Das Gebet

Islamisches Echo in Europa

 Zweite Folge:

 Das Gebet

Hudschat-ul-Islam Mudschtahid-Schabastari

Im Jahr 1977 n.Chr. Islamischen Zentrum Hamburg herausgegeben.

Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen

Zum Geleit

Liebe Leser und Leserinnen dieses Büchleins!Wir danken Gott, daß er uns mit seiner Gnade die Herausgabe dieses Gebetbuches an ID-UL-ADHA 1977 ermöglicht hat.

In diesem Buch haben wir versucht, die islamischen Gebete, die von der muslimischen Gesellschaft auf der ganzen Welt taglich oder auch bei bestimmten Anlassen durchgeführt werden, für diejenigen, die sich mit dem Islam neu konfrontieren wollen, in einfacher und doch übersichtlicher Form darzustellen.

Wir waren bestrebt, die Beschreibung der Einzelheiten bei den Gebeten möglichst so darzustellen, daß sie vom Standpunkt der verschiedenen islamischen Schulen akzeptiert werden. In Fallen, wo die Auswahl einer bestimmten Schule unerlasslich war, haben wir die Rechtsschule Schiah itna‘aschariah genommen, die das Islamische Zentrum Hamburg bei rechtswissenschaftlichen Gelegenheiten offiziell vertritt.

Dank sei auch unseren Brüdern, die mit großem Können und Eifer die Herausgabe dieses Büchleins möglich machten.

Dieses Gebetbuch ist die zweite Folge des „Islamisches Echo in Europa‘. Wir hoffen und werden uns alle Mühe geben, daß weitere Nummern dieser Serie über die Grundsatze der islamischen Auffassung und Lebensweise in naher Zukunft zur Verfügung gestellt werden können.

Zul Hadsch 1397
November 1977

M. Modjtahed Schabestari
Imam des Islamischen Zentrums Hamburg

VORWORT

Wenn man die Gebete der Muslime zu beschreiben, zu übersetzen und zu erlautern versucht, glaubt man zu Beginn, daß man sich eine leichte Aufgabe gestellt hat. Es zeigt sich aber recht bald, daß es sehr schwer ist, Begriffe zu erklaren, die einem Muslim selbstverstandlich sind.

Das liegt allein schon darin begründet, daß der Islam nicht nur eine Religion, sondern darüber hinaus eine Lebensform ist, der Leser jedoch mehr oder weniger nur eine Religion erwartet. So sind auch Sinn und Inhalt der Gebete im Islam anders zu verstehen als etwa christliche Gebete.

Der Islam wird nicht nur in der Moschee praktiziert, sondern er begleitet und führt den Glaubigen auch im taglichen Leben, in der Familie, in der Umwelt, ja sogar im Berufsleben. Das führt zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Muslimen, das in Europa unbekannt ist. So wird auch nicht nur die Familie, die nahere Verwandtschaft in die Gebete eingeschlossen, sondern alle Muslime und darüber hinaus die ganze Menschheit. — Wer einmal für langere Zeit in einem islamischen Land gelebt hat, wird auch festgestellt haben, daß dort mehr Brüderlichkeit herrscht als in Europa.

Die Gebete werden von den Muslimen auf der ganzen Welt in arabischer Sprache gesprochen. Darüber sollte der Neumuslim aber nicht erschreckt sein; er wird recht schnell erkennen, daß auch die der deutschen Zunge unüblichen Laute recht leicht zu erlernen sind. Ebenso, wie er durch das Studium des Heiligen Quran und das wirkliche Verstehen und Begreifen der Gebetstexte bald erkennen wird, daß man auch in Europa die islamische Lebensart nicht nur erlernen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch „erleben" kann.

Wir empfehlen den Neumuslimen, sich erst nur mit dem Inhalt, dem Sinn der Gebete vertraut zu machen, dann erst den deutschen und darauf den arabischen Text zu lernen. So wird er dann beim Gebet sicher sein, daß er nicht nur leere und von ihm selbst unverstandene Worte spricht.
Wir hoffen, daß Allah unsere Gebete erhört und uns in seiner Güte befahigt, uns so verstandlich auszudrücken, daß wir den Islam dem interessierten Deutschen ein Stück naher bringen.

IM NAMEN ALLAHS, DEM UNSER GEBET, UNSERE VEREHRUNG, UNSER LEBEN UND UNSER TOD GEHÖREN

Das Gebet ist eine Zwiesprache mit Gott, dem Herrn der Welten. Im Gebet findet der Mensch den Weg zu Gott; und wenn das Gebet wirklich aus tiefem Herzen kommt, wird er die Nahe Gottes spüren, wird er empfinden, daß Gott ihn anhört. Das Gebet wird ihn nicht nur starken, nicht nur aufrichten und neuen Mut geben — das Gebet wird ihm auch einen Schutz geben gegen das Böse, das seine Gedanken und sein Handeln beeinflussen will.

Und so wird sein nachstes Gebet Dank ausdrücken, Dank für alles, was Gott ihm gab: Leben, Kleidung, Nahrung — sachliche und auch geistige Werte. Und der Mensch wird die unendliche Güte des Allmachtigen empfinden und bewundern.

Der Mensch braucht das Gebet, diese stille Zwiesprache mit Gott, gerade heute, da die Tage voll Anstrengung, Hast und Unruhe sind. Ein Gebet —und dauert es nur Minuten — bringt nicht nur Entspannung, sondern auch neue Kraft. So, wie der Körper Nahrung und Schlaf braucht, benötigt der Geist, die Seele Entspannung.

Im Islam kennt man jede Form der Zwiesprache mit Gott. Ein Moslem kann im Stehen, im Sitzen, im Liegen Worte des Dankes finden und Gott bitten, daß Er ihm gnadig bleibe. Alle Gebete werden vom Erhabenen erhört werden, auch wenn der Beter sie in seiner Muttersprache formuliert. Der Betende muss nur bedacht sein, daß seine Gebete nur an Ihn, den Einzigen, dem keiner und nichts gleicht, gerichtet werden und frei von jeglicher Heuchelei sind.

