Al-Mizan
Al-Mizan - Auslegung des Qur'an

Aussprache: tafsiir al-miizaan
arabisch:
تفسير الميزان
persisch: تفسير ميزان
englisch: Al-Mizan

Mehr zum Thema siehe: Al-Mizan

Al-Mizan - Auslegung des Qur’an

Überlieferungen

Von Imam ar-Rida (a.) wird folgende Erklärung der göttlichen Worte überliefert: „’Im Namen Allahs’: Das bedeutet: ‚Ich markiere meine Seele mit einem der Stempel von Allah, und es ist Gottesanbetung.’ Daraufhin wurde er gefragt: „Was ist dieser Stempel?“ Und er sagte: ‚Es ist Seine Brandmarkung’“ ('Uyūn-ul-Achbār und Ma´ān-il-Achbār)

Der Autor sagt[1]: Diese Bedeutung geht auch aus der Erklärung hervor, die zuvor bereits gegeben wurde, wonach die Präposition “bi“ (im) einen Beginn konnotiert. In jenem Maße, in dem der Diener seine Anbetung durch den Namen Allahs kennzeichnet, brandmarkt er also auch seine Seele – als aufrichtiger Anbetender – mit einem, der göttlichen Abdrücke.

Von Imam a-adiq (a.) wird im at-Tahdhib und von Imam ar-Rida (a.) im 'Uyūn-ul-Achbār, sowie im Tafsir von al-Ayyaschi berichtet, dass jener Vers „den größten Namen Allahs näher ist, als die Iris dem Weißen des Auges.“

Der Autor sagt: Diese Überlieferung soll an jener Stelle noch näher erläutert werden, an der die schönsten Namen Allahs behandelt werden.

Amīr-ul-Mu´minīn[2] (a.) sagte, dass es sich hierbei um einen Vers des Kapitels “die Eröffnende“ handelt, und dass der Gesandte Allahs diesen oft rezitierte und ihn zu den Versen dieses Kapitels zählte, wenn er sagte: „Die Eröffnende des Buches sind die sieben oft wiederholten Verse“ ('Uyūn-ul-Achbār)

Der Autor sagt: Über diese Angelegenheit wurde auch von sunnitischen Autoren berichtet. Ad-Dār-qu berichtet von folgender Überlieferung von Abū Hurayrah: „Der Gesandte Allahs sagte: ‚Wenn ihr das Kapitel der Lobpreisung (al-Hamd) (gemeint ist “Die Eröffnende“) rezitiert, sollt ihr ‚Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen’ rezitieren, denn dies ist die Quelle des Buches und der sieben oft Wiederholten, und ‚Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen’ ist einer dieser sieben Verse“ ('Uyūn-ul-Achbār).

Von Imam a-ādiq (a.) wird überliefert: „Was haben sie nur getan? Möge Allah sie vernichten! Sie sind bei dem großartigsten Vers des Buches von Allah angelangt und dachten, dass es sich um eine verbotene Erneuerung außerhalb des ursprünglichen Glaubens handle, wenn sie diesen Vers laut rezitieren würden!“ (al-Chiāl)

Von Imam al-Bāqir (a.) wird überliefert: „Sie haben den herausragendsten Vers von Allahs Buch gestohlen, nämlich: ‚Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen’. Dabei sollte dieser Vers zu Beginn jedes kleinen oder großen Werks rezitiert werden, so dass dieses gesegnet sein möge.“

Der Autor sagt: Es gibt zahlreiche Überlieferungen von ähnlichem Inhalt von den Imamen der Ahl-ul-Bait. Sie alle bestätigen, dass jener Vers (Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen) ein fixer Bestandteil jedes einzelnen Kapitels des Qur´an ist, mit Ausnahme des neunten Kapitels (“die Reue“). Auch die sunnitischen Quellen bestätigen dies:

Anas (ibn Mālik) überlieferte folgende Worte des Gesandten Allahs (s.): „Gerade eben wurde mir ein Kapitel herabgesandt.“ Dann begann er zu rezitieren: „Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen“ (a-aī Muslim).

