Abu Huraira

Abu Huraira

Ursache und Wirkung seiner Überlieferungen

Sayyid Abdalhussain Scharaffuddin al-Musawi

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Die ersten islamischen Gelehrten lehnten Abu Hurairas Hadithe ab

Selbst während der Lebenszeit Abu Hurairas verwarfen und hassten Leute seine Hadithe, denn er erzählte sie zu zahlreich und er schuf einen besonderen eigenen Stil, was Zweifel in den Köpfen der Leute hervorrief, und sie weigerten sich, die Hadithe zu akzeptieren, sowohl wegen ihrer Eigenschaft wie auch wegen ihrer unerklärlichen Unmenge.

Abu Huraira selber sagte in einem Ton der Bekümmernis und Hilflosigkeit: „Die Leute sagen, Abu Huraira erzähle zu viele Hadithe, aber man muss vor Allah hintreten. Sie sagen auch, dass die Muhadschirin (Auswanderer aus Mekka nach Medina) und die Ansar (die einheimischen „Helfer“ in Medina) nicht so viel berichten.“ Hier zeigt er klar, dass sowohl die Unmenge wie die Eigenschaft seiner Hadithe von den Leuten nicht anerkannt wurden. Er warnt die Leute auch vor Allah und vor dem Tage des Gerichts, wenn alle Leute vor Gott hintreten müssen.

In einem anderen Ausspruch sagt er klar: „Aber nur wegen zweier Verse im Heiligen Qur´an berichtete ich euch überhaupt etwas, nämlich (Sure 7, Vers 159): „Wahrhaftig, jene die das verbergen, was Wir (Gott) von der klaren Leitung geschickt haben, nachdem Wir für die Menschheit klar im Buche gezeigt haben – jene verflucht Allah, und jene werden von den Fluchenden verflucht.“ Dies wurde sowohl von Buchari als auch von Muslim in ihren Sahih-Werken berichtet.

In die gleiche Richtung geht die Beobachtung durch Abu Sarin, der sagte: „Abu Huraira kam zu uns heraus, und er schlug seine Stirne mit der Hand und sagte: „Schaut her, wollt ihr Leute sagen, ich spreche eine Lüge im Namen des Heiligen Propheten, um euch Leitung zu geben, während ich selbst irregeleitet werde!?“ Das bestätigt, dass bereits in der Frühzeit des Islam durch andere Gefährten Zweifel an Abu Hurairas Aussagen aufkamen, was bei wahrhaftigen Überlieferern nicht bekannt ist.

Als Abu Huraira mit Muawiya in den Irak kam und die große Menge jener sah, die zu seinem Empfang gekommen waren, kniete er in der Moschee zu Kufa nieder, dann hustete er ein paar mal, damit die Leute ihm lauschen sollten, und als sich alle um ihn geschart hatten, sprach er sie an: „Oh Leute von Irak, denkt ihr denn, ich würde eine Lüge gegen Allah und Seinen Propheten sprechen und würde mich selbst verurteilen, im Höllenfeuer zu brennen...“ Und dann fuhr er fort, alle Sorten von Schmähungen auf Ali (a.) zu werfen, nur um seinen eigenen Meistern und Alis Feinden zu gefallen, und seine Worte waren voller Falschheiten und Fantasien. (Quelle: Scharh Nahdschul-Balagha, Hamidi, von Abu Dschafar Askali, Band 1, Seite 359)

Ibn Qutaiba berichtete in seinem Buch Tawil-u-Muchtalafil Hadith, Seite 27, dass Nisam sagte, Umar, Uthman, Ali (a.) und Aischa hätten Abu Huraira als Lügner bezeichnet. Selbst als er Nisam widersprechen wollte, musste Ibn Qutaiba zugeben: „Was Nisams Behauptung betrifft, Umar, Uthman, Ali (a.) und Aischa hätten Abu Huraira als Lügner bezeichnet, so ist die Tatsache doch, dass Abu Huraira für etwa drei Jahre in der Gesellschaft (Gefährtenschaft) des Heiligen Propheten Muhammad war, und die Leute haben sehr viele Hadithe von Abu Huraira. So brachte Abu Huraira mehr Hadithe als jeder andere Prophetengefährte, sogar mehr als jeder große Prophetengefährte – und deswegen tadelten die Leute Abu Huraira, nannten ihn einen Lügner und sagten: „Wie hast du alleine all dies gehört? Und wer noch hat mit dir zusammen dies gehört?“ Aischa war die Eifrigste darin, Abu Huraira der Lüge zu bezichtigen, denn sie lebte sehr lange nach dem Propheten, zeitgleich mit Abu Huraira, der auch sehr lange lebte. Umar war ebenfalls barsch zu jedem, der viele Hadithe erzählte, ohne dass ein anderer sie bestätigte...“ Auf diese Weise bestätigte Ibn Qutaiba das, was Nisam gesagt hatte. So wird deutlich, wie die Wahrheit letztendlich sich selbst offenbart.