Außer diesen Gebeten, die frei von jeder Form sind und die „Du'a" genannt werden, unterwirft sich der Moslem den rituellen Pflichtgebeten, „Salat", denn er weiß, daß er durch diese Gebete mit allen Glaubigen auf der ganzen Welt verbunden ist. Hat ein Moslem die Möglichkeit, die Pflichtgebete zusammen mit Glaubensbrüdern zu verrichten, so wird er es tun. Das trifft vor allen Dingen für die Gebete am Freitag zu, an denen er — wenn irgend möglich —die Moschee besucht. Dort betet man zusammen, ohne Rücksicht auf Rang und soziale Herkunft. Vor Gott fühlt sich der eine dem anderen gleich, und jeder empfindet, daß er in einer wirklichen Gemeinde ist.

AS-SALAT - Das Gebet

Ein Ausspruch unseres Propheten Muhammad — Allahumma salli'ala Muhammadin wa ala alihi wa sallim (0 Gott, segne Muhammad und seine Familie und nimm sie in Deinen Schutz) — ist uns überliefert worden. Er zeigt uns in einem Gleichnis die reinigende Kraft des Gebetes.

Der Gesandte Gottes sagte zu seinen Gefahrten, sie sollten sich vorstellen, daß vor ihrem Haus ein Bach vorbeifließe, in dem sie regelmaßig 5mal am Tage badeten. „Kann dann noch irgendwelche Unreinheit an Euch zurückbleiben?", fragte er sie. „Das ist unmöglich", bekam er zur Antwort. Darauf der Prophet: „Genauso ist es mit den Gebeten. Wer 5mal am Tage das Gebet verrichtet, an dessen Herzen kann keine Verunreinigung bleiben."

Die fünf Gebete, die jedem Muslim eine Pflicht sind:

bulletFadschr (Morgengebet). Es wird in der Morgendammerung nach dem Aufstehen (und der selbstverstandlichen Reinigung) gebetet.
bulletZuhr (Mittagsgebet) Es wird am Mittag verrichtet. Es ist gestattet, daß dieses Gebet auch zusammen mit dem
bullet‘Asr (Nachmittagsgebet) bis zur Zeit vor Sonnenuntergang gehalten wird.
bulletMaghrib (Abendgebet), das ein Muslim kurz nach Sonnenuntergang, evtl. zusammen mit dem
bullet‘Ischa (Nachtgebet) abhalt

Der Tag beginnt und endet also mit einem Gebet.

Die Gebetszeiten wurden von unserem Propheten festgelegt und haben sich bis heute nicht geandert. In alten Zeiten — und in den südlichen Landern auch heute — sind die Gebetszeiten dem Tagesrhythmus angepasst. Das Morgen-Gebet wird in der morgendlichen Kühle nach dem Erwachen verrichtet. Gleich, ob Kaufmann Handwerker oder sonst einer, wahrend der größten Hitze des Tages wird er ruhen (in den südlichen Landern sind die Geschafte, die Büros usw. über Mittag mehrere Stunden geschlossen). Der Muslim kann also seine Gebete zu Beginn und am Ende dieser Ruhezeit sprechen. Das Abendgebet wird er nach Arbeitsschluss und das Nachtgebet vor dem Einschlafen verrichten.

Aber auch in unseren Breiten sind die Gebetszeiten in der Regel ohne Schwierigkeit einzuhalten: die Mittagsgebete in der Mittagspause, nach Dienstschluss zu Hause die Abendgebete.

Diese rituellen Gebete werden von den Muslimen auf der ganzen Welt in arabischer Sprache gehalten. In der Einheit der Worte spiegelt sich die Einheit der islamischen Welt. Jeder Muslim, der eine andere als die arabische als Muttersprache spricht, kennt die genaue Übersetzung des arabischen Textes. — Selbstverstandlich kann der Neumuslim bis zum Erlernen des arabischen Textes (was jedoch recht bald geschehen sollte) die Gebete in der Übersetzung sprechen.

Die rituellen Gebete beginnen — im weitesten Sinne des Begriffs — mit der Reinigung.

Reinheit

Im Islam werden voneinander unabhangige Arten und Grade der Reinheit unterschieden:

a - ideelle Reinheit,
b - gewöhnliche Reinheit,
c - rituelle Reinheit.

a - Ideelle Reinheit wird von jedem Muslim angestrebt, sie ist die Reinheit des Geistes, die Reinheit der Seele, das Verlangen, alles Sündhafte und Schandliche zu vermeiden.

b - Gewöhnliche Reinheit ist die körperliche Sauberkeit, die wir gemeinhin als Hygiene bezeichnen.

c - Die rituelle Reinheit ist die Voraussetzung für die Gültigkeit aller rituellen Handlungen. Dazu gehört, daß sich der Glaubige vor einer rituellen Handlung von allen Dingen fernhalt, die religiös als unrein gelten. Dazu rechnen:

bulletUrin,
bulletKot,
bulletBlut,
bulletmenschlicher Samen,
bulletmenschliche Leichen vor der Waschung (in diesem Falle ist eine Ganzwaschung erforderlich),
bulletAas usw.

Wasser, reines, möglichst fließendes Wasser, ist in jedem Fall das beste Mittel zur Reinigung.

Selbstverstandlich ist, daß auch der Platz, an dem das Gebet verrichtet werden soll, rein ist; genau wie auch die Kleidung des Betenden.
Gleichfalls selbstverstandlich ist, daß der Betende rein und frei ist von schlechten Gedanken und Absichten — wie sonst könnte er im Gebet vor Gott treten.

TAHARA - Die Reinigung

Jeder Mensch empfindet es als eine Selbstverstandlichkeit, daß man zu einem Vorgesetzten, einem Höhergestellten, in sauberem Zustand geht. So ist dem Muslim die Waschung vor dem Gebet eine Selbstverstandlichkeit; für ihn ist es klar: Wer vor Gott tritt, muss rein sein.

Im Islam unterscheidet man drei Arten der rituellen Reinigung:

a - Wudu die Teilwaschung,
b - Ghusl die Ganzwaschung,
c - Tayammum die Sandwaschung.

Die Teilwaschung ist Pflicht

a - vor den Pflichtgebeten,
b - für den Pilger vor dem Umkreisen der Ka‘ba in Mekka,
c - vor dem Berühren eines Korantextes.

In folgenden Fallen wird eine Teilwaschung ungültig:

a - Urinieren,
b - Kotentleeren,
c - Windlassen,
d - tiefer Schlaf,
e - Ohnmacht,
f - Blutfluss der Frau, außerhalb der monatlichen Regel.

