Georges Abdullah

Befreiungsaufruf in Frankreich
Georges Ibrahim Abdullah

Aussprache: dschurdsch ibraahiym abdullah
arabisch:
جورج إبراهيم عبد الله
persisch:
جرج ابراهیم عبدالله
englisch:
Georges Ibrahim Abdallah

???5 - ??? n.d.H.
1951 - heute n.Chr.

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Georges Ibrahim Abdullah (oder Abdallah) ist ein libanesischer kommunistischer Aktivist, der von 1984 bis 2025 in Frankreich inhaftiert war.

Er gilt als einer der am längsten inhaftierten politischen Gefangenen Europas. In arabischsprachigen und linken Kreisen wird er oft als Widerstandskämpfer gegen Imperialismus und Zionismus gesehen, während ihn die Staaten der Westlichen Welt als verurteilten Terroristen betrachten.

Georges Ibrahim Abdallah (جورج إبراهيم عبد الله) ist 1951 n.Chr. in Kobayat, Nordlibanon geboren. Er wurde als marxistisch-leninistisch er Widerstandskämpfer gegen die imperialistische Besatzung des Libanon berühmt. Georges Abdallah war Mitglied der Libanesischen Kommunistischen Partei und später Mitbegründer der FARL (Factions armées révolutionnaires libanaises). Die FARL war eine kommunistisch ausgerichtete, antiimperialistische militante Gruppe, die in den 1980er Jahren in Frankreich Anschläge verübte, darunter:

bulletDie Erschießung des US-Militärattachés Charles R. Ray (1982)
bulletDie Tötung eines israelischen Diplomaten, Yacov Barsimantov (1982)

Die FARL bezeichnete diese Taten als Vergeltung für die israelische Invasion im Libanon (1982) und die Unterstützung des Libanonkriegs durch westliche Staaten.

Im Jahr 1984 weilte er unter falscher Identität in Lyon in Frankreich, flog aber auf. Er wurde 1987 zu lebenslanger Haft wegen Beteiligung an terroristischen Morden verurteilt. Ab 1999 hätte Georges Abdallah theoretisch von der Haft entlassen werden können, da er alle rechtlichen Bedingungen erfüllt hatte. Mehrere Gerichte befürworteten seine Entlassung, aber Frankreichs Regierung (unter politischem Druck, besonders aus den USA und Israel) verhinderte seine Freilassung. Der Innenminister verweigerte mehrfach die Ausweisungsverfügung in den Libanon, die für seine Freilassung notwendig gewesen wäre.

Im Libanon wird er als Widerstandsheld gegen Besatzung und Imperialismus verehrt. Frankreich hat sich auf Staatsinteressen und internationale Beziehungen berufen, um ihn weiter festzuhalten. Er saß im Gefängnis Lannemezan in Südfrankreich.

Sein Fall steht exemplarisch für die Spannungen zwischen nationalem Recht, politischem Druck und Fragen von Widerstand, Imperialismus und politischer Gewalt.

Am 17. Juli 2025 ordnete ein Berufungsgericht in Paris die bedingte Freilassung von Abdullah an mit der Auflage, Frankreich dauerhaft zu verlassen. Die Entscheidung basierte unter anderem darauf, dass er laut Gericht kein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko mehr darstelle und seine Haftdauer über 40 Jahre "diskriminierend lang" gewesen sei.

Am Freitag, 25. Juli 2025, wurde Abdullah ausgeflogen. Er landete in Beirut, wo er von Unterstützern mit Fahnen und Jubel empfangen wurde. Dort bezeichnete er sich weiterhin als kommunistischen Kämpfer, bestärkte seinen Einsatz für die palästinensische Sache und rief zur Widerstandsbewegung auf. Seine ersten Worte im Libanon waren: "Gegrüßt sei die Dahye, gegrüßt seien die heiligen Märtyrer, gegrüßt sei der Widerstand, gegrüßt sei der Märtyrergeneral. Die palästinensische Angelegenheit ist die wahre Freiheit." Dahye bezeichnet die Süd-Vorstadt von Beirut, die als Zentrum des Widerstandes gegen Israel gilt.

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