Sayyid
Sayyid, Saiyid

Aussprache: sayyid
arabisch:
سيد
persisch:
سید
englisch: Sayyid

Sayyid ist der Titel der Nachkommen väterlicherseits von Imam Ali (a.) und Fatima (a.) und damit der Nachkommen des Propheten Muhammad (s.). In der weiblichen Form werden sie Sayyida genannt. Je nachdem, von welchem der Zwölf Imame ein Sayyid abhängt, hat er meistens einen entsprechenden Beinamen. So heißt z.B. Imam Chamene'i mit Beinamen "Hussaini", weil er von Imam Husain (a.) abstammt.

Sayyid bedeutet im Arabischen etwa "Herr", eine im übrigen Orient, insbesondere in Palistan vereinfachte Variante ist "Sidi" oder "Syed".

Da die Tradition der Bewahrung des Stammbaums insbesondere bei Schiiten üblich war, sind Sayyids vor allem im Irak und im Iran zahlreich.

Die besondere Würdigung der Sayyids geht auf das Segnungs-Bittgebet [salawat] zurück, dass im Speziellen zwar nur die Ahl-ul-Bait (a.) umfasst, aber in einer weitergehenden Form auf alle Nachkommen ausgeweitet wird.

Die Nachkommen einer Sayyida in weiblicher Linie werden in Pakistan und Indien Mirza (auch Mirsa) genannt. In jenen Ländern ist eine merkwürdige Vermischung des Islam mit dem Kastensystem des Hinduismus beobachtbar in dem Sayyidas das Heiraten mit Nicht-Sayyids verboten wird, was keinerlei islamische Basis hat.

In der Schia ist der Turban ein Ausdruck für Würdenträger bzw. Geistliche im Islam. Dabei sind weiße und schwarze Turbane verbreitet, wobei der schwarze Turban zumeist das Zeichen für den Sayyid ist und der weiße von allen anderen getragen wird.

Zuweilen wird ein besonderer Titel, in dem der Begriff "Sayyid" vorkommt und den Propheten Muhammad (s.) vergeben hat, mit "Fürst" übersetzt, wie bei: Zwei Fürsten der Jugend im Paradies. Die weibliche Form ist "Sayyida"  [سيدة], wie z.B. bei vielen Titeln Fatimas (a.); unter anderem Fürstin der Frauen der Welten. Wird der Titel Sayyida"  [سيدة] allein für eine bestimmte Person verwendet, ist fast immer Fatima (a.) gemeint.