Die Ganzwaschung ist Pflicht

a - nach dem Geschlechtsverkehr und Samenerguss (sh. Hl. Koran 5:9),
b - für Frauen nach der monatlichen Blutung bzw. starkem Blutfluss über die Dauer der Regel hinaus,
c - für die Mutter nach der Entbindung,
d - nach dem Berühren eines menschlichen Leichnams vor der Waschung.

Für einen Glaubigen, für den Ganzwaschung Pflicht ist, sind vor der Waschung die folgenden Handlungen verboten:

a - das Berühren eines Korantextes,
b - das Betreten des Ka'ba-Bereiches in Mekka,
c - das Betreten der Moschee des Propheten in Medina,
d - der langere Aufenthalt in einer Moschee,
e - das Rezitieren einer Sura, bei der es Pflicht ist, sich wahrend des Gebetes niederzuwerfen.

W U DU‘ - Teilwaschung

Der Heilige Koran gibt in Sura 5, Vers 7 genaue Anweisung:
„0, die ihr glaubt, wenn ihr zum Gebet hintretet, so wascht euer Gesicht und eure Hande bis zu den Ellbogen, fahrt auch — mit den nassen Handen — über den Kopf und eure Füße bis zu den Knöcheln. Seid ihr im Zustand der Unreinheit (z. B. durch einen Geschlechtsverkehr) ‚ dann nehmt ein Bad. "Wenn ein Glaubiger den Wunsch hat, Gott durch ein Gebet zu ehren, Seine Gnade zu erflehen und Ihm für Seine Güte zu danken, so beginnt er die
Waschung in folgender festgelegter Reihenfolge:

bulletEr fasst den Entschluss zur rituellen Reinigung
bulletdann reinigt er sich die Hande, das Gesicht, den Mund und die Nase
bulletdarauf wascht er sich den rechten Unterarm, vom Ellbogen bis zu den Fingerspitzen — von oben nach unten
bulletdie gleiche Waschung nimmt er am linken Unterarm vor
bulletmit der nassen rechten Hand streicht er sich darauf von der Mitte des Kopfes bis zum vorderen Haaransatz
bulletdann streicht er mit der nassen rechten Hand über den rechten Fußrücken, von den Zehen bis zum Knöchel
bulletund schließlich mit der linken Hand in gleicher Weise über den linken Fuß.

GHUSL - Ganzwaschung

Hier sind dem Glaubigen zwei Möglichkeiten gegeben.

Nach dem Vorsatz, die Ganzwaschung vorzunehmen, wascht sich der Betreffende den Kopf, den Hals, dann die rechte und zum Schluss die linke Körperseite. Es genügt dann, wenn er mit einem nassen Schwamm so nachspült, daß das Wasser ablaufen kann. — Ein einfaches Untertauchen in der Badewanne genügt nicht, da das Wasser beschmutzt ist.

Die bessere Art ist, sich nach dem Entfernen von allem Unreinen zu duschen.

QIBLA - Gebetsrichtung

Die Gebetsrichtung für alle Glaubigen ist die Kaaba in Mekka, von Deutschland aus also Richtung Südosten. In allen Moscheen gibt es das Mihrab, die Gebetsnische, die genau nach Mekka ausgerichtet ist.

Nach der Waschung stellen sich die Glaubigen in geraden Reihen mit dem Gesicht nach Mekka auf. Nur die in der Mitte Stehenden werden also das Mihrab genau vor sich haben. Das Mihrab ist nicht das Zentrum (wie etwa der Altar), es gibt nur die korrekte Richtung an.
Mekka ist der Mittelpunkt des islamischen Glaubens. Die Kaaba ist das alteste Gotteshaus der Welt. Es wurde von Abraham und seinem Sohn Ismael erbaut; schon sie beteten dort zu dem Einzigen Gott. Daher wenden sich auch heute noch alle Muslime beim Gebet in diese Richtung. Sura 2, Vers 150 sagt:

„Und woher du auch kommst, richte dein Antlitz auf die Heilige Moschee."

Wer zu Hause oder sonstwo die Gebete verrichtet, erkundet zuerst die Gebetsrichtung.

Der Aufbau der Pflichtgebete

Die fünf rituellen Gebete haben einen festgelegten Aufbau. Außer dem Pflichtstück (arabisch: Fard) werden vielfach noch freiwillige Vor- bzw. Nachgebete oder auch Vor- und Nachgebete von den Glaubigen verrichtet — diese von den Betenden einzeln ‚und ohne Vorbeter. Sie werden Nafila genannt und bestehen aus je 2 Rakat.

Das Raka (Plural Rakat) ist die Grundeinheit des Gebetes. Es besteht aus den drei Stellungen im Gebet, dem Stehen, dem Sich-beugen und dem Sichniederwerfen (Qiam, Ruku‘, Sadschda). Das kürzeste Gebet hat zwei Rakat (siehe vollstandigen Gebetstext). Bei den verschiedenen Gebeten sind verschieden viele Rakat vorgeschrieben:

bulletFadschr Morgengebet 2 Rak‘at
bulletZuhr Mittagsgebet 4 Rakat
bullet‘Asr Nachmittagsgebet 4 Rak‘at
bulletMaghrib Abendgebet 3 Rak‘at
bullet‘Ischa Nachtgebet 4 Rak‘at

Muslime, die gemeinsam beten können, sollen versuchen, die Gebete gemeinsam zu verrichten. Dabei soll einer von ihnen als Vorbeter fungieren.
Kommt ein Glaubiger verspatet zum Gebet, so beginnt er mit seinem Gebet an der Stelle, an der auch die anderen sind. — Nach dem Ende des gemeinsamen Gebetes bleibt er in betender Haltung und holt für sich allein die fehlenden Teile nach.

ADAN und IQAMA

Die Gebetsrufe

Die Aufrufe zum Gebet sind ein Teil der feststehenden Riten. Ein Muezzin ruft den Adan, d. h. die erste Aufforderung, zum Gebet zu erscheinen, so rechtzeitig, daß in der Regel noch die Möglichkeit für eine Teilwaschung besteht.

Diejenigen, die rechtzeitig erschienen sind und die rituelle Reinheit haben, beten ein Nafila. Nach einer gewissen Zeit ertönt der zweite Aufruf zum Gebet, der Iqama genannt wird.

Der Glaubige, der allein betet, spricht die Texte von Adan und Iqama nach der Teilwaschung für sich alleine und unmittelbar hintereinander.

