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Ferdinando Acton war ein neapolitanisch-britischer Staatsmann
und Diplomat, der im Königreich beider Sizilien (Neapel und
Sizilien) eine zentrale Rolle spielte. Er ist vor allem
bekannt als Ministerpräsident (Präsident des Ministerrates)
unter König Ferdinand II. von Bourbon.
Er ist am 16. Juli 1832 in Neapel geboren und verstarb am
18. Februar 1891 in Rom. Er entstammt der einflussreichen
Familie Acton und ist Sohn von Sir John Acton, einem
britischstämmigen Admiral und Premierminister Neapels. Die
Familie Acton war Teil einer transnationalen aristokratischen
Führungsschicht Europas.
Ferdinando Acton diente als Diplomat, Minister und
schließlich Ministerpräsident (1839–1848 n.Chr.). Er trat
inden Staatsdienst des Königreichs beider Sizilien ein. Acton
galt als konservativ, loyal zur absolutistischen Monarchie und
skeptisch gegenüber liberalen Verfassungen. Dennoch versuchte
er begrenzte Reformen bei gleichzeitiger Wahrung königlicher
Autorität. Diese Balance scheiterte mit den Revolutionen von
1848.
1848 zwangen Revolutionen König Ferdinand II. zur
Verfassungsgewährung. Acton verlor sein Amt und zog sich aus
der Politik zurück. Er starb 1849, kurz nach den Umbrüchen
Ferdinando Acton erhielt den
Mecidiye-Orden als diplomatische Auszeichnung des
Osmanischen Reichs für außenpolitische Verdienste. Das
Osmanische Reich suchte in jener Zeit gezielt konservative
europäische Partner. Als Ministerpräsident des Königreichs
beider Sizilien war Acton oberster Koordinator der
Außenpolitik Neapels und Vertreter eines
konservativ-monarchischen Systems.
Zwischen Neapel und dem
Osmanischen Reich bestanden enge Handelsbeziehungen,
maritime Interessen und konsularische Kooperation im östlichen
Mittelmeer. Acton unterstützte stabile Handelswege und keine
Einmischung in osmanische Innenangelegenheiten, was vom Hof in
Istanbul honoriert worden ist. Der
Mecidiye-Orden war hier unter anderem ein Signal politischer Wertschätzung
unter Monarchien.