Issam al-Attar
Issam al-Attar

Aussprache: ißaam al-ataar
arabisch: عصام العطار
persisch: عصام العطار
englisch: Issam al-Attar

1927 - 3.5.2024 n.Chr.

Foto: ZMD 2023 n.Chr.

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Scheich Issam al-Attar auch bekannt als Abu Aiman war ein prominenter syrischer Gelehrter, Prediger und politischer Aktivist, der viel Zeit seines Lebens im Exil in Deutschland verbracht hat.

Er ist 1927 in Damaskus geboren und entstammt einer bekannten Familie islamischer Rechtsgelehrter. Seine Schwester Nadschah al-Attar war eine hohe syrische Politikerin, lange Kulturministerin und später Vizepräsidentin Syriens.

Issam al-Attar war einer der führenden Vertreter der Muslimbruderschaft in Syrien: Er wurde häufig als Oberhaupt oder führender Repräsentant der syrischen Muslimbruderschaft bezeichnet und leitete deren Aktivitäten in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren.

Nach dem Putsch der Baath-Partei 1963 wurde ihm die Rückkehr nach Syrien verboten, woraufhin er zunächst in den Libanon und später nach Deutschland emigrierte.

In Deutschland führte er religiöse Aktivitäten, Predigten und Bildungsarbeit durch, vor allem in der Bilal-Moschee Aachen, die lange zu den wichtigsten Zentren muslimischer Gemeinschaften in Europa gehörte. Er lebte über vier Jahrzehnte in Aachen und galt dort für viele muslimische Gemeindemitglieder als gewissermaßen geistiger Führer und hoch geachteter Scheich.

Al-Attar engagierte sich für islamische Lehre, Predigt und Zusammenhalt unter Muslimen, war ein inspirierender Redner und wurde von vielen Anhängern als moralische und spirituelle Instanz geschätzt.

Die syrische Regierung unter Hafez al-Assad verfolgte ihn und seine Familie politisch. Im Jahr 1981 n.Chr. wurde seine Ehefrau Banan Tantawi bei einem Anschlag in Deutschland getötet, wobei die Täter nicht gefasst wurden. Innerhalb der Muslimbruderschaft hatte er zeitweise politische Differenzen mit anderen syrischen Exilgruppen, die ihm vorwarfen, nicht ausreichend radikal oder strategisch gegen das syrische Regime vorzugehen. Ein Teil der Organisation setzte auf militante Konfrontation gegen das Assad-Regime. Al-Attar galt als eher zurückhaltend gegenüber gewaltsamer Eskalation. Diese Differenzen führten zu einer schrittweisen Marginalisierung seiner direkten Führungsrolle, auch wenn er moralisch einflussreich blieb.

Er ist am 3. Mai 2024 (24. Schawwal 1445) im Alter von 97 Jahren in Aachen gestorben. Er wurde auf dem Westfriedhof Aachen beigesetzt.

Er hinterließ eine Tochter und einen Sohn.

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