Sattar Chan
Sattar Chan

Aussprache: sattaar chaan
arabisch:
ستّارخان
persisch:
ستّارخان
englisch:
Sattar Khan

ca. 1868 - 1914 n.Chr.

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Sattar Chan mit dem Beinamen „Sardār-e Melli“ (Nationaler Sardar), war zusammen mit Baqir Chan eine der zentralen Führungsfiguren der iranischen Konstitutionellen Revolution zu Beginn des 20. Jh. n.Chr.

Er ist ca. 1868 n.Chr. in der Region Aserbaidschan geboren und wurde 1914 in Teheran ermordet.

Er galt als einer der bedeutenden militärischer Anführer der Konstitutionalisten und Symbol des bewaffneten Widerstands für Verfassung, Recht und nationale Souveränität. Iran befand sich unter den Qadscharen in einer tiefen Krise. Die absolutistische Monarchie war im Untergang.

Massive ausländische Einflussnahme, vor allem aus Russland und Großbritannien, untergruben die nationale Souveränität, die gekoppelt war an einen wirtschaftlichen Niedergang. Die fehlende Rechtsstaatlichkeit führte zur Willkür und damit zum zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung. Die Konstitutionelle Revolution (1905–1911) forderte eine Verfassung, ein Parlament und die Begrenzung der königlichen Macht.

Sattar Chan wurde in jener Zeit berühmt als militärischer Führer des Widerstands in Täbriz. Er organisierte die Verteidigung der Stadt gegen Truppen von Mohammad Ali Schah, der das Parlament bombardieren lassen hatte (1908). Täbriz wurde belagert und war von Hunger, Krankheit und militärischem Druck betroffen. Sattar Chan organisierte die Verteidigung und hielt die Stadt monatelang. Er galt als charismatischer Volksführer. Er sprach die Sprache der einfachen Leute und verkörperte Mut, Standhaftigkeit und Ehre. Deshalb wurde er im Volk als „Sardār-e Melli“ (Nationaler Sardar) gefeiert und zum Symbol der Revolution selbst.

Sattar Chan und Baqir Chan galten als Doppelgestalt der Revolution und Volkshelden. In der öffentlichen Wahrnehmung waren sie untrennbar.

Nach dem Sieg der Konstitutionalisten wurde Sattar Chan nach Teheran eingeladen. Dort verlangte die Regierung die Entwaffnung der revolutionären Milizen. Sattar Chan misstraute der politischen Elite und sah die Revolution als unvollendet an. So weigerte er sich zunächst, die Waffen niederzulegen. Daraufhin wurde auf Sattar Chan in Teheran ein Anschlag verübt, wobei er schwer verletzt wurde. Er starb 1914 an den Folgen seiner Verletzungen. Nach seinem Tod wurde er endgültig zum Nationalhelden und galt als Symbol für Widerstand gegen Tyrannei und Vertreter der nationalen Würde und Volkssouveränität.

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