Wilhelm Souchon
Wilhelm Souchon

Aussprache:
arabisch:
فيلهلم سوتشون
persisch:
englisch:
Wilhelm Souchon

2.6.1864 - 13.1.1946

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Wilhelm Anton Souchon war Vizeadmiral der deutschen kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg und hat auch für die Osmanen gewirkt.

Souchon ist am 2. Juni 1846 in Leipzig in einer hugenottischen Familie geboren. Sein Vater war der Kunstmaler Wilhelm Ferdinand Souchon und seine Mutter  Charlotte geb. Naumann, die Tochter eines Berliner Bankdirektors. Frühzeitig entschied er sich für eine Marinelaufbahn. Bereits im Jahr 1894 war er Kommandant des Minenschulschiffes Rhein und wurde während dieses Kommandos zum Kapitänleutnant befördert.

Ab Juni 1906 war er im Reichsmarineamt tätig, wo er zum Kapitän zur See befördert wurde. Im Jahr 1911 stieg er auf zum Konteradmiral.

Am 23. Oktober 1913 übernahm er den Befehl über die im Vorjahr gebildete Mittelmeerdivision, die aus dem Schlachtkreuzer SMS Goeben (später Yavuz), dem Kreuzer SMS Breslau (später Midilli) sowie der Stationsyacht SMS Loreley (später Hadschi Pascha) bestand. Nach ersten Kriegshandlungen gegen Frankreich und England lief sein Verband am 10. August 1914 in die Dardanellen ein. Nach mehrtägigen Verhandlungen führte er sein Geschwader nach Istanbul. Dort wurden am 12. August 1914 die Schiffe offiziell in die türkische Marine übernommen und umbenannt.

Als Vorbereitung auf den Dardanellenkrieg wurden die Dardanellen mit deutscher Hilfe befestigt und der Bosporus durch die SMS Goeben (jetzt Yavuz) gesichert. Beide Meerengen wurden am 27. September 1914 offiziell für die internationale Schifffahrt gesperrt. Am 29. Oktober griff Souchon unter osmanischer Flagge russische Hafenstädte an, während fast zeitgleich britische Einheiten vor Izmir türkische Handelsschiffe angriffen. Am 2. November erklärte Russland der Türkei und am 12. November 1914 die Osmanen England, Frankreich und Russland den Krieg. Souchon wurde zum Oberbefehlshaber der osmanischen Marine ernannt. Am 27. Mai 1915 wurde er zum Vizeadmiral befördert. Über jene Zeit gibt es zahlreiche Tagebucheinträge von ihm.

Im September 1917 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er am 11. August 1918 zum Admiral befördert wurde. Wilhelm Anton Souchon wurde 1919 pensioniert. Er ist am 13. Januar 1946 in Bremen gestorben. Er wurde auf dem Riensberger Friedhof begraben und liegt in der Grablage FF 0005A.

Wilhelm Souchon war verheiratet mit Violet geborene Lahusen und hatte mit ihr den Sohn Eberhard Alfred Souchon (1897–1989), der später auch Fregattenkapitän werden sollte. Souchons Neffe Hermann Souchon (1894–1982) war der mutmaßliche Attentäter Rosa Luxemburgs.

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