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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Scheich Issam al-Attar auch bekannt als Abu Aiman war ein
prominenter syrischer Gelehrter, Prediger und politischer
Aktivist, der viel Zeit seines Lebens im Exil in Deutschland
verbracht hat.
Er ist 1927 in Damaskus
geboren und entstammt einer bekannten Familie islamischer
Rechtsgelehrter. Seine Schwester Nadschah al-Attar war eine
hohe syrische Politikerin, lange Kulturministerin und später
Vizepräsidentin Syriens.
Issam al-Attar war einer der führenden Vertreter der
Muslimbruderschaft in Syrien:
Er wurde häufig als Oberhaupt oder führender Repräsentant der
syrischen Muslimbruderschaft bezeichnet und leitete deren
Aktivitäten in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren.
Nach dem Putsch der Baath-Partei 1963 wurde ihm die
Rückkehr nach Syrien
verboten, woraufhin er zunächst in den
Libanon und später nach
Deutschland emigrierte.
In Deutschland führte er religiöse Aktivitäten, Predigten
und Bildungsarbeit durch, vor allem in der
Bilal-Moschee
Aachen, die lange zu den wichtigsten Zentren muslimischer
Gemeinschaften in Europa gehörte. Er lebte über vier
Jahrzehnte in Aachen und galt dort für viele muslimische
Gemeindemitglieder als gewissermaßen geistiger Führer und hoch
geachteter Scheich.
Al-Attar engagierte sich für islamische Lehre, Predigt und
Zusammenhalt unter Muslimen, war ein inspirierender Redner und
wurde von vielen Anhängern als moralische und spirituelle
Instanz geschätzt.
Die syrische Regierung unter Hafez al-Assad verfolgte ihn
und seine Familie politisch. Im Jahr 1981 n.Chr. wurde seine
Ehefrau Banan Tantawi bei einem Anschlag in Deutschland
getötet, wobei die Täter nicht gefasst wurden. Innerhalb der
Muslimbruderschaft hatte er zeitweise politische Differenzen
mit anderen syrischen Exilgruppen, die ihm vorwarfen, nicht
ausreichend radikal oder strategisch gegen das syrische Regime
vorzugehen. Ein Teil der Organisation setzte auf militante
Konfrontation gegen das Assad-Regime. Al-Attar galt als eher
zurückhaltend gegenüber gewaltsamer Eskalation. Diese
Differenzen führten zu einer schrittweisen Marginalisierung
seiner direkten Führungsrolle, auch wenn er moralisch
einflussreich blieb.
Er ist am 3. Mai 2024 (24.
Schawwal 1445) im Alter von 97 Jahren in Aachen gestorben.
Er wurde auf dem Westfriedhof Aachen beigesetzt.
Er hinterließ eine Tochter und einen Sohn.