.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Die älteste Quran-Handschrift Chinas ist heute in der
Jiezi-Moschee in der Provinz Qinghai ausgestellt.
Die Jiezi-Moschee befindet sich im Xunhua Salar in der
Provinz Qinghai im Nordwesten Chinas. Sie gehört zur
muslimischen Salar-Minderheit, einer turksprachigen
Volksgruppe, die besonderen historischen Kontakt mit
Zentralasien hatte. Die
Moschee ist ein aktiver Gebetsort und zugleich ein
Kulturdenkmal.
Das erhaltene Quran-Manuskript ist handschriftlich und
besteht aus 30 einzeln gebundenen Bänden eines
Dschuz mit insgesamt 867 Seiten. Das Einbandmaterial besteht aus
der Haut eines Nashorns, ist kunstvoll verziert, und robust
mit blauer Seide gerahmt. Das Gesamtgewicht ist etwa 12,79 kg.
Das Manuskript ist heute in einer klima- bzw.
konservierungsüberwachten Glasvitrine ausgestellt, in der
Temperatur, Feuchte und Sauerstoffgehalt gesteuert werden, um
die Jahrhunderte alte Schrift und das Material zu schützen.
Archäologische und konservatorische Einschätzungen deuten
darauf hin, dass das Manuskript zwischen ca. 1 100 und 1 300
Jahre alt ist. Nach konservativen wissenschaftlichen
Schätzungen fällt es damit in einen Zeitraum zwischen dem 8.
und 10. Jh. n.Chr. Das macht es zu einem der ältesten
bekannten und vollständigen Manuskripte des
Heiligen Quran.
Traditionell wird angenommen, dass das Manuskript von den
Vorfahren der Salar-Volksgruppe nach China gebracht wurde. Die
Vorfahren der Salaren zogen vermutlich als muslimische
Gemeinschaft aus Zentralasien in Richtung Osten. Im 13. Jh.
n.Chr. ließen sie sich schließlich in Qinghai nieder. Das
wertvolle Manuskript soll ihnen als religiöses und kulturelles
Erbe auf dem Weg begleitet haben. Diese Überlieferung wird in
lokalen Medien und Museumsunterlagen wiedergegeben, ist jedoch
nicht durch unabhängige wissenschaftliche Quellen eindeutig
belegt; sie gehört eher zur regionalen Geschichtserzählung.
Das Manuskript wurde von chinesischen Expertenteams
restauriert, zuletzt großflächig im Jahr 2017 n.Chr. Bereits
2009 wurde der Kodex in die chinesische Liste besonders
wertvoller historischer Bücher eingetragen.
Seit der öffentlichen Ausstellung im Jahr 2019 zieht das
Quranhandschrift-Exemplar täglich zwischen 5 000 und etwa 6
000 Besucher an, vor allem Muslime aus Qinghai und dem
benachbarten Gansu, aber auch Touristen und Interessierte aus
anderen Regionen.
Für die lokale muslimische Gemeinschaft hat das Exemplar
hohe spirituelle und kulturelle Bedeutung: Es wird als
symbolischer Beweis für die lange Präsenz des
Islam in China und speziell der Salar-Gemeinschaft
betrachtet.
Die Existenz einer so alten Quran-Handschrift in China gilt
als bemerkenswert, weil der
Islam in China historisch früh präsent war und entlang der
Seidenstraße und durch Handelskontakte verbreitet wurde.