Joseph Schranz
Joseph Schranz

Aussprache: dschuuzif schraans
arabisch:
جوزف شرانتس
persisch:
جوزف شرانتس
englisch:
Joseph Schranz

1803 - 1864 n.Chr.

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Joseph Schranz ist ein österreichisch-maltäischen Maler, der im Osmanischen Reich insbesondere in Istanbul tätig war.

Er wurde um 1803 n.Chr. geboren, vermutlich in Málaga (Spanien) oder auf Malta, beides unter britischem Einfluss. Er stammte aus einer künstlerischen Familie: Der Vater, Anton Schranz, war ein bekannter Landschafts- und Marinemaler deutscher Herkunft, der vor allem auf Malta und in Neapel arbeitete. Die Brüder Antonio Schranz und Giovanni Schranz waren ebenfalls Künstler.

Die Familie Schranz war Teil einer weit verzweigten Künstlerdynastie, die sich auf die Darstellung von Hafenstädten, Schiffen und mediterranen Szenerien spezialisiert hatte.

Um 1832 ließ sich Joseph Schranz in Istanbul nieder, der damaligen Hauptstadt des Osmanischen Reichs. Dort wurde er vor allem für seine Panoramen, Lithographien und Landschaftsdarstellungen bekannt.

Joseph Schranz gilt als ein wichtiger bildlicher Chronist der Bosporus-Region im 19. Jh. n.Chr.,  zu einer Zeit, als westliche Künstler begannen, den Orient visuell zu dokumentieren. Schranz unterrichtete Malerei an der osmanischen Militärakademie, der Mekteb-i Harbiye in Istanbul.

Seine Werke zeigen topografisch präzise und romantisch überhöhte Ansichten von Istanbul, dem Bosporus und seiner Umgebung. Er hat auch Hafen- und Stadtansichten, Paläste, Moscheen, Schiffe und Alltagsleben dargestellt.

Eines seiner bekanntesten Werke ist:

„Le Bosphore – Vues de Constantinople et des rives du Bosphore“ Ein Zyklus von Lithographien, entstanden ca. 1855, veröffentlicht in Paris. Die Darstellungen zeigen z.B. den Topkapi Palast, die Hagia Sophia, Goldenes Horn, osmanische Galeeren u.v.m.

Sein Stil gilt als eine Mischung aus romantischem Orientalismus und dokumentarischer Präzision.

Über seinen Tod ist wenig bekannt. Er scheint zwischen 1855 und 1864 in Istanbul gestorben zu sein. Genaue Lebensdaten, ein Grab oder Nachlässe sind bisher nicht verlässlich dokumentiert. Schranz war einer der wenigen westlichen Künstler des 19. Jh. n.Chr., der dauerhaft im Osmanischen Reich lebte und die Kultur von innen heraus künstlerisch vermittelte. Seine Werke sind wertvolle historische Quellen für die Urbanistik Istanbuls im Übergang zur Tanzimat-Zeit.

Die originalen Lithographien und Gemälde finden sich heute in zahlreichen Museen, darunter das Seefahrtsmuseum Istanbul.

Zuweilen wird Joseph Schranz bei einer Radierung oder Lithografie zusammen mit Sabatier genannt. Das bezieht sich in der Regel auf die Zusammenarbeit zwischen dem Zeichner und dem Stecher (Lithografen) oder dem Verleger. Louis Sabatier (aktiv Mitte 19. Jh.) war ein französischen Lithografen, Stecher oder Drucker, der mit mehreren Künstlern des Orientalismus zusammenarbeitete.

Sultans Boot im Seefahrtsmuseum Istanbul, Foto Y.Özoguz 2015 n.Chr.

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