Die großen Prophetengefährten und ihre Nachkommen nannten lebenslang immerzu Abu Huraira einen Lügner, und sie zögerten nicht, dies auszusprechen; aber die Massen der Muslime, die lange nach ihnen kamen, scheute sich, Abu Huraira einen Lügner zu nennen, denn sie hatte die offizielle und staatlich von den umayyadischen Herrschern verbreitete Doktrin, alle Prophetengefährten insgesamt wären gerecht gewesen, jeglicher Zweifel sei verboten, und sie erforschten nicht deren Verhalten, wie es festes Prinzip sein sollte. Auf diese Weise behinderten sie ihre Vernunft, zogen Vorhänge vor ihre Augen und verstopften ihre Ohren, und so wurden sie ein wirksames Bild des Verses des Heiligen Qur´an (2:18): Taub, stumm und blind ist er – darum findet er keine Umkehr.

Jedoch haben die Anhänger der Ahl-ul-Bait unabhängig von derartigen Doktrinen und Vorurteilen die Prophetengefährten immer im Lichte ihres Wirkens geprüft und ihre Überlieferungen nach allgemein anerkannten Regeln beurteilt, unabhängig von Rang und Namen. So ist hinsichtlich Abu Huraira ihre Meinung die gleiche Meinung wie die Alis, Umars, Uthmans und der Aischas, wie es oben erwähnt wurde, denn die Genannten erschienen ihnen in jeder Hinsicht glaubwürdiger als Abu Huraira.

Was die Ansichten einiger großer Gelehrter betrifft, seien sie nachfolgend wiedergegeben:

Imam Abu Dschafar Askali sagte: "Abu Huraira wird von unseren Oberhäuptern als ein Verrückter betrachtet, und er ist als Hadith-Erzähler nicht akzeptabel." Und er sagte auch: Kalif Umar schlug Abu Huraira mit einer Peitsche und sagte: „Du erzählst zuviel über den Propheten Gottes, und ich muss dich bekämpfen, weil du über den Propheten Gottes Lügen verbreitest.“

Sufyan Sauri berichtete von Mansur aus Ibrahim-at-Timi, der sagte:
"Die Leute akzeptieren nicht die Hadithe Abu Hurairas, außer jene über Paradies und Hölle."

Abu Usama berichtet von Amasch, der sagt: Ibrahim war wahrhaftig in Hadithen; wann immer ich ein Hadith hörte, ging ich zu ihm und legte sie ihm vor. Eines Tages legte ich ihm mehrere Hadithe vor, die von Abu Ali erzählt werden, dann von Abu Huraira. Ibrahim sagte: "Entschuldige mich über Abu Huraira, da die Leute die meistem seiner Hadithe abzulehnen pflegten."

Es wurde von Ali (a.) berichtet, dass er sagte: „Der große Lügenbold unter den Menschen über den Heiligen Propheten Muhammad (s.) ist Abu Huraira Dusi.“ Und in einer anderen Version heißt es: „Der große Lügenbold unter den lebenden Menschen gegen den Heiligen Propheten Muhammad (s.) ist Abu Huraira Dusi.“ (Dusi ist der Name eines jemenitischen Stammes, dem Abu Huraira entstammte).

Abu Yusuf fragte einmal Abu Hanifa: „Falls wir auf ein Hadith über den Propheten Gottes stoßen, die unserer eigenen Meinung widerspricht, was sollten wir dann mit dem Hadith tun?“ Abu Hanifa sagte: „Wenn das Hadith von verlässlichen Erzählern kommt, sollten wir sie akzeptieren und unsere eigene Meinung hinten anstellen.“ Dann sagte ich: „Was sagst du über Abu Bakr und Umar?“ Er sagte: „Im Falle dieser beiden Männer verbiete ich euch eigene Meinung.“ Ich sagte: „Und Ali (a.) und Uthman?“ Als er sah, dass ich die Prophetengefährten einzeln nannte, sagte er: „Die Prophetengefährten sind alle gerecht, ausgenommen ein paar wenige.“ Dann nannte er die Ausnahmen: Abu Huraira und Anas bin Malik.

