Refika-Legende
Refikas Geschichte

Aussprache: qißßa rafiyqa
arabisch:  
قصة رفيقة
persisch:
داستان رفیقه
englisch:
Refika’s Story

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Refikas Geschichte (Refika’nın Öyküsü) ist eine lokale Erzählung aus dem Dorf Adatepe, die vom Adatepe Olivenölmuseum (Adatepe Zeytinyağı Müzesi) und der gleichnamigen Olivenölmarke aufgegriffen wurde.

Nach der offiziellen Version soll Refika Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jh. n.Chr. als junge Rum-Griechin in Adatepe gelebt haben. Sie galt der Überlieferung zufolge als besonders schön, lebensfroh und beliebt bei der türkischen wie auch der griechisch-orthodoxen Bevölkerung. Sie soll bei Hochzeiten gesungen und getanzt und während der Olivenernte die Arbeiter mit ihren Liedern unterhalten haben.

Mit den Kriegen und den zunehmenden Spannungen zwischen Griechen und Türken änderte sich das Zusammenleben. In der offiziellen Erzählung heißt es, dass Refika schließlich zusammen mit anderen Griechen Adatepe verlassen und nach Griechenland gehen musste. Auch nach ihrem Weggang seien in der Gegend Lieder über sie gesungen worden.

Das heute bekannte Bild von Refika ist offenbar keine historisch eindeutig identifizierte Fotografie. Die Betreiber des Adatepe Olivenölmuseums (Adatepe Zeytinyağı Müzesi) berichten selbst, dass sie auf der griechischen Insel Chios nach Spuren Refikas gesucht haben, sie aber nicht fanden. In einem Antiquitätengeschäft entdeckten sie stattdessen das Bild einer jungen Frau, brachten es nach Adatepe und zeigten es älteren Dorfbewohnern. Diese hätten darauf emotional reagiert und gesagt, das sei Refika. Daraufhin wurde das Bild zum Markenzeichen von Adatepe-Olivenöl und ist auch mit dem Adatepe Olivenölmuseum verbunden.

Es gibt allerdings abweichende Varianten der Geschichte. In einem Interview schilderte ein Museumsvertreter beispielsweise eine dramatischere Version, in der Refikas Verlobter während des Krieges ums Leben kommt, Refika entführt wird, später mit einem griechischen Offizier fortgeht und Jahre danach zurückkehrt.

Für das Museum erfüllt Refika damit die Rolle einer Symbolfigur: Sie verbindet die Olivenkultur Adatepes, das frühere Zusammenleben griechischer und türkischer Bewohner und die Verlusterfahrungen des frühen 20. Jh. n.Chr.

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