ADAN - Der erste Aufruf zum Gebet

Allahu akbar
Allahu akbar
Allahu akbar
Allahu akbar
Aschhadu-alla ilaha illa-llah
Aschhadu-alla ilaha illa-llah
Aschhadu-anna Muhammadan
rasulullah
Aschhadu-anna Muhammadan
rasulullah
Hayya ‘ala-s-salat
Hayya ‘ala-s-salat
Hayya ala-l-falah
Hayya ala-l-falah
Hayya ‘ala-chairi-l-‘amal 
Hayya ‘ala-chairi-l-‘amal
Allahu akbar 
Allahu akbar
La-ilaha-illa-llah
La-ilaha-illa-llah
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott
Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott
Ich bezeuge, daß Muhammad der 
Gesandte Gottes ist
Ich bezeuge, daß Muhammad der 
Gesandte Gottes ist
Eilt zum Gebet
Eilt zum Gebet
Eilt zur Seligkeit
Eilt zur Seligkeit
Eilt zur besten Handlung
Eilt zur besten Handlung
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Es gibt keinen Gott außer Gott
Es gibt keinen Gott außer Gott

 

IQAMA - Der zweite Aufruf zum Gebet

Allahu akbar
Allahu akbar
Aschhadu-alla ilaha illa-llah
Aschhadu-alla ilaha illa-llah
Aschhadu-anna Muhammadan
rasulullah
Aschhadu-anna Muhammadan
rasulullah
Hayya ‘ala-s-salat
Hayya ‘ala-s-salat
Hayya ala-l-falah
Hayya ala-l-falah
Hayya ‘ala-chairi-l-‘amal 
Hayya ‘ala-chairi-l-‘amal
Qad qamati-s-salah
Qad qamati-s-salah
Allahu akbar 
Allahu akbar
La-ilaha-illa-llah
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott
Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott
Ich bezeuge, daß Muhammad der 
Gesandte Gottes ist
Ich bezeuge, daß Muhammad der 
Gesandte Gottes ist
Eilt zum Gebet
Eilt zum Gebet
Eilt zur Seligkeit
Eilt zur Seligkeit
Eilt zur besten Handlung
Eilt zur besten Handlung
Das Gebet hat nun begonnen
Das Gebet hat nun begonnen
Gott ist der Größte
Gott ist der Größte
Es gibt keinen Gott außer Gott

 

AL-FATIHA

die Sure, die in jedem Gebet mindestens zweimal rezitiert wird:

bismi-llahi-r-rahmani-r-rahim Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen
al-hamdu lillahi rabbi-l-alamin Alle Lobpreisungen, gehören Gott, dem Herrn der Welten
ar-rahmani-r-rahim dem Allerbarmer, dem Barmherzigen
maliki yaumi-d-diin dem Herrn am Tage des Gerichtes.
iyaka nabudu wa iyaka nasta'in Dir allein dienen wir, und Dich allein flehen wir um Hilfe an.
ihdina-s-sirata-l -mustaqim Führe Du uns den rechten Weg,
sirata-l-ladhina an‘amta alaihim den Weg derer, die Deine Gnade erhalten,
ghairi-l-maghdubi alaihim wa la-d-dallin nicht derer, die in der Finsternis sind 
(die Deinen Zorn zu spüren bekommen)

 

BISMI-LLAHI-R-RAHMANI-R-RAHIM

Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen (des Wohltatigen, des Segenspendenden).

ALLAH: Wenn wir Gott in der ersten Sure und damit in jedem Gebet mehrmals mit Rahman und Rahim ansprechen, so liegt es daran, daß diese Ehren-Namen die grundsatzlichsten sind. Allahu-r-rahmanu-r-rahim hat den Menschen geschaffen, das einzige Wesen, das sich mit Worten verstandlich machen kann und das ein Unterscheidungsvermögen für Gut und Böse hat. Nur ein Mensch kann Gott die vielen anderen Ehrennamen geben und aussprechen, z. B. Allah-ul-hakam, d. h. Gott der weise Richter, oder Allah-ul-mudschib, d. h. Gott, der unsere Gebete erhört.

RAHIM: Allahu-r-raliim verdanken wir unser Leben. Gott versetzte uns auf eine Erde, die uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen: Pflanzen und Tiere für unsere Ernahrung und zur Herstellung von Bekleidung, Pflanzen (Baume) und Steine als Material zum Bau unserer Unterkünfte. Er gab uns aber auch das Wasser und die Luft; Dinge, ohne die wir (wie alle Lebewesen) nicht existieren könnten.

RAHMAN: Allahu-r-rahman hingegen drückt aus, daß Gott uns Menschen mehr als all Seinen anderen Geschöpfen gab, ja, daß er uns sogar über alle anderen Geschöpfe stellte. Mit unserem menschlichen Geist sind wir in der Lage, die Welt zu beherrschen, Pflanzen zu züchten, um bessere Ernten zu erzielen, Tiere zu zahmen und sie zur Arbeit für uns abzurichten oder als Fleischlieferanten zu züchten. Wir können Holz, Stein und andere Materialien bearbeiten, wir können die Sonne, den Wind und das Wasser ausnutzen. Durch die reichen Gaben von Allahu-r-rahman sind wir in der Lage, die Erfahrungen früherer Generationen zu verwerten und auszubauen. Nur dadurch ist die Menschheit in der Lage, ein Mikroskop zu bauen oder etwa einen Flug zum Mond durchzuführen. Alle technischen Errungenschaften verdanken wir Seinen Gaben.
Wenn der Mensch diese gütige Gabe Allahs, den menschlichen Geist, durch die Freiheit des Handelns, also nicht nur gewissenhaft, sondern auch gewissenlos zu handeln, missbraucht und ihn zur Herstellung von Atombomben oder Napalm verwendet, handelt er nicht nach den Göttlichen Geboten und hat sich von den Wegen Gottes abgewendet. — Um mitzuhelfen, derartiges zu verhindern, bitten wir ja auch in unseren Gebeten: „Führe uns den rechten Weg." (Dazu siehe die Erlauterungen weiter unten.)

AL-HAMDU LILLAHI RABBI-L-‘ALAMIN
Alle Lobpreisungen gehören Gott, dem Herrn (Lenker) der Welten. Das arabische Wort „Rabb" wird im allgemeinen mit Herrn übersetzt, da es ein deutsches mit dem umfassenden Sinn von „Rabb" nicht gibt. „Rabb" bezeichnet nicht nur den Herrscher, sondern auch — und das in starkerem Maße — den Güte, Hilfe, Unterstützung und Fürsorge Gewahrenden. „Rabb" ist auch derjenige, der uns als Einzelwesen, uns als Volk und uns als Menschheit zur inneren Vollendung (dem eigentlichen Sinn des Lebens) führt. Somit ist „Rabb" auch der Lehrer, der Former und der Lenker des Weltgeschehens.„Herrn der Welten" (Plural) besagt, daß es viele Welten gibt, in denen Allah „Rabb" ist, sowohl begriffliche als auch rein intellektuelle Welten.

