Sultanhisar
Torpedoboot Sultanhisar (Sultanhisar Torpido Botu)

Aussprache: zawraq at-tuurbiyd sultaan hißaar
arabisch:
زورق الطوربيد سلطان حصار
persisch:
قایق اژدرافکن سلطان‌حصار
englisch:
Sultanhisar Torpedo Boat

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Das Torpedoboot Sultanhisar (Sultanhisar Torpido Botu) war ein kleines Torpedoboot der osmanischen Marine. Berühmt wurde das Schiff vor allem durch seinen Einsatz gegen das australische U-Boot HMAS AE2 während des Dardanellenkriegs (Schlacht um Gallipoli) 1915 n.Chr.

Die Sultanhisar wurde 1907 in Frankreich bei Schneider & Cie in Chalon-sur-Saône gebaut und noch im selben Jahr an das Osmanische Reich übergeben. Sie war nur etwa 40,2 Meter lang, verdrängte rund 97 Tonnen und war mit zwei 37-mm-Geschützen sowie drei 450-mm-Torpedorohren bewaffnet. Bei Probefahrten erreichte sie etwa 26 Knoten. 1915 lag ihre tatsächliche Geschwindigkeit deutlich niedriger.

Während des Dardanellenkriegs (Schlacht um Gallipoli) versah sie Patrouillen- und Aufklärungsdienst zwischen Tschanakkale (Çanakkale)  und Eceabat. Außerdem transportierte sie zeitweise den deutschen General Otto Liman von Sanders zwischen Eceabat und Gallipoli.

Ihre berühmteste Aktion fand am 30. April 1915 im Marmarameer statt. Das australische U-Boot HMAS AE2 hatte am 25. April als erstes alliiertes U-Boot erfolgreich die Dardanellen (Çanakkale Boğazı) durchquert und war ins Marmarameer gelangt. Sein Auftrag bestand unter anderem darin, den osmanischen Nachschubverkehr nach Gallipoli zu stören.

Die Sultanhisar entdeckte AE2 bei Karaburun/Erdek nahe Bandırma. Unter dem Kommando von Kıdemli Yüzbaşı Ali Rıza Bey griff sie das wesentlich größere U-Boot an. Es entwickelte sich ein Gefecht von ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Sultanhisar setzte Geschützfeuer und Torpedos ein. AE2 hatte zugleich schwere technische Probleme beim Tauchen. Schließlich traf das Feuer der Sultanhisar wichtige Bereiche des U-Bootes, darunter den Bereich um Periskop und Batterien und Maschinenraum.

Der australische Kommandant Henry Hugh Gordon Stoker erkannte, dass AE2 nicht mehr sinnvoll manövrieren konnte. Er ließ die Besatzung das Boot verlassen und ordnete die Selbstversenkung an, damit es nicht den Osmanen in die Hände fiel. Alle 32 Besatzungsmitglieder (3 Offiziere und 29 Mannschaften) überlebten und wurden von der Sultanhisar aufgenommen.

Deshalb liest man manchmal verkürzt, die Sultanhisar habe AE2 „versenkt“. Präziser wäre: Die Sultanhisar zwang AE2 durch ihren Angriff zur Aufgabe und Selbstversenkung.

Das Ereignis war militärisch bedeutend, weil AE2 als erstes alliiertes U-Boot die Dardanellen (Çanakkale Boğazı) erfolgreich durchbrochen hatte. Seine Ausschaltung nach nur fünf Tagen im Marmarameer wurde daher auf osmanischer Seite als großer Erfolg gewertet.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Sultanhisar zunächst außer Dienst gestellt. 1924 n.Chr. kam sie bei der Marine der neuen Republik Türkei wieder in Dienst. 1928 wurde sie endgültig außer Dienst gestellt und 1935 abgewrackt.

Der Name Sultanhisar wurde später mehrfach für türkische Kriegsschiffe wiederverwendet, ausdrücklich auch als Erinnerung an dieses Torpedoboot und seinen Erfolg von 1915.

Ein maßstabsgerechtes Modell des Kreuzers Mecidiye ist im Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi) ausgestellt. Auf einer Schautafel wird auf des Seegefecht mit dem australischen U-Boot HMAS AE2 hingewiesen. Auch ein Modell des versenkten U-Boots befindet sich im Museum.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)

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