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Schwangerschaftsverhütung
  Schwangerschaftsverhütung - Empfängnisverhütung - Verhütung

Aussprache:
arabisch:
persisch:
englisch: birth control

Die Schwangerschaftsverhütung ist im Islam unter bestimmten Umständen erlaubt, da Sexualität nicht nur zu Zeugungszwecken dient, sondern zur gegenseitigen Befriedigung der Ehepartner.

Imam Chomeini hatte zu Lebzeiten folgende vier allgemeine Bedingungen als Voraussetzung für die Schwangerschaftsverhütung der aktuellen Zeit aus den islamischen Regeln hergeleitet:

  1. Mann und Frau sind gemeinsam mit der Schwangerschaftsverhütung einverstanden.
  2. Die Maßnahme der Schwangerschaftsverhütung kann wieder aufgehoben werden.
  3. Die Maßnahme der Schwangerschaftsverhütung hat keinen relevanten negativen Einfluss auf die Gesundheit.
  4. Die Maßnahme der Schwangerschaftsverhütung greift vor der Befruchtung der Eizelle ein.

Nach dem Ableben Imam Chomeinis hat sein Nachfolger Imam Chamene'i die obigen Regeln verfeinert und einige differenzierte Ausnahmen beschrieben, die in seinem religiösen Regelwerk Adschwiwat-ul-Istiftaat Band 2 als gesondertes Kapitel beschrieben werden:

So hat Imam Imam Chamene'i als Zeitpunkt des Eingriffsverbots das Einnisten der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter festgelegt. Eine unumkehrbare Schwangerschaftsverhütung ist unter anderem dann erlaubt, wenn die Schwangerschaft eine Gefahr für die Mutter bedeuten würde oder keine Kinder gewünscht werden, weil fest steht, dass bei der Geburt missgebildete bzw. behinderte Kinder entstehen würden. Zu diesem Zweck kann der notwendige Eingriff bei der Frau oder dem Mann erfolgen.

Die Verwendung von Verhütungsmitteln durch die Frau ohne Einverständnis des Ehemannes stuft Imam Chamene'i allerdings als bedenklich ein, außer es gibt medizinische Gründe dafür.

Andere Gelehrte [faqih] können im Detail zu anderen Schlüssen kommen. Die in den alten Werken und Überlieferungen erwähnte Methode der Schwangerschaftsverhütung ist der Coitus Interruptus.