AR-RAHMANI-RAHlM

Dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.

Die Erlauterungen dazu stehen im ersten Absatz.

MALIKI YAUMI-D-DIN

Dem Herrn am Tage des Gerichtes.

Wir Muslime wissen, daß der Tag kommen wird, an dem wir für all unsere Taten Rechenschaft ablegen müssen. Das Wissen um diese Tatsache, das wir uns bei diesen Worten immer wieder ins Gedachtnis rufen, macht uns klar, daß wir uns nicht durch Gebete allein einen Platz im Himmel sichern können Die Gemeinschaft, in der wir leben, von der wir ein Teil sind, hat ein Anrecht an uns und an unser Verhalten. Der Islam legt besonderen Wert auf Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen in der Gemeinde der Glaubigen, aber auch der ganzen Menschheit gegenüber. Alles Gute, das wir für unseren Nachsten tun, wird uns am Tage des Gerichtes angerechnet werden. Ein lebenslanges
Abkapseln — in einem Kloster etwa — und seine Jahre lediglich mit Beten zu verbringen, ist nicht im Sinne des Islam, da damit keine sozialen Aufgaben erfüllt werden können.

IYAKA NA‘BUDU WA IYAKANASTA‘IN

Dir allein dienen wir, und Dich allein flehen wir um Hilfe an.

Wenn wir uns Gottes Liebe, Seine Fürsorge und Seine große Gnade vor Augen halten, müssen wir uns in tiefer Demut vor ihm beugen. Denn: Was sind wir Menschen vor der Allmacht Gottes? Mit diesen Worten betonen wir, daß wir Gott nicht nur Achtung entgegenbringen, Ihn nicht nur um Hilfe bitten, sondern darüber hinaus auch gewillt sind, unsere Handlungen und unsere Einstellung zum Leben als einen Dienst an Allah zu betrachten.
Ein Muslim dient weder einem Menschen noch einer Institution. Natürlich er-füllt er seine Verpflichtungen und Vertrage, aber immer nur im Rahmen des ethischen, moralischen Gesetzes, wie Gott es ihm durch Seinen Gesandten offenbart hat. Er ist nur von Gott abhangig, und daher kann er letzten Endes nur von Ihm Hilfe und Unterstützung erbitten.

IHDINA-S-SIRATA-L-MUSTAQIM

Führe uns den rechten Weg.

Das heißt sowohl: Zeige uns den rechten Weg, auf den wir zustreben sollen und wollen, als auch: Lass uns auf diesem, dem rechten Weg bleiben und ihn nicht verlieren. Ohne die Hilfe Allahs wird der Mensch nur schwerlich den ersten Schritt finden, der ihn in die Richtung auf den rechten Weg führt; ebenso wichtig ist es aber auch, daß der Mensch auf dem rechten Weg bleibt. Unser Wissen ist nicht ausreichend, um den richtigen Weg zu erkennen, auch ist er oft unbequem. Von der Umwelt werden wir meist den leichten Weg (der in die Irre und Finsternis führt) anempfohlen bekommen. Ohne die erflehte Hilfe Gottes werden wir den rechten Weg kaum finden.

SIRATA-L-LADINA AN‘AMTA ‘ALAIHIM GHAIRI-L-MAGHDUBI ‘ALAIHIM WA LA-D-DALLIN

Den Weg derer, die Deine Gnade erhalten, nicht derer, die in der Finsternis sind (die Deinen Zorn zu spüren bekommen oder in die Irre gehen).
Wir bitten Gott, Er möge uns den Weg zeigen, auf dem wir Seine Gnade erwarten dürfen. Diese Göttliche G n a d e haben unsere Propheten erhalten, die vollkommen Wahrhaftigen, deren Leben den islamischen Idealen entsprach. An ihnen war kein Widerspruch zu entdecken, durch Worte und Taten bewiesen sie, daß das islamische Prinzip Göttlichen Ursprungs ist. Sie alle versuchten diese Welt in einem besseren Zustand zu verlassen, als sie sie vorgefunden haben. Gottes Z o r n wird sie treffen, denen die Wahrheit bekannt ist, die wohl wissen, was Gerechtigkeit ist, und trotzdem aktiv oder passiv die Gegner der Gerechtigkeit unterstützen.

In der F i n s t e r n i s werden all die bleiben, die gar nicht den Versuch machen, der Göttlichen Leitung, die die Propheten der Menschheit brachten, zu folgen, und bewusst falsche Wege gehen.
Man darf den Islam nicht als individuelle Religion betrachten. Ein Muslim sieht seine Lebensaufgabe nicht allein im Gebet, sondern — und das in viel starkerem Maße — im sinnvollen Leben auf der Erde. Dazu gehören vor allen Dingen auch, daß seine Taten und Handlungen im Interesse der Allgemeinheit sind. Das geht so weit, daß er seine Mitmenschen in seine Gebete einschließt (siehe „Gruß" am Ende jeden Gebetes}. Und ebenso bittet er Gott, die Verantwortlichen in der Regierung und die Volksvertreter den rechten Weg zu führen und ihnen Seine Gnade zu gewahren. Von einer Regierung die nach Göttlichen Gesetzen handelt, wird das Volk profitieren. Regierungen und Regenten, die nicht nach diesen Gesetzen, die alle Gesandten Gottes zu uns gebracht haben, handeln, die folglich nicht Allahs Gnade erhalten, werden Allahs Zorn zu spüren bekommen. Völker, die nicht danach trachten, den rechten Weg zu finden, werden in der Finsternis bleiben. Ungerechte und nicht vom Volk gewahlte Regierungen erschweren ihren Bürgern das Leben im Diesseits, denn sie haben sich eine Macht genommen, die ihnen nicht zusteht, ihnen nicht von Gott gegeben wurde. Deshalb bitten wir Gott, auch ihnen den Weg zu weisen, zu ihrem eigenen Vorteil und zum Nutzen ihrer Völker. 

