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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Joseph Schranz ist ein österreichisch-maltäischen Maler, der
im
Osmanischen Reich insbesondere in
Istanbul tätig war.
Er wurde um 1803 n.Chr. geboren, vermutlich in Málaga
(Spanien) oder auf Malta, beides unter britischem Einfluss. Er
stammte aus einer künstlerischen Familie: Der Vater, Anton
Schranz, war ein bekannter Landschafts- und Marinemaler
deutscher Herkunft, der vor allem auf Malta und in Neapel
arbeitete. Die Brüder Antonio Schranz und Giovanni Schranz
waren ebenfalls Künstler.
Die Familie Schranz war Teil einer weit verzweigten
Künstlerdynastie, die sich auf die Darstellung von
Hafenstädten, Schiffen und mediterranen Szenerien
spezialisiert hatte.
Um 1832 ließ sich Joseph Schranz in
Istanbul nieder, der damaligen Hauptstadt des
Osmanischen Reichs. Dort wurde er vor allem für seine
Panoramen, Lithographien und Landschaftsdarstellungen bekannt.
Joseph Schranz gilt als ein wichtiger bildlicher Chronist
der
Bosporus-Region im 19. Jh. n.Chr., zu einer Zeit,
als westliche Künstler begannen, den
Orient
visuell zu dokumentieren. Schranz unterrichtete Malerei an der
osmanischen Militärakademie, der Mekteb-i Harbiye in Istanbul.
Seine Werke zeigen topografisch präzise und romantisch
überhöhte Ansichten von
Istanbul, dem
Bosporus und seiner Umgebung. Er hat auch Hafen- und
Stadtansichten, Paläste,
Moscheen, Schiffe und Alltagsleben dargestellt.
Eines seiner bekanntesten Werke ist:
„Le Bosphore – Vues de Constantinople et des rives du
Bosphore“ Ein Zyklus von Lithographien, entstanden ca. 1855,
veröffentlicht in Paris. Die Darstellungen zeigen z.B. den
Topkapi Palast, die
Hagia Sophia,
Goldenes Horn, osmanische Galeeren u.v.m.
Sein Stil gilt als eine Mischung aus romantischem
Orientalismus und dokumentarischer Präzision.
Über seinen Tod ist wenig bekannt. Er scheint zwischen 1855
und 1864 in
Istanbul gestorben zu sein. Genaue Lebensdaten, ein Grab
oder Nachlässe sind bisher nicht verlässlich dokumentiert.
Schranz war einer der wenigen westlichen Künstler des 19. Jh.
n.Chr., der dauerhaft im
Osmanischen Reich lebte und die Kultur von innen heraus
künstlerisch vermittelte. Seine Werke sind wertvolle
historische Quellen für die Urbanistik Istanbuls im Übergang
zur
Tanzimat-Zeit.
Die originalen Lithographien und Gemälde finden sich heute
in zahlreichen Museen, darunter das
Seefahrtsmuseum Istanbul.
Zuweilen wird Joseph Schranz bei einer Radierung oder
Lithografie zusammen mit Sabatier genannt. Das bezieht sich in
der Regel auf die Zusammenarbeit zwischen dem Zeichner und dem
Stecher (Lithografen) oder dem Verleger. Louis Sabatier (aktiv
Mitte 19. Jh.) war ein französischen Lithografen, Stecher oder
Drucker, der mit mehreren Künstlern des Orientalismus
zusammenarbeitete.

Sultans Boot im
Seefahrtsmuseum Istanbul, Foto Y.Özoguz 2015 n.Chr.