128. Predigt – Über die gewaltigen Schlachten in Basra
(Diese Predigt wurde gehalten)
über die gewaltigen Schlachten in Basra.
Oh Ahnaf,
es ist so, als ob ich ihn sähe, wie er mit der Armee kommt,
die weder Staub noch Lärm aufwirbelt, noch das Knirschen von
Gebissen (der Pferde hören lässt) noch das Wiehern von
Pferden. Sie durchpflügen die Erde mit ihren Füßen, als wären
es die Füße von Straußenvögeln.
Sayyid al-Radhi sagt dazu: Der
Befehlshaber der Gläubigen spielte damit auf den Anführer der
Schwarzen an.
Der
Befehlshaber der Gläubigen fuhr fort:
(Oh Bewohner von Basra) wehe euren
geebneten Straßen und geschmückten Häusern, die Flügel wie
Adler und Rüssel wie Elefanten haben. Sie gehören zu denen,
über deren Getötete nicht getrauert und nach deren Vermissten
nicht gesucht wird. Ich stürze diese Welt auf ihr Gesicht,
bewerte sie nach ihrem (niedrigen) Wert und schaue mit dem
Blick darauf, der ihr gebührt.
Teil der gleichen Predigt über die Türken (Mongolen)
Als ob ich ein Volk sehe mit Gesichtern
wie Schilder mit rauem Leder, sie tragen weiße Seide und
Seidenbrokat und halten wertvolle Pferde. Ihr furchtbares
Massaker wird dort sein, bis der Verwundete über den Getöteten
hinweg läuft und es weniger Entkommende als Gefangengenommene
gibt!
Einige
seiner Gefährten sagten zu ihm: „Befehlshaber der
Gläubigen, dir wurde das Wissen über das Verborgene gegeben“,
woraufhin er (Imam Ali, a.) lächelte und zu dem Mann sagte,
der zu den Banu Kalb gehörte:
Oh Bruder von den Kalb, das ist kein
Wissen über das Verborgene, das ist nur das von dem mit Wissen
(vom Propheten, s.) Belehrten. Das Wissen über das Verborgene
bezeichnet allein das Wissen um die Stunde (Tag des Gerichts)
und was Allah in dem Vers aufzählte: „Wahrlich, bei Allah
allein ist die Kenntnis von der Stunde. Er sendet den Regen
nieder, und Er weiß, was in den Mutterschößen ist. Niemand
weiß, was er sich morgen eintragen wird, und niemand weiß, in
welchem Lande er sterben wird. Wahrlich, Allah ist Allwissend,
Allkundig.“
Daher weiß Allah, Der Erhabene, was in
den Mutterschößen ist, männlich oder weiblich, hässlich oder
schön, großzügig oder geizig, elend oder glückselig, (Er weiß)
wer das Holz (als Brennstoff) für die Hölle sein oder im
Paradies die Propheten als Freunde haben wird. Das ist das
Wissen um das Verborgene, das niemand weiß außer Allah, und
alles außerhalb dessen ist Wissen, das Allah Seinen Propheten
gelehrt hat, und der hat es mich gelehrt, und er betete, dass
meine Brust es behalten und meine Rippen es umfassen mögen.
Erläuterung
Die von
Sayyid al-Radhi als „Anführer der Schwarzen“ bezeichnete
Person ist ein Mann namens Ali ibn Muhammad. Er wurde im Dorf
Warzanin geboren in den Vororten von Ray dem heutigen Teheran.
Er gehörte zu der Sekte der Azriqa unter den Charidschiten. Er
behauptete, ein Abkömmling des Propheten [sayyid] zu sein,
aber Experten unter den Biographen haben seine Behauptung
nicht akzeptiert. Ali ibn Muhammad führte einen Aufstand durch
im Jahr 255 nach der Auswanderung [hidschra] während der
Regentschaft von al-Muhtadi. Er rekrutierte die Bewohner von
den Vorstädten Basras, in dem er ihnen Geld, Reichtum und
Freiheit versprach. Am 17. Schawwal
255 n.d.H. drang er mordend und plündernd in Basra ein und
tötete in nur zwei Tagen 30.000 Menschen, Männer, Frauen und
Kinder.
Die
Weissagung des Befehlshabers der Gläubigen (a.) ist die, die
Licht wirft auf sein Wissen über das Zukünftige. Die Details,
die er erwähnte, wie dass es kein Wiehern von Pferden oder
Lärm von Waffen geben würde, ist geschichtlich belegt. Der
Historiker Tabari schrieb, dass, als dieser Mann sich der
damaligen Stadt Karch, einem Stadtteil des heutigen Bagdad,
mit der Absicht näherte, einen Aufstand durchzuführen, ihn die
Bewohner jenes Ortes willkommen hießen, und dass ein Mann ihm
ein Pferd schenkte, für das kein Zügel gefunden werden konnte,
und er ritt es letztendlich mit einem Seil. Auf diese
ungewöhnliche Begebenheit deutet die Anspielung hin, dass es
kein Zähneknirschen von Pferden auf ihren Gebissen geben
würde. Es gab auch nur drei Schwerter in seiner Streitmacht –
eins hatte er selbst, eins Ali ibn Aban al-Muhallabi und eins
Muhammad ibn Salm, aber später sammelten sie mehr Waffen durch
Plünderungen.
Diese
Weissagung des Befehlshabers der Gläubigen (a.) bezüglich der
Mongolen handelt von dem Einfall der Tartaren, welche die
Mongolische Wüste in Nord-West-Turkestan bewohnten. Diese
halbwilden Stämme lebten vom Marodieren, Töten und Verwüsten.
Der Hinweis darauf, dass sie seidene Gewänder trugen ist, im
Zusammenhang mit der Tatsche zu sehen, dass es im Islam
Männern verboten ist, Seide zu tragen.
Die
Erläuterung zum Wissen über das Verborgene unterteilt jenes
Wissen in verschiedene Ebenen. Verborgene Dinge auf
persönlicher Ebene zu kennen ist eine Sache, während es etwas
anderes ist, wenn man von Allah mit Wissen beschenkt wird über
irgendetwas und es anderen übermittelt. Das Wissen über die
Zukunft, das die Propheten und ihre Nachfolger besitzen,
erhielten sie durch die Lehre von Allah, dem Erhabenen. Allah
allein besitzt das Wissen über Ereignisse, die in der Zukunft
eintreten werden. Er gibt Sein Wissen an den weiter, den Er
will, daher sagt Er im Qur´an: „Kenner des Verborgenen – Er
enthüllt keinem Seine Geheimnisse außer allein dem, den Er
erwählt ....“
Auf diese
Weise erhielt der Befehlshaber der Gläubigen (a.) ebenfalls
Wissen über die Zukunft durch Instruktionen des Propheten (s.)
oder Inspirationen von Allah, was diese Worte des
Befehlshabers der Gläubigen (a.) belegen. In manchen Fällen
allerdings ist es nicht angemessen und zweckmäßig, jene Dinge
offen zu legen, und sie durften unter einem Schleier bleiben.
Dann kann sie niemand außer Allah wissen, wie Allah es im
zitierten Qur´an-Vers deutlicht macht.