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Die Überlieferung der Stellung [hadith
al-manzila], auch bekannt als „Hadith der Stellung“
oder „Rang-Hadith“ ist die berühmteste
Überlieferung [hadith] über die besondere Stellung
Imam Alis (a.) zum
Propheten Muhammad (s.).
Während der Wortlaut bei
Sunniten und
Schiiten identisch ist, unterscheidet sich das
Verständnis.
Die bekannte Form derManzila-Überlieferung
lautet:
أَنْتَ مِنِّي بِمَنْزِلَةِ
هَارُونَ مِنْ مُوسَى، إِلَّا أَنَّهُ لَا نَبِيَّ بَعْدِي
„Du bist zu mir in der Stellung Haruns zu
Musa, außer dass es nach mir keinen Propheten gibt.“
Oder sinngemäß: „Deine Stellung zu mir ist wie die
Stellung
Aarons (a.) zu
Moses
(a.) — nur dass nach mir kein
Prophet mehr kommt.“
In manchen Fassungen steht: غَيْرَ أَنَّهُ لَا نَبِيَّ
بَعْدِي : „nur dass es nach mir keinen Propheten gibt“
oder: إِلَّا أَنَّهُ لَا نُبُوَّةَ بَعْدِي : „außer dass
es nach mir kein Prophetentum gibt“. Die Bedeutung bleibt
im Kern gleich.
Der bekannteste historische Anlass ist die Expedition nach
Tabuk
im Jahr 9
n.d.H. (630 n. Chr.). Die
Tabuk-Expedition gilt als die letzte große militärische
Unternehmung des
Propheten Muhammad (s.). Sie fand in einer schwierigen
Phase mit Hitze, Trockenheit und weiter Entfernung statt.
Nach den überlieferten Fassungen ließ
Propheten Muhammad (s.)
Imam Ali (a.) in
Medina
zurück, während er selbst mit dem Heer nach
Tabuk
auszog.
Imam Ali (a.) empfand das offenbar als schmerzlich, da er
immer an der Seite des
Propheten Muhammad (s.) gekämpft hatte und sagte
sinngemäß: „Lässt du mich bei den Frauen und Kindern
zurück?“ Darauf antwortete der Prophet mit der
Manzila-Formel: „Bist du nicht zufrieden, dass du zu mir in
der Stellung Hārūns zu Mūsā bist, außer dass nach mir kein
Prophet kommt?“
Die
Überlieferung [hadith] steht in zahlreichen Werken wie
z.B.:
Sahih Buchari,
Sahih Muslim,
Musnad von Ahmad,
Sunan Tirmidhi und viele
andere.
Die Analogie gilt als stark, weil
Aaron (a.) zu im
Heiligen Quran und in der islamischen Prophetentradition
mehrere Rollen gegenüber
Moses
(a.) hat:
Aaron (a. ist Bruder
Moses
(a.), sein Helfer, sein Unterstützer in der Sendung, sein
Sprach- und Missionspartner, und jemand, den
Moses
(a.) während seiner Abwesenheit bei seinem Volk
zurückließ. Die Ausnahme schließt nur das
Prophetentum aus.
Als wichtigster
Überlieferer [rawi] gilt
Saad ibn Abi Waqqas. Bei
Sahih Muslim ist es dessen Sohn Amir, der von seinem Vater
übermittelt. Die
Überlieferung [hadith] gilt bei allen
Rechtsschulen als gesichert und zuverlässig.
In der klassischen
sunnitischen Lesart ist die Manzila-Überlieferung ein
starker Beleg für die hohe Tugend, Nähe und Würde
Imam Alis (a.), beweist aber nicht zwingend eine
ausdrückliche politische Nachfolgebestimmung.
In der
schiitischen Deutung ist die Manzila-Überleiferung nicht
nur Lob sondern Aussage über eine strukturelle Stellung
Imam Alis (a.) zum
Propheten Muhammad (s.): Nähe, Bruderschaft, Hilfe,
Stellvertretung, Autorität, Nachrangigkeit nur gegenüber dem
Propheten Muhammad (s.) selbst, aber ohne
Prophetentum.
Die
Überlieferung [hadith] heißt „Überlieferung der Stellung [hadith
al-manzila]“ weil das Schlüsselwort im Satz
بِمَنْزِلَةِ هَارُونَ مِنْ مُوسَى (bi-manzilati Haruna min
Musa) das Wort Manzila [مَنْزِلَةِ] ist. Manzila [مَنْزِلَةِ]
bedeutet: Stellung, Rang, Position, Würde, Rangstufe,
Verhältnisstellung.
Bei
Schiiten ist diese
Überlieferung [hadith] ein weiterer Beleg für das
Imamat
Imam Alis (a.)
eingestuft. Auch
Sunniten
erkennen die Authentizität der
Überlieferung [hadith] an, aber interpretieren sie nicht
zwingend als Hinweis auf eine Nachfolge im politischen oder
religiösen Sinn.
Auf dieser Manzila-Überlieferung beruht der Titel
Schabih Harun.