Samura ibn Dschundab
  Samura ibn Dschundab

Aussprache:
arabisch:
سمرة بن جندب
persisch:
englisch: Samura ibn Jundab

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Samura ibn Dschundab war ein Zeitzeuge des Propheten Muhammad (s.) und gilt bei sunnitischen Muslimen als zuverlässiger Überlieferer [rawi] aus Medina.

Bei schiitischen Muslimen wird sein Wirken differenzierter eingestuft. In einer Anzahl von Überlieferungen heißt es, dass er Dattelpalmen besaß, und dass sein Weg dorthin durch das Haus eines Medinensers führte, wobei er ohne dessen Erlaubnis zu seinen Pflanzen zu gehen pflegte. Schließlich sagte ihm der Medinenser: „Oh Samura, du hörst nicht auf, uns in einem Zustand zu überraschen, in dem wir nicht überrascht zu werden wünschen; wenn du also unser Haus betreten willst, dann bitte um Erlaubnis!“ Er sprach: „Ich frage nicht um Erlaubnis auf dem Weg, der zu meinen Pflanzungen führt!“ Da beschwerte sich der Medinenser bei Prophet Muhammad (s.), und dieser ließ nach Samura schicken und sprach: „Der und der hat sich über dich beschwert, und behauptet, du trittst ohne Erlaubnis bei ihm und seiner Familie ein, bitte ihn also in Zukunft um Erlaubnis, wenn du sein Haus betreten willst!“ Sumara ibn Dschumbad sprach: „Oh Allahs Gesandter, soll ich etwa für den Zugang zu meinen Palmen um Erlaubnis bitten?!“ Darauf sagte der Prophet: „Lass ihn in Ruhe, du kannst als Ersatz Palmen an einem anderen Ort da und da bekommen!“ Sumara ibn Dschumbad sagte: „Nein!“ Dann bat Prophet Muhammad (s.), dass er den Baum an ihn verkaufen möge und bot ihm viel Geld, was dieser ablehnte. Dann bot Prophet Muhammad (s.) ihm einen Baum im Paradies [dschanna] zum Tausch an, was seinen Einzug ins Paradies [dschanna] bedeutet hätte.

Da sprach Prophet Muhammad (s.) zu ihm: „Du bist ein schändlicher Mann, und kein Schaden und keine Schädigung (ist zulässig) im Islam.“ Und auf Befehl des Propheten Muhammad (s.) wurden die Palmen ausgerissen und vor ihn hingeworfen (Siehe “Al-Kafi“ des “Thiqat al-Islam“ Muhammad ibn Yakub al-Kulaini, Band 5, Seite 294). Daraus entstand das Prinzip kein Schaden und keine Schädigung.

Samara blieb der uneinsichtige und feindselige Mann, der er war. Er ist der, der bekannt wurde für Habsucht, Heuchelei und Zwietracht-Säen. Auch nach dem Tode des Propheten setzte er mit seinen Dreistigkeiten fort und war ein heftiger Gegner Imam Alis (a.). Zu Zeiten der Herrschaft Muawiyas erlog er "Prophetenworte", zugunsten Ibn Muldschams, wofür er bezahlt wurde. So bezahlte Muawiya ihn dafür, dass er behauptet, die Worte des Verses 2:204 im Heiligen Qur'an, die einen streitsüchtigen Feind ALLAHs beschreiben, wären auf Imam Ali (a.) bezogen. Bei dem Geschehen zu Aschura unterstützte er eifrig Yazid ibn Muawiya und kam schließlich bei einem schweren Brand ums Leben.

Trotz all dieser Vergehen wird er in den Listen der Gefährten [sahaba] mit aufgeführt, weil er das Glaubensbekenntnis [schahada] abgelegt haben soll.

Muhammad Baqir al-Sadr bringt das Beispiel in seinem Werk "Unsere Wirtschaft" [iqtisaduna], um auf die mögliche Einschränkung der Nutzungsvollmacht eines Eigentümers hinzuweisen. Imam Chamene'i erwähnt das Beispiel im Buch Zweihundertfünfzig Jahre Mensch als Beispiel für dreiste Verfälschungen des Islam zur Zeit Muawiyas.

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