Kurz, bei genauerem Studium wird klar, dass Abu Hanifa und andere Begründer großer Rechtsschulen die Hadithe Abu Hurairas abzulehnen pflegten, wenn diese mit ihren eigenen Meinungen in Konflikt standen; dazu ein Beispiel: Abu Hanifa und alle Gelehrten stimmen darin überein, dass das rituelle Pflichtgebet ungültig wird, wenn es in Vergesslichkeit, oder in Unwissenheit gesprochen wird, oder unter dem Eindruck des Betenden, er habe das Gebet vorzeitig beendet. Die hanefitische Rechtsschule ist diesbezüglich eindeutig, und das Gebet ist in jenem Fall vollständig zu wiederholen. Das bedeutet, dass die Hanefiten keinen Wert auf das Hadith Abu Hurairas legen, worin der erzählt, dass der Heilige Prophet einstmals vergaß, ein Gebet mit vier Gebetsabschnitten (Rakat) vollständig zu beten und nur zwei Gebetsabschnitte betete, dann stand er von seiner Gebetsstelle auf und ging. Als er zurückkam, wurde zu ihm gesagt: „Hast du das Gebet abgekürzt oder hast du vergessen?“ Er sagte: „Weder habe ich abgekürzt, noch habe ich vergessen.“ Die Leute sagten dann: „Aber du hast mit uns nur zwei Rakat verrichtet.“ Und nach einem Wortwechsel zwischen ihm und den Leuten glaubte er schließlich, was sie sagten. So fügte er dem vorigen angeblich unvollständigen Gebet mit zwei Gebetsabschnitten noch zwei Gebetsabschnitte in einem neuen Gebet hinzu und beendete damit das Gebet, und dann machte er Niederwerfung wegen der Vergesslichkeit.

Auf dieser Basis meinten die Gründer der anderen drei sunnitischen Rechtsschulen Imam Malik, Imam Schaf’i und Imam Ahmad Ibn Hanbal, dass vergessliches Sprechen während des Pflichtgebets oder die Meinung des Betenden, er sei nicht mehr mit dem Gebet beschäftigt, es nicht ungültig mache. Da jedoch Abu Hanifa das Hadith Abu Hurairas nicht akzeptiert, hält er das Pflichtgebet in solch einem Falle für ungültig und macht die vollständige Wiederholung zur Pflicht. Hier werden auch die Unterschiede in der Beurteilung derartiger Aspekte unter den Rechtsgelehrten der Rechtsschulen deutlich.

Bevor diese Diskussion geschlossen wird, geben wir nachfolgend ein paar Beispiele, die den Rang Abu Hurairas in der Sicht einiger Prophetengefährten aufzeigen und fassen das Vorherige zusammen:

1.)     Gemäß Musaddad in seinem Buche "Musaad" und Ibn Hadschar in seinem Buche "Isaba" soll Abu Huraira gesagt haben: Als Umar von meinen Hadithen erfuhr, ließ er mich rufen und sagte: „Warst du mit uns am Tage, da wir im Hause von Soundso waren?“ Ich sagte: „Ja.“ Er entgegnete: „Der Heilige Prophet sagte an jenem Tage: „ Wer immer gegen mich absichtlich lügt, wird seinen Platz im Höllenfeuer finden.“ Dies ist ein Hinweis darauf, dass Abu Huraira nicht unter jenen war, die vor Kalif Umar Hadithe erzählten, noch unter jenen, die Kalif Umar Hadithe erzählen sah oder hörte. Aber als der Kalif über andere von einigen Hadithen Abu Hurairas erfuhr und ihre Absonderlichkeit ihn befremdete, ließ er ihn rufen und warnte ihn vor solchem Tun mit dem Höllenfeuer.

2.)     Gemäß Ibn Asakir in seinem Buche "Kanzul Ummal", Band 5, Seite 239, Hadith Nr. 4385, tadelte Kalif Umar einst Abu Huraira und sagte: „Höre auf damit, Hadithe über den Propheten Gottes (s.) zu erzählen, oder ich verbanne dich in deine Heimat Dus (im Jemen) oder in das Land der Affen.“

3.)     Gemäß Imam Abu Dschafar Askali, wie bereits früher erwähnt, wurde Kalif Umar einst wütend auf Abu Huraira, weil dieser zuviel über den Heiligen Propheten erzählt hatte, schlug ihn mit der Peitsche, tadelte ihn und sagte: „Du hast übertrieben, und so muss ich dir eine Abreibung geben, damit du nicht über den Propheten Gottes lügst.“

4.)     Kalif Umar setzte ihn als Gouverneur von Bahrain ab, nachdem er Abu Huraira mit der Peitsche traktiert hatte, bis dessen Rücken blutete, und er nahm ihm zehntausend Dirhams ab, die Abu Huraira aus dem Staatsfonds entwendet hatte, und er tadelte Abu Huraira mit sehr barschen Worten, wie es bereits gezeigt wurde.

