheiratet mit Dschamila Alamulhuda, der Tochter der Vorbeters von Freitagsgebeten [salat-ul-dschuma] in Maschhad Ahmad Alamolhoda. Sie ist außerordentliche Professorin an der Schahid Beheschti Universität und Präsidentin des Institute of Fundamental Studies of Science and Technology der Universität. Das Ehepaar hat zwei Töchter.

Ayatollah Raisis war auf Sanktionslisten der USA und der Europäischen Union gelistet. Er war der erste Präsident der Islamischen Republik Iran, der bereits vor seiner Wahl auf Sanktionslisten der Westlichen Welt geführt wurde.

Am 19. Mai 2024 verstarb er bei einem tragischen Hubschrauberabsturz von Varzaqan 2024 auf der Rückkehr von eine Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten. Zusammen mit ihm verstarb auch der iranische Außenminister und weitere Staatsbedienstete. Er starb am Tag vor dem Geburtstag von Imam Ali Ridha (a.), dessen Stiftung er jahrelang gedient hatte. Als Kondolenzschreiben wurde am 20. Mai 2024 die Botschaft Imam Chameneis zu Raisis Dahinscheiden veröffentlicht.

Das Ritualgebet für Verstorbene für alle Verstorbenen des  Hubschrauberabsturz von Varzaqan 2024 wurde am 22. Mai 2024 in Teheran von Imam Chamenei geleitet. Ayatollah Raisi wurde am 23. Mai in Maschhad im Imam Ridha Mausoleum beigesetzt.

Links zum Thema

bullet Ayatollah Sayyid Ibrahim Raisi - Bildergalerie

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de