A. Arfai
Abdulmadschid Arfai

Aussprache: iyrhaard ariyndt
arabisch:
عبدالمجید ارفعي
persisch:
عبدالمجید ارفعی
englisch: 
Abdolmajid Arfaei

1940 – 25.2.2026 n.Chr.

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Abdulmadschid Arfai war ein iranischer Assyriologe und Altorientalist, der vor allem durch seine Arbeit an den Keilschrifttafeln von Persepolis bekannt wurde. Er galt als einer der wenigen iranischen Spezialisten für elamische Keilschrifttexte.

Arfai ist 1940 in Teheran geboren. Er studierte zunächst im Iran und ging später in die USA für ein Studium der Altorientalistik an der University of Chicago. Dort arbeitete er im Umfeld des berühmten Oriental Institute, einem der wichtigsten Zentren für Assyriologie weltweit. Er arbeitete mit führenden Forschern der Keilschriftforschung zusammen, die sich mit den Texten aus Persepolis beschäftigten.

Seine wichtigste wissenschaftliche Leistung ist die Arbeit an den sogenannten: Persepolis Fortification Tablets. Diese Tontafeln stammen aus dem Verwaltungsarchiv des Achämenidenreiches. Die Tafeln stammen aus der Regierungszeit von: Darius I und Xerxes I. Sie wurden in den 1930er-Jahren bei Ausgrabungen in Persepolis gefunden.

Die Texte dokumentieren Lebensmittelrationen, Arbeitskräfte, Transport und Verwaltung des Reiches. Viele sind in elamischer Keilschrift geschrieben. Arfai spielte eine wichtige Rolle in einem internationalen Rechtsstreit über die Tafeln. Die Tafeln befanden sich lange Zeit in den USA am Oriental Institute der University of Chicago. Es gab Versuche, sie in einem Gerichtsverfahren zu beschlagnahmen. Der Fall ging bis vor den US Supreme Court im Verfahren Rubin gegen Islamische Republik Iran. Arfaei trat als wissenschaftlicher Experte auf und setzte sich stark für die Rückgabe der Tafeln an Iran ein.

Nach Arfai Rückkehr nach Iran arbeitete er unter anderem am Nationalmuseum in Teheran an Forschungsprojekten zu achämenidischen Texten. Er übersetzte und publizierte zahlreiche Keilschrifttexte.

Arfai war besonders wichtig, weil nur wenige iranische Forscher elamische Keilschrift lesen können. Er half, administrative Strukturen des Achämenidenreiches besser zu verstehen. Und er wirkte als Vermittler zwischen westlicher Assyriologie und iranischer Forschung.

Im Alter von 86 Jahren starb er am 25.2.2026.

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