Familie el-Zubeir

Die Familie el-Zubeir

Aus dem Arabischen übertragen von Ferdinand Wüstenfeld

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el-Zubeir nach Ableben des Propheten

Als Muhammed gestorben war und es sich um die Wahl seines Nachfolgers handelte, sprach sich Zubeir offen fur Ali aus und erklärte, er werde sein Schwerdt nicht eher in die Scheide stecken, bis Ali gehuldigt sei; worauf 'Omar entgegnete: so nehmt ihm sein Schwerdt ab und schlagt es an Steinen in Stucke. Es dauerte auch sechs Monate, bis zum Tode der Fatima, ehe el-Zubeir sich entschloss dem Abu Bekr zu huldigen, dann war seine Unterwerfung eine aufrichtige und er betheiligte sich wieder an den Feldzügen, in denen er uber grossere Corps 1) Vielleicht eine Nachahmung oder Reminiscenz aus dem Neuen Testament an Johannes, den Junger, welchen Jesus besonders lieb hatte. Joh. XIII. 23; wenigstens scheint es mir unpassend, mit BoWian par Krehl II. 437 ^js> hier in der nachsten Bedeutung Candidus in dem Sinne zu nehmen: „wegen ihrer weissen Gewander". das Commando fuhrte. Bei Jarmuk im J. 13 fragten ihn die Gefährten des Propheten, ob er nicht zum Angriff schreiten wolle, sie wurden mit dabei sein; er Hess also angreifen und durchbrach ganz allein die Reihen der Feinde und warf sie nieder, erhielt aber dabei zwei schwere Hiebe über die Schulter, zwischen denen schon eine tiefe Narbe von einem Hiebe war, den er bei Badr erhalten hatte; sein Sohn 'Orwa erzahlte, er habe öfter, als er noch klein gewesen, aus Spielerei seine Hand in diese Narbe gelegt. — Auf dem Zuge nach Cadesia im J. 14 commandirte er einen Flugel.

j m _ Nachdem Amr ben el-Aci im J. 20 bei der Eroberung von Agypten bis Micr vorgedrungen war und von dem Chalifen Omar Verstarkung verlangte, sandte ihm dieser 4000 Mann unter vier Anfuhrern, von denen, wie Omar sich ausdruckte, jeder allein fur Tausend Mann gerechnet werden konnte. Einer dieser vier war el-Zubeir und er war es auch, welcher zuerst die Leiter erstieg und in die Festung eindrang, worauf die Einnahme erfolgte. Zu der Zeit, als Omar ermordet wurde, im J. 23, war el-Zubeir wieder in Medina anwesend und betheiligte sich bei der Wahl seines Nachfolgers 'Othman. — In Medina war einmal in einem Jahre das Nasenbluten epidemisch und auch der Chalif Othman ben 'Affan litt stark daran, so dass er die Wallfahrt nicht machen konnte. Da kam einer der Kureisch zu ihm und rieth ihm, einen Stellvertreter fur sich zu ernennen, welcher die Pilger fuhrte. Spricht man davon? fragte Othman. — Ja! — Wen meint man denn? — Der andere schwieg, aber bald nachher kam ein zweiter und redete mit ihm in derselben Weise, und als auch er keinen Namen nennen wollte, sagte Othman: Vielleicht meint man el-Zubeir? — Ja! — Bei Gott! der ist auch der beste und war dem Gottgesandten der liebste. Bokhari IL 438.

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