5.)     Gemäß Muslim in seinem Sahih-Buch, Band 1, Seite 34, schlug Umar Abu Huraira schon in den Tagen des Heiligen Propheten Muhammad (s.) so sehr, dass Abu Huraira auf seinen Rücken fiel.

6.)     Abu Dschafar Askali berichtete, dass als Ali (a.) hörte, wie Abu Huraira wieder Hadithe erzählte, er sagte: „Er ist der größte Lügenbold unter den Menschen.“ Oder Ali (a.) sagte: „Der größte Lügner über den Propheten Gottes unter den lebenden Menschen ist Abu Huraira.“

7.)     Abu Huraira pflegte zu sagen: „Mein Freund (Prophet Muhammad) erzählte mir...“ Oder: „Ich sah meinen Freund.“ Oder. „Mein Freund, der Prophet Gottes sagte mir:“ Als dies Ali (a.) erfuhr, sagte er: „Wann war der Heilige Prophet dein Freund, oh Abu Huraira?“

8.)     Gemäß Hakim in seinem Buche Mustadrak, Band 3. Seite 509, wird ausgesagt: „Als Abu Hurairas Hadithe der Aischa zu Ohren kamen, ließ sie ihn holen und sagte: „Was sind diese Hadithe, die uns zu Ohren gekommen sind, die du erzählst, als ob du beim Heiligen Propheten gewesen wärst. Hast du etwas anderes gehört, als wir gehört haben, und hast du anderes gesehen, als wir gesehen haben?“ Abu Huraira sagte: „Oh Mutter, dein Spiegel und dein Puder hielten dich fern vom Propheten Gottes.“

9.)     Abu Huraira berichtete, dass die Berührung von Hund, Frau und Esel das Pflichtgebet verderbe[1], woraufhin Aischa ihm widersprach. Diese Tatsache wird auch in den unterschiedlichen Auslegungen der vier sunnitischen Rechtsschulen deutlich, da bei manchen tatsächlich die einfache Berührung der eigenen Ehefrau bereits eine neue Waschung vor dem Gebet notwendig macht!

10.)  Abu Huraira erzählte das Hadith, wonach man nicht auf einen Fuß allein hüpfe dürfe. Als Aischa von dieser Hadith erfuhr, hüpfte sie auf einem Fuß und sagte: „In dieser Sache will ich eindeutig Abu Huraira widersprechen.

11.)  Abu Huraira erzählte als Hadith, wer immer den Morgen als Dschunub (im Stande der größeren Unreinheit) betrete, sollte kein Fasten durchführen. Ihm wurde durch Aischa und Umm Salama widersprochen, wie es bereits aufgezeigt worden ist. Diese Tatsachen und weitere Einzelheiten der früheren zwei Hadithe Abu Hurairas können im Buche Tawil-u-Muchtala-fil-Hadith von Ibn Qutaiba, Seite 27, nachgelesen werden.

12.)  Zwei Personen besuchten Aischa und sagten, dass Abu Huraira vom Propheten Gottes berichte, es gebe ein schlechtes Omen in der Frau und im Tier. Daraufhin wurde Aischa wütend und sagte: „Bei Allah, Der den Heiligen Qur´an an Abul Qasim[2] offenbarte, wer immer so etwas über den Propheten Gottes berichtet, spricht eine Sünde.“ Für wie viel ungerechte Behandlung, welches unseren Schwestern im Laufe der Geschichte widerfahren ist, ist Abu Huraira mit verantwortlich?

13.)  Einstmals saß Abu Huraira an der Seite des Hauses der Aischa und erzählte Hadithe über den Propheten Gottes Muhammad (s.), während Aischa Tasbih (Gotteslobpreisung mit einer Gebetskette) rezitierte. Nachdem sie mit Tasbih fertig war, sagte sie: „Es ist nicht überraschend, dass Abu Huraira Hadithe über den Propheten Gottes erzählte, so laut, dass ich sie hören konnte, während ich mit der Rezitation der Tasbih beschäftigt war, und er verzog sich, bevor ich sie beenden konnte. Hätte ich ihn erwischt, hätte ich ihm widersprochen.“ Dies und die früheren Hadithe erschienen im Buche Tawil-u-Muchtala-fil-Hadith von Ibn Quataiba, Seite 126.

