Das Volk Thamud
Thamud

Aussprache: thamuud
arabisch:
ثمود
persisch:
ثمود
englisch:
Thamud

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Die Thamud waren ein historisches, vorislamisches, arabisches Volk, das in 25 Versen des Heiligen Quran teilweise mehrfach Erwähnung findet, zumeist im Zusammenhang mit dem Volk Ad, häufig auch mit Hinweisen auf das Volk Lots (a.). Sie bilden eine Reihe der Völker, die nicht auf die Mahnungen der Gesandten hören wollten.

Die Thamud, die zwischen Medina und Damaskus gelebt haben, werden als wohlhabendes und technisch entwickeltes Volk beschrieben: Sie errichteten Bauwerke in der Ebene. Sie schlugen sichere Wohnstätten in die Berge und Felsen. Sie verfügten über Gärten, Quellen und landwirtschaftlichen Wohlstand. Sie waren auch bekannt als die "Ashab-i Hidschr" (Leute der Höhle).

Gemäß Heiligem Quran wurde Prophet Salih (a.) zu den Thamud entsandt. Daher werden sie auch „Volk Salihs (a.)“ genannt. Der Heilige Quran nennt ihn ihren „Bruder“. Er rief sie dazu auf, ausschließlich Gott zu dienen, um Vergebung zu bitten und umzukehren.

Die Thamud verlangten von Prophet Salih (a.) ein Wunder. Gott gab ihnen daraufhin die Kamelstute Gottes (Naqat Allah) als Zeichen und Prüfung.

Der Koran berichtet, dass das Wasser zwischen der Kamelstute und dem Volk aufgeteilt wurde: An einem bestimmten Tag hatte sie das Recht zu trinken, an einem anderen das Volk. Prophet Salih (a.) warnte sie davor, ihr Schaden zuzufügen.

Die führenden Widersacher beschlossen jedoch, die Kamelstute zu töten. Der unmittelbare Täter wird in Qudar ibn Salif oder kurz Qudar genannt. Obwohl nur eine kleinere Gruppe die Tat plante und ausführte, schreibt der Heilige Quran die Tat dem gesamten Volk zu. In der Morallehre wird daraus häufig abgeleitet, dass die zustimmende Billigung einer gemeinschaftlichen Untat moralische Mitverantwortung begründen kann.

In Al-Kafi ist in Band ein Kapitel üden Thamud gewidmet. In einer Überlieferung [hadith] schildert Abu Basir al-Asghar von Imam Sadiq (a.) eine Reihe von Informationen über die Thamud. Demnach verehrten die Thamuf einen bestimmten Felsen und brachten dort jährlich Opfer dar. Sie verlangten von  Prophet Salih (a.), aus diesem Felsen eine hochträchtige Kamelstute hervorzubringen. Gott ließ die Stute entsprechend ihrer Forderung aus dem Felsen hervorgehen. Sie trank an ihrem Tag das Wasser; dafür gab sie so viel Milch, dass das ganze Volk davon trinken konnte. Das Volk empfand die Wasserregelung schließlich als Belastung und setzte eine Belohnung für ihre Tötung aus. Qudar griff die Kamelstute an und tötete sie. Nach der Überlieferung beteiligte sich die Gemeinschaft anschließend an der Tat und aß von ihrem Fleisch. Prophet Salih (a.) kündigte ihnen eine Frist von drei Tagen zur Reue an. Ihre Gesichter wurden der Überlieferung [hadith] zufolge am ersten Tag gelb, am zweiten rot und am dritten schwarz. Danach vernichtete sie ein gewaltiger Schrei. Zusätzlich wird ein Feuer vom Himmel erwähnt.

Diese ausführliche Version wurde später unter anderem von Allamah Madschlisi in seinem Prophetenwerk Hayat al-Qulub übernommen. Der Heilige Quran bechreibt, dass ALLAH seinen Propheten Salih (a.)  und diejenigen rettete, die mit ihm glaubten. Die Vernichtung betrifft in erster Linie die hartnäckigen Leugner und die Beteiligten an der Rebellion.

Allamah Madschlisi deutet darüber hinaus „Thamūd“ als jene Gruppen, die von richtigen Führung abweichen, die Kamelstute für den Träger göttlichen Wissens, ihr Wasser und die daraus entstehende Milch für Wissen und Weisheit, und ihre Vernichtung für eine eschatologische Bestrafung.

Bei archäologischen Forschungen wurden im mittleren Arabien mehrere Felszeichnungen und Inschriften der Thamud entdeckt. In Berichten der Assyrer werden sie als Tamudi erwähnt, ebenso in einer griechischen Tempelinschrift aus dem nordwestlichen Hidschaz von 169 n. Chr., in einer byzantinischen Quelle des 5. Jh.n.Chr., in vielen Inschriften in der Umgebung von Tayma und möglicherweise auf einer Tafel aus Ebla.

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