FADSCHR DAS MORGENGEBET

Erste Rak'at

 
Allahu akbar Gott ist der Größte
Qiyam Stehend Beten
bismi-llahi-r-rahmani-r-rahim Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen
al-hamdu lillahi rabbi-l-alamin Alle Lobpreisungen, gehören Gott, dem Herrn der Welten
ar-rahmani-r-rahim dem Allerbarmer, dem Barmherzigen
maliki yaumi-d-diin dem Herrn am Tage des Gerichtes.
iyaka nabudu wa iyaka nasta'in Dir allein dienen wir, und Dich allein flehen wir um Hilfe an.
ihdina-s-sirata-l -mustaqim Führe Du uns den rechten Weg,
sirata-l-ladhina an‘amta alaihim den Weg derer, die Deine Gnade erhalten,
ghairi-l-maghdubi alaihim wa la-d-dallin nicht derer, die in der Finsternis sind 
(die Deinen Zorn zu spüren bekommen)

bismi-llahi-r-rahmani-r-rahjm
Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen.

qul huwa-llahu alIad Sprich:
Er ist Gott, der Einzige.

Allahu-s-samad
Der Unabhangige und Angeflehte.

lam yalid wa lam yülad
Er zeugt nicht und wurde nicht gezeugt.

wa lam yakun lahu kufuwan ahad
Und keiner ist Ihm gleich

Beim Niederbeugen
Allahu akbar
Gott ist der Größte.

RUKU‘ NIEDERGEBEUGT STEHEN
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder

subhana-llah
Preis sei Gott.
subhana-llah
Preis sei Gott.
subhana-llah
Preis sei Gott.

Beim Aufrichten
sami-allahu li-man hamidah
Gott erhört den, der Ihn preist.

Einige Augenblicke aufgerichtet bleiben, zum Niederwerfen
Allahu akbar Gott ist der Größte.

SADSCHDA NIEDERGEWORFEN BETEN
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder

subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.

Kurzes Aufrichten

Allahu akbar
Gott ist der Größte.

Erneutes Niederwerfen
Allahu akbar
Gott ist der Größte.

SADSCHDA NIEDERGEWORFEN BETEN
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.

Beim Aufstehen
bi-hauli-llahi wa quwatihi aqümu wa aq‘ud
Durch die Macht Gottes und Seine Starke erhebe ich mich
und lasse mich nieder.

Zweite Rak‘at
QIYAM STEHEND BETEN

bismi-llahi-r-ralimani-r-raliim
Im Namen Gottes, des Gnadigen,
des Barmherzigen.
al-liamdu li-llahi rabbi-l-alamIn
Alle Lobpreisungen gehören Gott,
dem Herrn der Welten.
ar-rahmani-r-rahim
Dem All-Erbarmer,
dem Barmherzigen.
maliki yaumi-d-din
Dem Herrn am Tage des Gerichts.
iyyaka na‘budu wa iyyaka nastaIn
Dir allein dienen wir, und Dich allein
flehen wir um Hilfe an.
ihdina-sirata-l -mustaqim
Führe uns den rechten Weg.
sirata-l-ladina anamta alaihim ghairi-l-maghjübi alaihim wa la-d-dallin
Den Weg derer, die Deine Gnade erhalten, nicht derer, die in der Finsternis sind.

bismi-llahi-r-rahmani-r-rahim
Im Namen Gottes, des Gnadigen, des Barmherzigen.
qul ya ayyuha-l-kafirün
Sprich: Oh, ihr Unglaubigen.
la a‘budu ma ta‘budün
Ich diene nicht dem, dem ihr dient.
wa la antum abidüna ma a‘bud
Und ihr verehrt nicht, was ich verehre.
wa la ana abidun ma abadtum
Und ich will nicht verehren, was ihr verehrt.
wa la antum abidüna ma abud
Noch wollt ihr verehren, was ich verehre.
lakum dinukum wa liya dini
Euch euer Glaube und mir mein Glaube.

Beim Niederbeugen
Allahu akbar
Gott ist der Größte.

RUKU‘ NIEDERGEBEUGT BETEN
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-‘aaIa wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder

subhana-llah
Preis sei Gott.
subhana-llah
Preis sei Gott.
subhana-llah
Preis sei Gott.

Beim Aufrichten
sami-allahu li-man hamidah
Gott erhört den, der Ihn preist.

Einige Augenblicke aufgerichtet bleiben, zum Niederwerfen
Allahu akbar Gott ist der Größte.

SADSCHDA NIEDERGEWORFEN BETEN
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder

subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.

Kurzes Aufrichten

Allahu akbar
Gott ist der Größte.

Erneutes Niederwerfen
Allahu akbar
Gott ist der Größte.

SADSCHDA NIEDERGEWORFEN BETEN
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
subhana rabbiya-l-ala wa bi-hamdih
Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten, ich lobe Ihn.

oder
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.
subhan-allah
Preis sei Gott.

Beim Aufrichten
Allahu akbar
Gott ist der Größte.

In sitzender Haltung
TASCHAÜHUD BEZEUGEN DES GLAUBENS
aschhadu al-la ilaha illa-llahu wahdahu la scharika lahu
Ich bezeuge, daß es keinen Gott außer Gott gibt. Dem Einzigen, der keinen Gefährten hat.
wa aschhadu anna Muhammadan abduhu wa rasuluh
Und ich bezeuge, daß Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.
Allahumma salli ala Muhammadin wa ali Muhammad
O Gott, segne Muhammad und seine Familie.

SALAM GRUSS
as-salamu ‘alaikum ayyuhan-nabiyu wa ralimatu-llahi wa barakatuhu
Friede sei über dir, o Prophet und Gottes Barmherzigkeit und
Sein Segen.
as-salamu ‘alaina wa ala ibadi-llahi-s-salihin
Friede sei mit uns und den frommen Dienern Gottes.
as-salamu alaikum wa ralimatu-llahi wa barakatuh
Friede sei mit euch und die Gnade
Gottes und Seine Segnungen.

..... (an dieser Stelle werden die Gebetsabschnitte für längere Gebete widerholt) ...

