Schutzabgabe
Schutzsteuer [dschizya]

Aussprache: dschizya
arabisch:
جزية
persisch:
جزية
englisch: protection tax

Bild: Vank Kirche in Isfahan (Iran)

Schutzsteuer [dschizya] ist eine Sondersteuer, für erwachsene Männer unter den Leuten des Buches [ahl-ul-kitab], die unter islamischer Herrschaft leben, falls sie nicht an der Verteidigung des Landes teilnehmen wollen. Es ist eine Art Ausgleichszahlung für Schutzbefohlene [dhimmi] für die Befreiung vom Wehrdienst und im Bedarfsfall Verteidigungseinsatz auf freiwilliger Basis. Diejenigen, die hingegen an der Verteidigung des Landes teilzunehmen wünschen, wie es z.B. bei den den Christen in der Islamischen Republik Iran nach dem Überfall Saddams der Fall war, brauchen die Schutzsteuer nicht zu entrichten. Zudem brauchen Schutzbefohlene [dhimmi] weder die Fünftelabgabe [chums] noch die Zakat zu entrichten, so dass die Schutzsteuer eine geringere Abgabe ist, als sie Muslime zu entrichten haben.

Dementsprechend wird das Thema im islamischen Recht [scharia] im Zusammenhang mit der Verteidigung des Landes und dem Wehrdienst behandelt. Die Zahlung erfolgt ausschließlich für wehrfähige Männer, die sich von der Wehrpflicht befreien wollen. Für Frauen, Kinder, Verarmte, Mönche, Geistliche usw. gibt es die Schutzsteuer nicht.

Alle Anhänger der Buchreligion, unabhängig davon, ab sie Schutzsteuer zahlen, Wehrdienst leisten oder dazu nicht verpflichtet sind stehen unter dem besonderer Schutz den Muslime, für die der Schutz eine religiöse Verpflichtung [wadschib] ist und sich nicht nur auf die Person bezieht sondern auch auf die Sonderrechte der jeweiligen Buchreligion. Daher genießen sie den Status von Schutzbefohlenen [dhimmi].

Nach islamischer Vorstellung wird die Schutzsteuer kurz nach Erscheinen des Imam Mahdi (a.) abgeschafft, da es dann keine Kireige mehr auf Erden gibt und somit der Wehrdiensts genau so wenig notwenidg ist, wie die alternative Schutzsteuer [dschizya].

Um den Islam zu diffamieren, wird dieser u.a. den Christen respektvoll Sonderrechte zubilligende Begriff sehr oft von Orientalisten in der Bedeutung verfälscht.