Abū Dāwūd berichtet von Ibn `Abbās, dass jener gesagt haben soll: „Wahrlich, der Gesandte Allahs wusste nicht über Trennung eines Kapitels vom Anderen bescheid (bzw. wann ein Kapitel enden würde), bis jene Worte zu ihm herabgesandt wurden: ‚Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen’.“

Der Autor sagt: Über dieses Thema haben auch schiitische Überlieferer berichtet unter anderem auch Imam al-Bāqir (a.):

Im al-Kāfī, at-Tawīd, Ma’āni’l-Achbār und at-Tafsīr von al-`Ayyāschī wird berichtet, dass unter anderem auch Imam a-ādiq (a.) gesagt habe: „Und Allah ist der Gott von Allem; Er ist ar-Ramān (der Allerbarmer) in Bezug auf Seine gesamte Schöpfung und ar-Raīm (der Barmherzige) speziell in Bezug auf die Gläubigen.“

Imam a-ādiq (a.) sagte weiter: „Ar-Ramān (der Allerbarmer) ist ein spezieller Name mit einer allgemeinen Eigenschaft, während ar-Raīm (der Barmherzige) ein allgemeiner Name mit einer speziellen Eigenschaft ist.”

Der Autor sagt: Die vorangegangenen Erläuterungen mögen bereits hinreichend erklärt haben, wieso die Barmherzigkeit des “Allerbarmers“ für den Gläubigen wie für den Ungläubigen gleichermaßen gilt, während jene des “Barmherzigen“ allein den Gläubigen vorbehalten ist. Die Beschreibung, auf die wir in jener Überlieferung antreffen: „der Allerbarmer ist ein spezieller Name mit einer allgemeinen Eigenschaft, während der Barmherzige ein allgemeiner Name mit einer speziellen Eigenschaft ist“, weist vielleicht darauf hin, dass die Barmherzigkeit des “Allerbarmers“ auf diese Welt beschränkt ist, aber auf die gesamte Schöpfung zutrifft, während jene des “Barmherzigen“ diese Welt und jene Welt betrifft, allerdings alleine den Gläubigen vorbehalten ist. Mit anderen Worten ausgedrückt, die Gnade des “Allerbarmers“ betrifft all jene Segnungen der Schöpfung, die allen Geschöpfen – unabhängig davon ob gläubig oder ungläubig – gleichermaßen zuteil werden.

Die Gnade des “Barmherzigen“ hingegen betrifft sowohl die Segnungen der Schöpfung, als auch die der Gesetzgebung und der göttlichen Regeln (welche erst den Weg zu wahrem Glück und Glückseeligkeit ebnen können), welche nur für die Gläubigen reserviert sind. Denn nur diese speziellen Gnaden und Segnungen, die den Gläubigen zuteil werden, gelten der Ewigkeit. Und ihnen ist ein gutes Ende bestimmt, weil sie sich von Schlechtem ferngehalten haben und ihre Gottesfurcht bewahren konnten.

Im Kaschf-ul-Ghummah wird berichtet, dass a-ādiq (a.) sagte: „Ein Maulesel meines Vaters ging verloren. Er sagte: `Wenn Allah ihn zu mir zurückbrächte, dann würde ich Ihm mit solch einer Lobpreisung danken, dass Er mit mir zufrieden wäre.’ Kurz darauf wurde ihm das Tier zurückgebracht, unversehrt, mit Sattel und Zaumzeug. Als er sich darauf setzte und seine Kleidung geordnet hatte, erhob er sein Haupt gegen den Himmel und sprach: `Al-Hamdu´l-lillah´(Alles Lob gebührt Allah.) Er sagte nicht mehr als das. Dann sprach er: `Ich habe nichts verkürzt noch habe ich etwas ausgelassen. Ich habe verlautbart, dass jegliches Lob alleine Allahs gebührt, Mächtig und Erhaben ist Er! Denn es gibt keine Lobpreisung, die nicht darin (in dieser Formel) inkludiert wäre.“

Im `Uyūn-ul-Achbār wird erzählt, dass Imam `Ali (a.) um eine Erklärung dieser Worte gebeten wurde. Woraufhin er sagte: „Wahrlich, Allah hat Seinen Dienern manche Seiner Segnungen und Gnaden ihnen gegenüber nur allgemein erklärt, denn sie können diese nicht alle im Detail begreifen, da diese sich außerhalb des Bereichs der Aufzählung oder Beschreibung befinden. Deswegen, sagte Allah: `Sprich: Alles Lob gebührt Allah für das, was Er uns gewährt hat. `“

Der Autor sagt: Der Imam weist uns auf eine Tatsache hin, die bereits zuvor erwähnt wurde, nämlich dass das Lob in diesem Vers, vom Diener ausgeht und dass Allah es offenbart hat um ihn das gebührende Verhalten der Dienerschaft und Anbetung zu lehren.

[1] Gemeint ist das, was der Autor des vorliegenden Buches Allama Tabatabai dem hinzufügen möchte

[2] Imam Ali (a.)

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