Dritte Rak‘at
QIYAM STEHEND BETEN

subhana-llah wa-l-hamdu li-llah
Preis sei Gott, und Lobpreisung gebührt nur Gott.
wa la ilaha illa-llah
Und es gibt keinen Gott außer Gott.
wa-llahu akbar
Und Gott ist der Größte.

subhana-llah wa-l-hamdu li-llah
Preis sei Gott, und Lobpreisung gebührt nur Gott.
wa la ilaha illa-llah
Und es gibt keinen Gott außer Gott.
wa-llahu akbar
Und Gott ist der Größte.

subhana-llah wa-l-hamdu li-llah
Preis sei Gott, und Lobpreisung gebührt nur Gott.
wa la ilaha illa-llah
Und es gibt keinen Gott außer Gott.
wa-llahu akbar
Und Gott ist der Größte.

.... weitere Details zu Gebeten ....

Für Schwache und Kranke gibt es beim Gebet Erleichterungen. Das Gespräch mit dem Herrn soll nicht durch Schmerzen oder außergewöhnliche Belastung beeinträchtigt werden. Ein Kasteien kennt der Muslim nicht.
Wer nicht in der Lage ist, die Gebete vorschriftsmäßig zu halten, kann das Gebet auch im Stehen und Sitzen und im Vorbeugen verrichten oder nur im Sitzen und Vorbeugen oder nur im Sitzen; ja selbst im Liegen kann ein Moslem seine Pflichtgebete verrichten, wenn die Situation ihn dazu zwingt.
Das Freitagsgebet

Im Heiligen Quran, Sure 62, Vers 9 heißt es:

„Ihr Gläubigen! Wenn am Freitag zum Gebet gerufen wird, dann wendet euch mit Eifer dem Gedenken Gottes zu und laßt den Handel! Das ist besser für euch, wenn ihr Wissende seid."
Freitagsgebete werden stets in der größten Moschee des Ortes abgehalten. Daran nehmen alle Muslime teil, die dazu Gelegenheit haben. Nach den Vorgebeten (Nafila) spricht der Imam oder ein dazu besonders eingeladener Prediger zu der Gemeinde.
Da der Islam alle Gebiete des menschlichen Lebens, so besonders das Zusammenleben in der Gemeinschaft, umfaßt, wird in der Ansprache aktuellen Themen, z. B. wirtschaftlichen und politischen Fragen und auch den konkreten Problemen der örtlichen Gemeinde, Beachtung geschenkt. Das geschieht natür-lich unter Berücksichtigung und mit Hinweis auf die islamischen Lehren, die auf den Heiligen Quran und der Sunna beruhen.
Diese Ansprache wird in der Sprache gehalten, die von den meisten Mitgliedern der Gemeinde verstanden wird.
Danach wird das eigentliche Mittagsgebet gesprochen, daß am Freitag jedoch nur aus 2 Rakats besteht und in der außeren Form dem Morgengebet gleicht. Heiliger Qur‘an, Sure 62, Vers 10:
„Wenn das Gebet aber beendet ist, dann zerstreut euch im Lande und trachtet nach Allahs Huld; denket dabei aber oft an Allah, damit ihr Erfolg habt."
Das Gebet am Freitag in dieser Form zu halten, geht auf das folgende Ereignis zurück:
Als der Heilige Prophet noch in Mekka lehrte, war diese Form für das Freitagsgebet unbekannt. Auf seiner Reise nach Medina machte er in dem kleinen Ort Ghaba — wo die erste von Muslimen erbaute Moschee errichtet wurde —eine mehrere Tage dauernde Rast und traf an einem Freitag gegen Mittag in Medina ein, wo er das Freitagsgebet erstmalig in der neuen Form hielt, die bis heute noch üblich ist.Das an den übrigen Tagen übliche Mittagsgebet (Zohar) mit vier Rak‘ats wird in diesem Falle nicht abgehalten.Das Festtagsgebet

Im Islam sind zwei hervorragende Festtage bekannt:

1. ID-UL-Fitr, das Fest am Abschluß des Fastenmonats Ramadan. Freude und Dank sollen an diesem Tage zum Ausdruck gebracht werden für die innere Läuterung, die der Gläubige durch das Fasten erfahren hat.

2. ID-UL-AZHA, das Opferfest. Es erinnert an Abraham, der durch die Gnade Allahs an Stelle seines Sohnes einen Hammel opfern durfte. Deshalb laßt der Gläubige in den islamischen Ländern auch heute noch einen Hammel oder eine Ziege schlachten. Den dritten Teil des Fleisches verwendet er zu einem Festmahl für sich und seine Familie, das zweite Drittel schenkt er Freunden und Verwandten, und das letzte Drittel wird an die Armen verteilt.
Dieses Fest wird am 10. Tage des Pilgermonats Zil-Hadsch auf der ganzen Welt gefeiert.

Der Festgottesdienst findet am Morgen oder Vormittag statt und nimmt folgenden Verlauf:
Die Gläubigen stehen — wie bei jedem Gebet — in Reihen hinter dem Imam. Nach dem zweiten Aufruf zum Gebet (Iqama) werden die Hände bis in Ohrhöhe erhoben, und die Gemeinde ruft
„Allahu-akbar".

Darauf folgt das Qiam (stehend Beten), d. h., es wird die Al-Fatiha und eine andere Sure rezitiert. Nun werden die Hande erneut erhoben und wieder

„Allahu-akbar"gerufen. Es folgt jetzt ein kurzes Gebet des Imams, darauf wieder

„Allahu-akbar".
Nun folgen weitere vier kurze Gebete, zwischen denen stets „Allahu-akbar"
gerufen wird. Insgesamt sind es also fünf Gebete und der fünfmalige Ruf Allahu-akbar.

Im zweiten Rak‘at werden nur 4 kurze Zwischengebete gesprochen, demzu-folge wird auch nur 4mal Allahu-akbar gerufen.Im Anschluß daran halt der Imam eine Predigt, in der er auf die Bedeutung des betreffenden Festes eingeht.
Darauf spricht der Imam ein freies Gebet.

