Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Ungerechtfertigte Besitzergreifung bzw.. Beschlagnahme

Wer gewaltsam bzw. unrechtmäßig fremdes Eigentum an sich nimmt, .beschlagnahmt oder aber aus dem Besitz anderer, auch wenn er diesen nicht als Eigentum betrachtet, profitiert und dessen Ergebnisse - z.B. die Ernte - für sich nutzt, begeht damit Unrecht. Derlei ist Diebstahl, Raub oder Plünderung. So sagen Gewissen und Vernunft und selbstverständlich auch das Religionsgesetz.

Von einer ungerechtfertigen Besitzergreifung und dergleichen ist dann zu sprechen, wenn fremdes Gut an sich genommen bzw. im eigenen Interesse genutzt wird. Das heißt ohne, das Kauf und Verkauf, Vereinbarung, Miete, Pacht oder eine Erlaubnis und Berechtigung dazu vorliegen.

Es versteht sich von selbst, das derartiges niedrig und des Menschen nicht würdig ist. Das es Unrecht ist, wenn gegen Besitz und Eigentumsrecht anderer verstoßen wird. Wie negativ sich so etwas auf Wohl und Fortschritt des einzelnen und im Endeffekt auf die Gesellschaft auswirkt, ist kein Geheimnis...

Wenn ein jeder hingehen und unberechtigt, illegal, fremdes Eigentum an sich nehmen wollte, so gäbe es in der Bevölkerung keine Ruhe und Sicherheit mehr. Wenn die Mächtigen und Starken ungehindert Hand an die Habe der Schwächeren legen könnten, um ihnen das zu nehmen, was sie im Schweiße ihres Angesichts erarbeiteten..., wenn ein solches Denken und Verhalten in einer Gesellschaft Fuß fassen würde, griffen in dieser nicht nur chaotische Verhältnisse und Unsicherheit um sich, sondern ginge Ietztendlich die Menschlichkeit des Menschen dadurch verloren. Denn ganz abgesehen davon, das die Schwächeren von den Stärkeren ausgenutzt und ausgebeutet würden, gerieten erstere zudem in ihrer Ausweglosigkeit in die Gefahr, vor dem Unrecht zu kapitulieren und die Starken als “Herren” anzuerkennen. Eine Art “moderner Götzenkult’ entstände. Ganz abgesehen davon, das die entrechteten Schwachen die Noch-Schwächeren ebenfalls unter Druck setzen und versklaven” würden. Mit dem Resultat, das die menschliche Gesellschaft schließlich nichts anderes mehr darstellte als ein gewaltiger Menschenmarkt, als ein Bazar, in dem mit Menschen gehandelt wird. Dali sämtliche menschenwürdigen Gesetze und Regelungen ihren Wert verloren und .Ungerechtigkeit und roher Gewalt das Feld überließen.

Aus diesem Grunde hat der Islam sehr harte Bestimmungen, mit denen einem solchen Gesellschaftselend vorzubeugen ist, erlassen und Raub, Plünderung, d.h. jegliche’ ungerechtfertigte Inbesitznahme bzw. Beschlagnahme als großes Vergehen bekannt geben, das zu verhindern und zu ändern ist.

Laut Koran und Sunna besteht für jedes Vergehen gegen das “Recht des Erhabenen Gottes’ (Haq a llah) - mit Ausnahme von “Schirk” - die Möglichkeit das Gott Nachsicht walten lässt und verzeiht. Bei jedem Verstoß gegen das göttliche Gebot, selbst im Zusammenhang mit “Schirk”, kann durch “Tawbah’ die göttliche Vergebung erreicht werden.

Ein Vergehen an den “Rechten der Menschen”(Haq un Nas) wird jedoch anders beurteilt als ein Verstoß gegen die Rechte Gottes. Dazu zählen selbstverständlich auch Raub, Plünderung, ungerechtfertigte Inbesitznahme. Wer sich dessen schuldig macht, braucht auf die Gnade Gottes nicht zu hoffen..., es sei denn, derjenige, dem er Unrecht zufügte, würde ihm verzeihen.

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