.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Als „Arif“ wird im
Islam jemand bezeichnet, der eine hohe Stufe der
Erkenntnis erlangt hat.
Der Begriff ist kein Titel eines Gelehrtenranges, sondern
eine Beschreibung eines spirituellen Zustands und Weges. Arif
kommt von der Wurzel ʿ-r-f (عرف), was „erkennen“
oder „innerliches gereiftes
Wissen“ bedeutet. Ein Arif ist jemand, der
ALLAH
nicht nur weiß, sondern erkennt. Dabei geht es um innere
Gotteserkenntnis aber nicht um akademisches Wissen. Ein Arif
kann ein einfacher Bürger ohne größere wissenschaftliche
Ausbildung sein. Er muss weder ein
Vorbild der Nachahmung noch ein
Rechtsgelehrter [mudschtahid] sein. die innere
Erkenntnis ist der Maßstab.
Ein Arif ist jemand, der
ALLAH
durch Gehorsam und Aufrichtigkeit sucht und findet. Er hat
seine
Seele [nafs] vollständig unter seiner Kontrolle und
dadurch Zugang zu tiefgreifendem Wissen. Er versucht das
islamische Recht [scharia] vollständig in seinem Leben
umzusetzen, denn er weiß, dass jede
Mystik [tasawwuf], die die
Scharia verlässt, Irrtum ist.
Ein ʿĀrif strebt keine Visionen an.
Imam Mahdi (a.) zu begegnen ist für ihn weder ein Ziel
noch ein Beweis für irgendetwas. Er weiß, dass es nicht
erzwingbar ist, sondern
Gnade. Menschen auf jener Läuterungsstufe betonen
ausdrücklich: „Wer
Visionen sucht, sucht sich selbst, nicht Gott.“ Ein Arif weist
den Weg aber– er ersetzt ihn nicht.
Als größte Arif (plural Arifien) des 20. und 21. Jh. n.Chr.
gelten unter anderem
Imam Chomeini und
Imam Chamenei. Es gibt aber auch nichttheologische
Erkenntnisreiche wie z.B.
Radschab Ali Nikuguyan.