Nach Beendigung des Festgottesdienstes gratulieren sich die Teilnehmer ge-genseitig mit „Id sa‘id" oder „Id mubarak" (Gesegnete Feiertage).Vielfach ist es üblich, daß die Anwesenden noch gemeinsam bei Tee und Ge-back oder einem kleinen Imbiß für kurze Zeit zusammen bleiben.
Der Nachmittag wird im Kreise der Familie oder mit Freunden festlich began~ gen. Es ist üblich an die Kinder kleine Geschenke zu verteilen. — Auch Ver-wandte und engere Freunde tauschen miteinander kleine Geschenke aus, doch ist dieses kein fester Brauch.Das Totengebet

Der Imam stellt sich — mit dem Gesicht nach Mekka — so am Sarg des ver-storbenen Mannes hin, daß er etwa hinter der Mitte des Körpers steht, bei Frauen jedoch hinter dem Oberkörper. Die übrigen Gaste stellen sich — wie bei allen Gebeten üblich — in Reihen hinter den Imam.Die Hände werden bis in Kopfhöhe erhoben:
Allahu-akbar Gott ist der Größte.
Aschhadu-alla ilaha Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt
illa-llah außer Gott.
Aschhadu-anna Muhammadan rasülu Ich bezeuge, daß Muhammad
llah der Gesandte Gottes ist.
Allahu-akbar Gott ist der Größte.
Allal~umma salli ‘ala Muliammadin 0 Gott, segne Muhammad und nimm
wa ala alihi ihn in Deinen Schutz.
Allahu-akbar Gott ist der Größte.
Allahumma-ghfir lillmuminina Unser Herr, verzeihe den Glaubigen,
wa-l muminat Mannern und Frauen.
Allahu-akbar Gott ist der Größte.
Allahumma-ghfir Unser Gott,
Iihada-l-majjit verzeihe diesem Toten.
lihadihil majjit verzeihe dieser Toten.
Allahu-akbar Gott ist der Größte.Dieses ist die kürzeste Form des Totengebetes. In der Regel wird dieses Gebet vom Imam in ausführlicherer Form gehalten. Nur in Ausnahmesituationen wird diese verkürzte Form gebraucht.

Das Ajat-Gebet
Bei Katastrophen jeder Art, Erdbeben, Hochwasser, Stürmen, aber auch bei technischen Katastrophen benötigt der Mensch ganz besonders den Schutz Gottes. Der Muslim verrichtet in diesen Fallen das Ajat-Gebet. Es wird ihm helfen, die Schrecken zu überwinden, und ihm die Kraft geben, im Bedarfsfall mit Gottvertrauen helfen zu können. Es ist zur Gewohnheit geworden, daß dieses Gebet auch bei Sonnen- und Mondfinsternissen verrichtet wird.
Es besteht — wie das Morgengebet — aus zwei Rakats, jedoch werden in jedem Rak‘at fünf Ruku ausgeführt.

... (es folgt die Beschreibung) ...

Die folgenden Texte sind nicht bindend, sie sind lediglich als Empfehlung ge-dacht und können bei passenden Anlassen ein Anhaltspunkt sein.

Mein Gott, Du Gütiger, Du Allmachtiger. Ich bitte um Vergebung für meine Sünden bei Dir, dem Einzigen, dem Wahren Gott, denn Du bist der Allerbar-mer. Du Glorreicher, ich bitte Dich, nimm meine Reue an, der ich demütig vor Dir stehe. Ohne Deinen Schutz bin ich mittellos, bin ich arm und hilflos. Keine andere Macht kann mir helfen, der ich ohne Deine gnadenvolle Führung nicht Herr über meine Gedanken und Taten bin. 0 Gott, hilf, daß ich auf Deinem Wege bleibe.

Mein Gott! Nichts gibt es, was ein Mensch anbeten oder verehren kann, außer dem Einzigen Gott; Ihm sind wir ergeben. Niemand gibt es, dem wir dienen, außer dem Wahren Gott, dem Schöpfer, Lenker und Herrscher über alle Wesen. Ihm dienen wir mit Freuden in völliger Aufrichtigkeit, auch wenn es denen mißfallt, die andere Herren neben Gott stellen. Allah ist unser Herr, und er war der Herr unserer Vater. Zu allen Zeiten ist Er der Einzige, Er, der uns Gutes verheißt und uns bei Ungehorsam mit Strafe droht. In Seiner Hand liegt es, ob er uns erhöht oder erniedrigt. Unendlich ist Sein Reich und Seine Herrlichkeit. Er gibt das Leben, den Tod und belebt auch wieder aufs Neue. Immerlebend ist Er, der keinen Tod kennt. Gott, Du bist machtig aller Dinge, und Deine Güte kennt keine Grenze.

Oh, mein Gott, an Dich wende ich mich in meinem Zweifel. Laß mich das
Richtige tun, ohne dabei von Deinem Weg abzuweichen. Ich stehe vor einer
Entscheidung, die ich ohne Deine gütige Hilfe nicht treffen kann. Ich weiß,
mein gütiger Gott, Du wirst mir helfen, richtig zu entscheiden. Für Deine
Führung will ich Dir danken und Dich loben.

Oh, mein Gott, ich stehe vor einer Aufgabe, die ich ohne Deine gütige Hilfe nicht meistern kann. Gib mir, Du Gütiger, Du Hilfreicher, die Kraft, mein Bestes zu geben, halte Du Deine Hand über mein Werk, und laß meine Arbeit den Mitmenschen zum Nutzen und Dir zur Ehre dienen.

Gütiger Gott, Dein Wille war es, daß ich die Gefahr überstanden habe. Ich danke Dir aus tiefstem Herzen und gelobe, all meine Kraft zu verwenden, um nach Deinen Gesetzen zu leben.

Verzeihe mir, o Gott! Ich hatte Zweifel an Deiner Größe und setzte meine mir von Dir verliehenen Gaben nicht ein, um Deinen Geboten zu folgen. Ich habe gesündigt. Dann aber hast Du Deine Gnade mir gegeben und mich einsehen lassen, daß ich falsch gehandelt habe. Gütiger, verzeihender Gott, ich danke Dir und bitte Dich aus tiefstem Herzen, mir meine Festigkeit im Glauben zu erhalten.
Gebet mit dem Tasbih (Rosenkranz)

Vielfach ist es üblich, nach den Pflichtgebeten — aber auch zu jeder anderen Zeit —‚ Gott mit folgender Formel zu preisen:33mal „ Subliana-llah" „Preis sei Gott"
33mal „Al-hamdu lillah" „Lob sei Gott"
33mal „Allahu-akbar" „Gott ist der Größte".Als Hilfsmittel dient haufig die Gebeteskette, die aus 99 Perlen (Holz, Kera-mik, Elfenbein oder anderes Material) besteht; nach je 33 Perlen ist eine anders geformte eingefügt. Einfache Ketten haben nur 33 Perlen.
Es ist aber darauf zu achten, daß der Betende nicht die Worte automatisch spricht; ein Gebet erfüllt nur dann seinen Sinn, wenn Herz und Gedanken ganz auf Gott gerichtet sind.

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