Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Reich ihnen deine Hand!

In jeder Gesellschaft gilt es jene, die Hilfe benötigen. Dieses ist eine nicht zu Ieugnende Tatsache. Und wer dazu in der Lage ist, hat die Pflicht, ihnen zu helfen. Dieses Anrecht der Bedürftigen auf Unterstützung durch die Vermögenden darf nicht geschmälert bzw. mit Füßen getreten werden. Auf dieses Recht, das die Mittellosen der Gesellschaft an den “Bemittelten” haben, weist der Islam unter Nachdruck hin und verpflichtet letztere, den erstgenannten ihre Unterstützung nicht zu versagen.

Der Erhabene Gott bezeichnet Sich im Heiligen Koran als Gurtestuenden, als Gebenden, Großzügigen und Verzeihenden. Er ruft den Menschen auf, sich ebenfalls um diese Eigenschaften zu bemühen und sagt:

Gott ist mit den Gurtestuenden! Das, was ihr spendet, kommt euch selbst zugute. Das, was ihr spendet, wird zu euch zurückkehren. Ihr nehmt also keinen Schaden dadurch.

Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, wie zutreffend Koranverse sind. Denn defakto ist es doch so, das alle Kräfte einer Gesellschaft für alle arbeiten. Wenn nun eine Bevölkerungsgruppe aus Unvermögen, Mittellosigkeit und ähnlichen Gründen heraus nicht arbeiten bzw. “produktiv” sein kann, so leidet nicht nur sie selbst darunter, sondern die Sozia!wirtschaft gerät ebenfalls in Mitleidenschaft. Dieses aber geht zu Lasten aller, auch der Vermögenden. Wenn diese jedoch hingehen und den Mittellosen aus eigener Tasche unter die Arme greifen, so wirkt sich das äußerst wohltuend aus. Auf alle, auch auf die Gebenden, denn

Erstens: Sie gewinnen die Sympathie der Notleidenden, denen sie helfen..., ganz abgesehen davon, das sie selbst durch ihr humanes Vorgehen zu innerer Freude finden.

Zweitens: Die Gesellschaft bringt ihnen Achtung und Respekt entgegen.

Drittens: Sie erreichen deren Wohlwollen und Unterstützung, da sie - die Gesellschaft - ganz allgemein humanitäres Engagement zu schätzen weiß .

Viertens: Sie gehen der Gefahr, das sich die Notleidenden und Hungrigen eines Tages zum Aufstand gegen die “Habenden” zusammentun, aus dem Wege.

Fünftens: Wenn auch das, was die einzelnen geben, nicht viel sein mag, so trägt es doch in der Gesamtheit mit den Unterstützungen der anderen dazu bei, das das Rad der Sozialwirtschaft in Gang schalten werden kann, ganz abgesehen davon, das das soziale Leben dadurch geschützt wird. Auch dieses kommt ihnen - den Gebenden - ebenfalls zugute.

Zahlreiche Koranverse und Riwayat sind uns Überliefert worden, in denen auf den Wert des “Spendens auf dem Wege Gottes” hingewiesen wird.

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