Familie el-Zubeir

Die Familie el-Zubeir

Aus dem Arabischen übertragen von Ferdinand Wüstenfeld

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el-Zubeir nach Othmans Ermordung

Bei 'Othmans Ermordung spielte el-Zubeir eine zweideutige Rolle und wenn er ebenso wie Talha schliesslich Ali als Chalifen anerkannte, so scheint er die aus Kufa und Bacra gekommenen Aufruhrer, welche ihn zum Chalifen ausrufen wollten, fur zu schwach gehalten zu haben.

Unter dem Vorgeben, die kleine Wallfahrt machen zu wollen, begab er sich mit Talha nach Mekka, hier verbundeten sie sich mit Aischa, Muhammeds Frau, zogen nach Bacra und erklarten sich offen gegen Ali. Dieser sah sich genöthigt mit einer Armee gegen sie zu marschieren und nach vergeblichen Unterhandlungen wurde die Camelschlacht geschlagen, so genannt weil 'Aischa selbst auf einem Camele sitzend, daran Theil nahm. Noch ehe der Kampf entschieden war, verliess el-Zubeir das Schlachtfeld und zog sich zurück, mit der Absicht, sich auf seine bei Medina belegenen Besitzungen zu begeben. Er kam noch in die Moschee der Banu Mu'gaschi' in Bacra und erkundigte sich nach Tjadh ben Hammad el-Mu'gaschii und als er von el-Nu'man ben Zimam erfuhr, dass er in Wadi el-Siba' (Lowenthal) sei, brach er dahin auf, um den Weg nach Mekka einzuschlagen, und el Nu'man begleitete ihn eine Strecke Weges bis nach el-Na'gib und kehrte dann zuruck. Etwa eine Tagereise (5 Meilen) von Bacra wurde Zubeir von Ibn Fartana erkannt und von ihm el-Ahnaf ben Keis, der in der Nahe wohnte und an dem Kriege nicht Theil genommen hatte, davon benachrichtigt, dass er voruberkomme; doch el-Ahnaf, der kein eifriger Anhanger der neuen Lehre war, sagte: meinetwegen, was kummert es mich, wenn die Muslim sich gegenseitig die Schadel einschlagen; er ging in sein Haus zu seiner Familie. — Indess hatten drei Kerle vom Stamme Tamim diese Meldung gehort: 'Amr ben Gurmuz, Fadhala ben Habis und Naff ben Gawa, sie eilten Zubeir nach, Ibn 'Gurmuz holte ihn bei dem Wasser Safawan in dem genannten Wadi zuerst ein und versetzte ihm von hinten einen gelinden Hieb; el-Zubeir warf schnell sein Pferd Dsul-Chimar herum, setzte sich zur Wehre und trieb ihn so in die Enge, dass er sich schon fur verloren hielt und seinen Gefahrten zurief, ihm eilig zu Hulfe zu kommen; nun wurde Zubeir von drei Seiten angegriffen und nach kurzer Gegenwehr niedergestreckt. Ibn Gurmuz nahm ihm sein Schwerdt ab und brachte es zu 'Alf, welcher statt des gehofften Dankes in die Worte ausbrach: Dieses Schwerdt hat oftmals die Sorgen des Propheten in Freude verwandelt, der Morder des Sohnes der Cafija sei versichert, dass er in die Holle fahren wird. Fur die Camelschlacht wird als Wochentag der Donnerstag angegeben , uber das Datum weichen die Nachrichten ab; da die Schlacht sehr wahrscheinlich mehrere Tage dauerte und der 10. Gumada I. 36 (4. Nov. 656) ein Sonnabend, der 14. Gumadd IL (8. Dec.) ein Donnerstag war, so wird man unter diesen beiden Angaben zu wahlen haben; es scheint auch, dass el-Zubeir am ersten Tage noch am Kampfe Theil genommen habe (Ibn el-AtMr III. 199) und an dem folgenden oder dem dritten Tage getodtet wurde. Nach einigen wurde er beim Gebete, nach anderen im Schlafe uberfallen und das letztere wurde unten durch die Worte in den Versen der 'Atika seine Bestatigung finden: „hattest du ihn vorher aufgeweckt"; doch kann man auch ubersetzen: „hattest du ihn vorher angerufen". Er erreichte ein Alter von 66 bis 67 Jahren.

el-Zubeir war ein Mann von mittlerer Grosse und sehr gelenk, nach anderen aber so gross, dass beim Reiten seine Fusse den Erdboden streiften. Er hatte eine braunliche Hautfarbe, dunnes Bart- und langes hellbraunes Kopfhaar; sein Sohn 'Orwa erzahlte: ich hielt mich, als ich noch klein war, oft an seinen auf die Schultern herabhangenden Haaren fest, um aufzustehen

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