Abu Huraira berichtete, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte: „Wenn irgendjemand von euch vom Schlaf erwacht, sollt er seine Hände waschen, bevor er die Hand in irgendeinen Gebrauchsgegenstand hineinsteckt, denn niemand weiß, wo nachts die Hand gewesen ist[3]." Aischa widersprach diesem und wollte das nicht akzeptieren. (Quelle: Ahmad Amin im Buche Fadschrul Islam, Seite 259).

14.)  Abu Huraira erzählte vom Heiligen Propheten Muhammad (s.): „Wer immer einen Sarg (bei einem Leichenbegräbnis) trägt, sollte Wudhu (rituelle Waschung) haben“. Ibn Abbas akzeptierte dieses Hadith nicht, sondern lehnte sie mit den platten Worten ab: „Wudhu ist nicht notwendig, wenn man ein trockenes hölzernes Gehäuse trägt.“ Dies wird durch eine Anzahl von verlässlichen Gelehrten berichtet und auch von Ahmad Amin im Buche Fadschrul-Islam, Seite 259.

15.)  Ibn Umar pflegte zu erzählen, dass der Prophet Gottes das Töten von Hunden erlaubt habe, außer von Jagd- und Hirtenhunden für Ziegen, Schafe und Rinder. Es wurde Ibn Umar hinterbracht, dass Abu Huraira die Farm-Hunde (Wachhunde) hinzufügte. Ibn Umar akzeptierte das nicht, lehnte das ab und sprach: „Abu Huraira hat eine Farm, so sorgt er dafür, in dem er für das Hadith des Propheten Gottes (s.) einen Zusatz macht, um seinen Hund zu schützen und auch als eine Vorsichtsmaßnahme für seine Farm.“ Diese Hadith findet sich im Sahih-Werk von Muslim, Band 1, Seite 625,

16.)  Ibn Umar hörte Abu Huraira folgendes Hadith erzählen: „Wer immer an einem Leichenbegräbnis teilnimmt, erhält ein Karat Belohnung.“ Ibn Umar bemerkte dazu: „Abu Huraira hat zu viele Hadithe erzählt.“ Er bestätigte sie nicht, bis er die Meinung von Aischa über dieses Hadith einholen ließ. Aischa erzählte es ebenso wie Abu Huraira, und dann erst bestätigte er dieses Hadith. Dadurch wird deutlich, dass die Gefährten des Propheten Abu Hurairas Worte selbst dann anzweifelten, wenn sie richtig waren! Diese Erzählung ist in mehreren Büchern erwähnt: Muslim erwähnte sie in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 349, und Hakim in seinem Buche "Mustadrak", Band 3, Seite 510.

17.)    Amir bin Schuraih bin Hani tat auch das Gleiche, als er Abu Huraira erzählen hörte: „Wer immer begehrt, Allah zu treffen, den will Allah auch treffen; und wer immer abgeneigt ist, Allah zu treffen, den will Allah auch nicht treffen.“ Er bestätigte Abu Huraira nicht, bis er Aischa über dieses Hadith befragte, und sie erzählte dieses Hadith und brachte ihn dazu, den Sinn dieses Hadith zu verstehen. Dies ist auch eine belegte Erzählung. (Quelle: wie bei der vorherigen Erzählung)

Was die über Jahrhunderte verbreitete und seit den Umayyaden staatlich gestützte Doktrin über die angebliche Wahrhaftigkeit aller Prophetengefährten und deren Erhabenheit über jeglichen Zweifel anbelangt, gibt es keinen Beweis, diese Doktrin zu stützen. Weder kannten die Prophetengefährten selbst eine derartige Doktrin, noch haben sich die Begründer der sunnitischen Rechtsschulen daran gehalten. Daher ist es auch historisch nicht akzeptabel, diese fehlerhaften Gedanken einer bestimmten Rechtsschule zuzuordnen, denn es ist vielmehr einem staatlichen Denken zuzuschreiben, welches eine falsche Gewaltherrschaft korrupter Kalifen und Sultane mit angeblichen Prophetenworten untermauern wollte. Aber selbst wenn die Korrektheit der Doktrin angenommen werden würde, so kann sie nur für die Prophetengefährten gelten, deren hohe Stellung, Ansehen und unzweifelhafte Treue zum Propheten nachgewiesen sind, aber nicht für jemanden, den Prophetengefährten wie Umar, Uthman, Ali (a.) und Aischa selbst als Lügner bezeichnet haben. Diese Doktrin gilt höchstens für den, gegen den keine klaren Beweise vorliegen; aber gegen Abu Huraira liegen gleich mehrere eindeutige Beweise vor.

[1] d.h. eine neue rituelle Waschung notwendig wird

[2] Beiname des Propheten (s.)

[3] Gemeint ist wohl: die Hand könnte das Geschlechtsorgan berührt haben

 

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